Kreis Höxter unterstützt Kritik der Heimatpfleger am Transformationsprozess des Erzbistums Paderborn
Alexander Bieseke
Kreis Höxter. Die geplante Neuausrichtung der katholischen Kirche im Erzbistum Paderborn stößt im Kreis Höxter auf wachsende Kritik. Nachdem das Erzbistum im Rahmen seines Prozesses „Glauben.Gemeinsam.Gestalten.“ (BDiB berichtete) weitreichende Veränderungen der pastoralen Strukturen angekündigt hat, stellt sich Landrat Michael Stickeln nun hinter die Forderungen der Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger im Kreis Höxter.
In einem Schreiben an Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz unterstützt Stickeln ausdrücklich ein Positionspapier der Heimatpfleger, das sich kritisch mit den möglichen Auswirkungen der Reform auf die dörflichen und kirchlichen Gemeinschaften auseinandersetzt. Die Heimatpfleger befürchten insbesondere, dass größere pastorale Räume und mögliche Fusionierungen historisch gewachsene Strukturen schwächen könnten.
„Die Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger leisten einen wichtigen Beitrag, wenn sie auf die Bedeutung der Kirche für das gesellschaftliche Leben in unseren Dörfern aufmerksam machen“, betont Landrat Stickeln. Kirchengemeinden seien im ländlichen Raum weit mehr als reine Orte der Glaubensausübung. Sie prägten das Ehrenamt, stärkten den gesellschaftlichen Zusammenhalt und seien wichtige Treffpunkte für die Menschen vor Ort.
Kritisch sieht der Landrat insbesondere den bisherigen Verlauf des Transformationsprozesses. Nach seiner Einschätzung werden Transparenz und Beteiligung den selbst formulierten Ansprüchen des Erzbistums bislang nicht ausreichend gerecht. Fehlende Informationen hätten bereits zu Verunsicherung in vielen Gemeinden geführt.
Stickeln fordert deshalb, die Anliegen der Heimatpfleger ernsthaft in die weiteren Beratungen einzubeziehen. Die Verbundenheit der Menschen mit ihren Kirchengemeinden und Dörfern müsse bei allen Entscheidungen berücksichtigt werden. Gleichzeitig spricht sich der Landrat für einen intensiven Dialog zwischen Erzbistum, Kirchengemeinden und den Verantwortlichen vor Ort aus.



Die Stellungnahme des Landrats steht damit in einem gewissen Spannungsverhältnis zu den Ankündigungen des Erzbistums aus dem vergangenen Jahr. Dieses hatte betont, den Reformprozess transparent gestalten und möglichst viele Menschen beteiligen zu wollen. Bis 2030 sollen im Erzbistum maximal 25 Seelsorgeräume entstehen, die jeweils aus höchstens drei Pfarreien bestehen. Gleichzeitig hatte die Bistumsleitung zugesichert, verlässliche kirchliche Orte in der Fläche zu erhalten und neue Beteiligungsformate zu schaffen.
Ob die angekündigten Beteiligungsmöglichkeiten aus Sicht der Gemeinden ausreichen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Diskussion im Kreis Höxter macht deutlich, dass viele Menschen die Zukunft ihrer Kirchengemeinden mit großer Aufmerksamkeit verfolgen.
Titelbild: Kirche in Lütgeneder. Foto: Kreis Höxter