Alexander Bieseke
Bad Driburg/Dresden. Die Diskussion um einen öffentlichen Trinkbrunnen in der Bad Driburger Innenstadt geht weiter. Nachdem der Umweltausschuss den Antrag der Grünen mehrheitlich abgelehnt hat, wächst die Unterstützung für die von der gemeinnützigen Selbsthilfegruppe pro barrierefrei e.V. gestartete Petition kontinuierlich. Mittlerweile wurden bereits 275 Unterschriften verifiziert. [Stand: 20.07.2026 – 6:00 Uhr]
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➡️ Hier die Petition
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Der Ausschuss sprach sich stattdessen für den Antrag der CDU aus, ein integriertes Hitzeanpassungskonzept für die Innenstadt zu entwickeln. Geprüft werden sollen verschiedene Maßnahmen gegen die zunehmende Hitzebelastung – darunter auch Möglichkeiten, kostenloses Trinkwasser bereitzustellen. Kurzfristig sollen Gespräche mit der Bad Driburger Touristik GmbH und dem Werbering geführt werden, damit an besonders heißen Tagen Trinkwasser ausgegeben werden kann.
Die Initiatoren der Petition sehen darin jedoch keinen Ersatz für einen dauerhaft öffentlich zugänglichen Trinkbrunnen. Sie verweisen darauf, dass der freie Zugang zu Trinkwasser insbesondere für ältere Menschen, Familien mit Kindern, Menschen mit Behinderungen sowie Besucherinnen und Besucher der Kurstadt ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsvorsorge und Klimaanpassung wäre.
Auch gesetzlich hat das Thema an Bedeutung gewonnen. Nach § 50 des Wasserhaushaltsgesetzes sollen öffentliche Trinkwasserangebote an geeigneten Orten als Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge berücksichtigt werden, soweit dies technisch möglich und verhältnismäßig ist. Genau auf diese Regelung hatten sich die Grünen in ihrem Antrag berufen.
Hinzu kommt, dass für die Errichtung öffentlicher Trinkwasserbrunnen Fördermöglichkeiten bestehen. Nach den im Umweltausschuss vorgestellten Berechnungen hätte ein entsprechendes Förderprogramm einen Großteil der Investitionskosten übernehmen können. Der Eigenanteil der Stadt wäre damit vergleichsweise gering ausgefallen. Die Stadtverwaltung verwies jedoch auf die angespannte Haushaltslage und empfahl, die Anschaffung zunächst zurückzustellen.
Bad Driburg im Blick hat sich bereits selbst ein Bild von modernen Trinkbrunnen gemacht. Bei einem Besuch in Dresden konnte unsere Redaktion einen öffentlichen Trinkbrunnen besichtigen, der nicht nur kostenlos Trinkwasser spendet, sondern auf Knopfdruck zusätzlich eine feine Nebelbrise erzeugt. Gerade an heißen Sommertagen trägt diese Funktion spürbar zur Abkühlung und zur Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum bei.
Um belastbare Vergleichszahlen zu erhalten, hat Bad Driburg im Blick zudem eine Presseanfrage an die Stadt Dresden gerichtet. Dabei geht es um die Investitionskosten sowie die jährlichen Betriebs- und Wartungskosten des dortigen Trinkbrunnens. Die Antworten sollen helfen, die Diskussion in Bad Driburg auf eine sachliche Grundlage zu stellen.
Auch in Dresden wird das Thema Trinkwasserversorgung im öffentlichen Raum kontinuierlich weiterentwickelt. Dort möchte die Stadtverwaltung nun erfahren, wie die beiden mobilen Trinkwasserbrunnen in der Altstadt von Bürgerinnen und Bürgern sowie Gästen angenommen werden. Deshalb wurde eine Online-Bürgerbeteiligung gestartet, an der sich Interessierte noch bis September beteiligen können. Die Rückmeldungen sollen dabei helfen, das Angebot weiterzuentwickeln und den tatsächlichen Bedarf besser einschätzen zu können. Der Blick nach Dresden zeigt damit, dass öffentliche Trinkwasserangebote nicht nur geschaffen, sondern auch gemeinsam mit der Bevölkerung bewertet und verbessert werden.
Dass inzwischen 275 verifizierte Unterstützerinnen und Unterstützer die Petition unterzeichnet haben, zeigt, dass das Thema viele Menschen beschäftigt. Die Zahl wächst weiter und unterstreicht den Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach einer dauerhaften, kostenlosen Trinkwasserversorgung im öffentlichen Raum. Ob Rat und Verwaltung ihre Haltung angesichts der anhaltenden Unterstützung noch einmal überdenken werden, bleibt abzuwarten.
Hinweis: Unser Herausgeber und Autor ist selbst Mitglied des gemeinnützigen Vereins pro barrierefrei e.V..