Nach Jahren der Planung kommt überraschend die Kehrtwende. Konkrete Sanierungspläne, Kosten und Finanzierung liegen derzeit nicht vor
Alexander Bieseke
Bad Driburg. Die Zukunft der Driburg Therme ist wieder offen. Nach jahrelangen Planungen, Verhandlungen und der Suche nach einem externen Investor hat der Rat der Stadt Bad Driburg das bisherige Vergabeverfahren überraschend aufgehoben.
Das geht aus einer aktuellen Antwort der Stadtverwaltung auf eine Presseanfrage hervor.
Noch zuletzt war ein Konzept verfolgt worden, das eine umfassende Sanierung und Erweiterung der Driburg Therme sowie den Bau eines Hotels vorsah. Die Federführung sollte dabei ein externer Investor übernehmen. Der Stadtrat hatte die Verwaltung zuvor ausdrücklich damit beauftragt, entsprechende Verhandlungen zu führen.
Nun kommt die Kehrtwende.
„Das weitere Vorgehen wird nun geprüft“
In ihrer Stellungnahme erklärt die Stadt, dass es in den vergangenen Jahren verschiedene Überlegungen zur Erweiterung und Sanierung der Therme gegeben habe. Zuletzt habe ein Konzept dominiert, das den Umbau der Therme und den Anbau eines Hotels unter Federführung eines externen Investors vorsah.
Doch dieses Modell ist offenbar vorerst beendet.
«„In seiner letzten Sitzung hat der Stadtrat von Bad Driburg entschieden das Vergabeverfahren an externe Investoren aufzuheben. Das weitere Vorgehen wird nun geprüft.“»
Was genau zur Aufhebung des Verfahrens geführt hat, lässt die Stadt allerdings offen.
Viele Fragen bleiben unbeantwortet
Gerade vor dem Hintergrund der bisherigen Entwicklung ist die Entscheidung von erheblicher Bedeutung. Über Jahre wurde die Suche nach einem Investor als möglicher Weg präsentiert, die Therme langfristig zukunftsfähig zu machen und gleichzeitig die finanzielle Belastung für die Stadt zu reduzieren.
Bereits 2023 war mit interSPA ein möglicher Partner für das geplante Thermenhotel vorgestellt worden. Das damals angekündigte Gesamtprojekt hatte ein Volumen von mehr als 35 Millionen Euro. Auch über eine Erweiterung und Attraktivierung der Therme sowie öffentliche Fördermittel wurde berichtet.
Inzwischen ist von diesem konkreten Modell offenbar nichts mehr übrig – zumindest vorerst.
Unklar bleibt jedoch, was genau hinter der Entscheidung des Rates steht.
Warum wurde das Vergabeverfahren aufgehoben?
Hat sich die Stadt gegen das bisherige Investorenmodell entschieden? Sind die Verhandlungen mit dem vorgesehenen Investor gescheitert? Gab es unterschiedliche Vorstellungen über Finanzierung, Investitionsumfang oder Risikoaufteilung?
Die Antwort der Stadt gibt darauf keine Auskunft.
Was passiert mit den geplanten Investitionen?
Auch die Frage nach den konkreten Sanierungsmaßnahmen bleibt offen.
Auf die Anfrage, welche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen aktuell vorgesehen sind, nennt die Stadt keine Einzelheiten. Ebenso fehlen Angaben zu den voraussichtlichen Kosten und zur künftigen Finanzierung.
Damit ist derzeit nicht erkennbar, welches Konzept die Stadt nun verfolgt.
Soll die Therme weiterhin verkauft werden? Wird ein neues Investorenverfahren vorbereitet? Oder soll die Stadt die notwendigen Investitionen selbst übernehmen?
Auch die Zukunft des ursprünglich geplanten Thermenhotels ist unklar.
Vom Millionenprojekt zurück auf Anfang?
Die Entwicklung ist besonders bemerkenswert, weil die Driburg Therme seit Jahren Gegenstand politischer und öffentlicher Diskussionen ist. Der hohe finanzielle Aufwand für den Betrieb, notwendige Investitionen in die Zukunft der Einrichtung und die Suche nach einem tragfähigen Betreiber- beziehungsweise Eigentümermodell waren immer wieder Thema.
Mit der jetzigen Entscheidung beginnt die Diskussion praktisch erneut.
Die Stadt betont zwar, dass es zum Selbstverständnis eines modernen Gesundheits- und Tourismusstandortes gehöre, eine hochwertige Therme anbieten zu können. Wie dieses Ziel allerdings konkret erreicht werden soll, bleibt offen.
Fest steht bislang lediglich: Das bisherige Investorenverfahren ist beendet.
Wie es mit der Driburg Therme weitergeht, soll nun geprüft werden.
Für Bürgerinnen und Bürger sowie für den Rat dürfte damit vor allem eine Frage interessant sein:
Was kostet die Zukunft der Driburg Therme – und wer soll sie bezahlen?