Leserbrief von Stefan Deppe zu neuen Sperrflächenmarkierungen in Bad Driburg
Wer in Bad Driburg durch die Innenstadt geht, entdeckt derzeit neue Markierungen rund um rot-weiße Sperrpfosten, unter anderem in der Hirschgasse und der Josef-Stock-Straße. Was eigentlich für mehr Ordnung und Sicherheit sorgen soll, wirft bei genauerem Hinsehen Fragen auf.



Die von der Stadt beauftragte Markierungsfirma hat Sperrflächen aufgetragen, deren Linien teilweise schief, asymmetrisch und ungleichmäßig verlaufen. An manchen Stellen reichen sie über Entwässerungsrinnen und sogar über Bereiche mit Unkrautbewuchs. Da stellt sich unweigerlich die Frage: Ist das der Qualitätsanspruch, den Bürger an Arbeiten im öffentlichen Raum erwarten dürfen?
Auf meine Beschwerde hin erklärte die Amtsleitung des Tief- und Umweltamts die krummen Linien zu bloßen „optischen Besonderheiten“. Einschlägige Richtlinien seien lediglich unverbindliche Richtwerte. Eine Nachbesserung werde zudem aus Gründen der „Nachhaltigkeit“ abgelehnt.
Nachhaltigkeit ist zweifellos wichtig. Doch kann es nachhaltig sein, eine aus Bürgersicht mangelhafte Arbeit einfach bestehen zu lassen? Wäre es nicht nachhaltiger, von Anfang an auf eine fachgerechte Ausführung zu achten, statt später über die Notwendigkeit einer Korrektur diskutieren zu müssen?
Noch schwerer wiegt für mich allerdings die Frage der Sicherheit. Bei einem Praxistest bei Regen zeigte sich, dass die uneben aufgetragene Kaltplastik spürbar rutschiger ist als das umliegende Pflaster. Wenn eine Maßnahme, die der Verkehrssicherheit dienen soll, bei Nässe möglicherweise selbst zur Rutschgefahr wird, betrifft das nicht mehr allein die Optik. Gerade Fußgänger, Kinder und ältere Menschen könnten davon betroffen sein.
Natürlich kann man über Geschmack streiten. Über die fachgerechte Ausführung öffentlicher Arbeiten und mögliche Gefahren für Passanten sollte man jedoch nicht einfach hinwegsehen. Ich erwarte deshalb, dass die Stadt die Markierungen nicht nur unter optischen Gesichtspunkten, sondern auch hinsichtlich ihrer Verkehrssicherheit überprüft und die Bedenken nachvollziehbar beantwortet.
Öffentliche Mittel sind Steuergelder. Die Bürger dürfen erwarten, dass damit sorgfältig umgegangen wird und beauftragte Arbeiten fachgerecht ausgeführt werden. Eine sachliche Kritik sollte dabei nicht als lästige Beschwerde betrachtet werden, sondern als Gelegenheit, mögliche Mängel zu erkennen und zu beheben.
Stefan Deppe
Hinweis der Redaktion: Bei diesem Leserbrief handelt es sich um die persönliche Meinung des Verfassers Stefan Deppe. Diese gibt nicht zwingend die Auffassung der Redaktion von Bad Driburg im Blick wieder. Die Veröffentlichung dient der Meinungsvielfalt und der sachlichen Diskussion über Maßnahmen im öffentlichen Raum.