LOSAGA: Eine Woche im Zeichen der Gesundheit

Doris Dietrich


Bad Driburg. Vom 24. bis 30. August stand Bad Driburg ganz im Zeichen der Gesundheit. Bei der LOSAGA-Gesundheitswoche gab es mehr als 100 Veranstaltungen – von Workshops, VHS-Angeboten, Wanderungen und Führungen über Vorträge bis hin zu Tagen der offenen Tür.


LOngevity (Langlebigkeit), SAnus (gesund) und GesundheitsAkademie“ verbindet damit die Themen eines möglichst langen, gesunden und aktiven Lebens. Auch die Redaktion von Bad Driburg im Blick war bei einigen Veranstaltungen dabei. Hier eine kleine Nachlese.

Teilnehmer sind interessiert an der Führung „Der Weg des Moores“ durch den Gräflichen Park mit Antje Kiewitt (Mitte) und Andrea Gründer (2. v. r.)

Interessante Einblicke bot eine Führung durch den Gräflichen Park mit Antje Kiewitt (Director Public Relations der UGOS) zum Thema „Der Weg des Moores“. Dabei ging es von der Mooranlage bis zur Anwendung in der Moorwanne im Gräflichen Gesundheitszentrum. Die Teilnehmenden erfuhren Wissenswertes über das Naturheilmittel Moor, seine Bedeutung für Bad Driburg und seinen Weg von der Gewinnung bis zur Anwendung im Heilbad.


In den Brunnenarkaden im Gräflichen Park fanden während der Gesundheitswoche täglich Vorträge zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen statt. Am Donnerstag sprach Denise Gruber, Leiterin des Staatsbad Orchesters Bad Oeynhausen, über „Musik bleibt Medizin“. Die diplomierte Konzertgeigerin aus der Schweiz leitet das Staatsbad Orchester seit 2018. Sechs Musikerinnen und Musiker spielen an fünf Tagen in der Woche vor ihrem Publikum, darunter viele Reha-Patientinnen und -Patienten. Beate Krämer, Geschäftsführerin der Bad Oeynhausen GmbH, freute sich über die Resonanz und verfolgte mit Interesse den Vortrag.


Im Mittelpunkt stand die wissenschaftlich untersuchte Bedeutung von Musik für Gesundheit und Genesung. Musik kann positive Auswirkungen auf Körper und Psyche haben und zunehmend auch therapeutisch eingesetzt werden.


Das Orchester gestaltet thematische Programme, beispielsweise zur Weihnachtszeit mit der Musik aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Auch junge Musikerinnen und Musiker nutzen die Auftritte im Kurorchester als Vorbereitung auf Wettbewerbe und sammeln dabei wertvolle Bühnenerfahrung.


Im Herbst soll ein Pilotprojekt starten, bei dem der Besuch eines Kurkonzerts gezielt als therapeutische Maßnahme eingesetzt wird. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sehr Musik die Genesung unterstützen kann.

Frédéric Letzner sprach in seinem Vortrag „Der Schweinehund im Kopf“ über die Psychologie unseres Gesundheitsverhaltens. (Titelbild)
 (v. l.) Beate Krämer, Denise Gruber und Andrea Gründer vor den Brunnenarkaden

Frédéric Letzner, studierter Ernährungswissenschaftler, Redner und Trainer für mentale Gesundheit sowie Ernährungs- und Gesundheitspsychologie, nahm sein Publikum mit auf eine unterhaltsame Reise durch die Psychologie unseres Gesundheitsverhaltens.

In seinem Vortrag „Der Schweinehund im Kopf – Warum wir so gerne unvernünftig sind“ ging es um eine Frage, die viele kennen: Wir wissen eigentlich, was uns guttut – und handeln trotzdem häufig anders. Warum fällt es so schwer, gute Vorsätze dauerhaft umzusetzen? Er zeigte anhand vieler anschaulicher Beispiele, welche Rolle Gewohnheiten, Emotionen, Stress und unsere alltäglichen Denkmuster dabei spielen.

Dabei sprach er auch über Selbstfürsorge, den Umgang mit Süßigkeiten und Essverhalten bis hin zu Essstörungen bei jungen Menschen. Seine Botschaft: Gesundheit lässt sich nicht allein über Regeln und gute Ratschläge steuern. Vielmehr kommt es darauf an, das eigene Verhalten zu verstehen und einen realistischen, entspannten Umgang mit sich selbst zu entwickeln.

Zum Schluss standen Begriffe im Mittelpunkt, die auch über den Vortrag hinaus nachwirken: Geduld, Genügsamkeit und Gelassenheit.

Am Samstag öffnete auch die Salzgrotte ihre Türen und lud zu kostenlosen Schnupperstunden ein. Rund 20 Minuten konnten Besucherinnen und Besucher die Atmosphäre und Wirkung einer Sitzung kennenlernen. Das Angebot wurde von vielen Bad Driburgern gerne angenommen.

Eine Besucherin aus der näheren Umgebung gehört bereits zu den regelmäßigen Gästen der Salzgrotte und nutzte die Gelegenheit gerne: „Ich bin öfter hier und habe das kostenfreie Angebot heute natürlich gerne genutzt.“

In der Salzgrotte befinden sich rund 20 Tonnen Salz und drei Salinen. Die salzhaltige Luft soll besonders wohltuend für die Atemwege und bei Hautproblemen sein und auch entzündungshemmend wirken. Inhaberin Marion Weber freute sich über die große Resonanz und die Möglichkeit, Interessierten einen Einblick in das Angebot zu geben.

Auch kulinarisch gab es etwas zu entdecken: Im Eingangsbereich der Salzgrotte konnten die Gäste Brot und Butter mit verschiedenen Salzsorten probieren und dabei Wissenswertes über die unterschiedlichen Salze erfahren.

Inhaberin Marion Weber freut sich über die zahlreichen Besucherinnen und Besucher in der Salzgrotte.
Mareike Gutsche (links) und Marion Tegtmeyer betreuten den Stand mit liebevoll gefertigten Bastelarbeiten, Waffeln und Kaffee.
Annette Wagemeyer nimmt sich Zeit für Gespräche.

Vor der Salzgrotte betreuten Mareike Gutsche und Marion Tegtmeyer einen liebevoll gestalteten Stand mit selbst gefertigten Bastelarbeiten, Waffeln und Kaffee. Der Erlös kommt dem ambulanten Kinderhospizdienst Paderborn/Höxter zugute. Die Bastelarbeiten können auch regulär in der Salzgrotte erworben werden.

An den Brunnenarkaden betreute Annette Wagemeyer, Rehaklinik-Seelsorgerin des Pastoralverbunds Bad Driburg, einen Gesprächs- und Informationsstand zum Thema „Was macht Menschsein in Krankheit aus?“.

Rund 20 Interessierte suchten im Laufe des Samstags den Stand auf, um ins Gespräch zu kommen, Gedanken auszutauschen oder einfach zuzuhören. Dabei ging es um persönliche Erfahrungen, Gefühle und die Frage, was Menschen gerade in Zeiten von Krankheit Halt und Zuversicht geben kann. Eine kreative Möglichkeit des Austauschs bot das Bemalen kleiner Steine. Darauf konnten die Besucherinnen und Besucher ein Wort festhalten, das für sie persönlich mit Menschsein und Krankheit verbunden ist. Auch kleine Holzrechtecke konnten die Besucher mitnehmen. Darauf stand die Botschaft „Würde unantastbar“ – ein einfacher, aber eindringlicher Impuls zum Nachdenken.

Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Die LOSAGA-Gesundheitswoche hat eindrucksvoll gezeigt, wie viele Wege zu einem gesunden und erfüllten Leben führen können – durch Bewegung und Natur, durch Musik und Begegnung, durch Wissen, Selbstfürsorge und manchmal auch durch einen Moment des Innehaltens.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieser Woche: Gesundheit beginnt nicht erst beim Arzt, sondern mitten im Alltag – und jeder kann ein kleines Stück dazu beitragen.




 

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