Pro und contra alternative Schutzmasken

Experten sind uneinig – Bürger werden verunsichert

Bad Driburg. Für jede These gibt es eine Antithese, für jede Experten-„Meinung“ gibt es eine Gegen-„Meinung“. Der Bürger, aufgrund der Krise und der persönlichen Einschränkungen eh schon verunsichert, weiß nicht, wem er „glauben“ soll.


Es gibt zu viele Scharlatane, keine Frage. Es gibt Menschen, die aus dem Elend ihrer Mitmenschen ein Geschäft machen wollen. Vor allem alte Menschen waren und sind in Gefahr, auf Betrüger hereinzufallen.


Bad Driburg im Blick versucht das Dickicht an „Meinungen“ über den Sinn von Mundschutz-Masken zu lichten. Die erste seriöse Quelle findet man natürlich bei Virologen, bei Ärzten, die sich mit dem Infektionsschutz auskennen.
Christian Drosten, der aktuell bekannteste Virologe, begründete gerade gegenüber einer Zeitung, „Warum alternative Schutzmasken für jeden sinnvoll sind“. Die medizinischen Schutzmasken der Stufen FFP 2 und FFP 3, die wirklich die Viren abhalten, sind nicht nur teuer, sondern auch rar und sollten den medizinischen Fachkräften in der Intensivpflege vorbehalten sein. Sie werden in Kliniken und Pflegeheimen gebraucht. Hamsterkäufe gefährden Menschenleben.

Eine selbstgenähte Schutzmaske bietet einen sogenannten “Fremdschutz”


Die Schutzmasken, die als Alternative von geübten Näherinnen hergestellt werden, schützen den Träger kaum vor einer Infektion. Wer Tröpfchen von anderen einatmet, auch durch die provisorische Schutzmaske, kann sich infizieren. Deshalb ist ja der physische Sicherheitsabstand, die „soziale Distanzierung“, so lebenswichtig.
Aber wer keine Tröpfchen aussenden und andere nicht unwissentlich infizieren will, der hat mit einer auch selbstgenähten Mundmaske immerhin eine Chance. Drosten hält sie zum Beispiel beim Einkaufen in einem Supermarkt für sinnvoll. Es ist vielleicht nur eine Höflichkeitsgeste, erinnert aber den Träger selbst und andere daran, auf genügend Abstand zu achten. Und sie sind ein Spuckschutz bei Menschen mit „feuchter Aussprache“.

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Noch wichtiger kann die Schutzmaske sein, wenn Menschen mit normalem Schnupfen oder Husten in der Nähe sind oder wenn man selbst verschnupft ist. Dann sollte man vernünftigerweise eigentlich zu Hause bleiben. Aber es geht nicht immer.
Natürlich muss man wie bisher darauf achten, dass man andere nicht berührt und mit den Händen möglichst auch nicht sein eigenes Gesicht. Natürlich bleibt es wichtig, oft und gründlich die Hände zu waschen. Natürlich muss man die Schutzmaske nach dem Einkauf wechseln oder auskochen. Temperaturen von mindestens 60 Grad reichen laut RKI, das Bügeln danach hilft auch.
Der Virologe Drosten hält sogar einen Schal oder ein Tuch vor dem Mund besser als gar keinen Schutz.

Bad Driburg im Blick fragt sich, warum man dieser Einschätzung eines wirklichen Experten nicht folgen sollte.