Gedenken an die Pogromnacht 1938 in Bad Driburg

Am 10. November 1938 wurde die Synagoge in Pömbsen durch Brandstifter angezündet und brannte völlig ab.

In Bad Driburg setzten Unbekannte in den frühen Morgenstunden des 11. November die Synagoge in der Schulstraße in Brand. Die Feuerwehr konnte den Brandherd löschen und das Gebäude erhalten. Von der Inneneinrichtung blieb jedoch nichts übrig.

Stele zum Gedächtnis der deportierten Juden aus Bad Driburg.
Standort: Obere Lange Straße

Den brennenden jüdischen Gotteshäusern ging seit 1933 eine Reihe von staatlich verordneten Willkürmaßnahmen der Nationalsozialisten voraus. Seit der Machtübernahme 1933 gab es Aufrufe an die Bürger, jüdische Geschäfte zu boykottieren. Wer dort dennoch kaufte, wurde fotografiert und in SA-Kästen öffentlich angeprangert. Die Juden wurden nach und nach immer mehr ausgegrenzt. Wohnungen, Häuser und Geschäfte wurden verwüstet, ihre Bewohner wurden willkürlich verhaftet, deportiert und ermordet, wenn sie nicht rechtzeitig Deutschland verlassen hatten. Ihr Besitz wurde konfisziert.

Die Schüler der Gesamtschule zur Gedenkfeier in St. Peter und Paul.

In diesem Jahr übernahm die Gesamtschule Bad Driburg die Gestaltung einer Gedenkstunde in der kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul und an der gegenüberliegenden Stele, die an die ermordeten jüdischen Bad Driburger Bürger erinnert.

Aufmarsch in der Langen Straße. Im Hintergrund das ehemalige Krankenhaus Josefinum. Heute Einkaufszentrum Hellweg.

Zu Originalfotos von Naziaufmärschen in der Langen Straße zeigten die Gesamtschüler selbst erstellte „Stolpersteine“ unter dem Motto „Nachdenken = Moral“. Die künstlerisch gestalteten Tafeln enthielten Begriffe wie Mut, Einsatz, Widerstand, Verlust, Gefahr, Schutz, Frieden (statt Gewalt) und Liebe (statt Hass).


Gestaltete “Stolpersteine” an den Altarstufen in St. Peter und Paul.

Die SchülerInnen legten sie auf dem Weg von der Kirche zur Stele aus.Den Fürbitten ähnlich verlasen Achtklässler Wünsche, die sie mit dem Widerstand gegen jede Ausgrenzung, Abwertung und Diskriminierung in der Gesellschaft verbinden. Einige Besucher äußerten aus den Kirchenbänken heraus ihren Wunsch, auch die Stadt Bad Driburg möge bunt bleiben.

Die Bläserklasse der Gesamtschule.

Martin Rieckmann und die Bläserklasse der Gesamtschule übernahmen die musikalische Gestaltung.In seiner Ansprache rief Bürgermeister Burkhard Deppe vor allem angesichts des aktuellen Angriffs auf die Synagoge in Halle dazu auf, nationalistischen Tendenzen in unserer Gesellschaft entschieden entgegenzutreten und nicht zuzulassen, dass rechte Extremisten unsere demokratische, vielfältige, bunte Gesellschaft zerstören.Neben den zahlreichen Schülern und Lehrern der Bad Driburger Schulen nahmen auch interessierte Bürger sowie Vertreter der Kirchen und Ratsfraktionen an der Gedenkstunde teil.

Bürgermeister Burkhardt Deppe bei seiner Ansprache.