Alexander Bieseke
Bad Driburg. Die geplante Weiterentwicklung der Driburg Therme und eine mögliche Zusammenarbeit mit dem privaten Betreiber InterSPA sorgen weiterhin für politische Diskussionen. Während von Seiten der Stadt in einer Modernisierung und Erweiterung der Therme Chancen für steigende Besucherzahlen und eine Stärkung des Kurstandorts gesehen werden, fordert die ÖDP Bad Driburg mehr Transparenz hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen und vertraglichen Rahmenbedingungen.
Nach Angaben der Stadt gilt Inter SPA als erfahrener Betreiber von Freizeit- und Thermalbädern. Mit einer Aufwertung des Angebots werde eine höhere Auslastung erwartet, perspektivisch auch eine Entlastung des städtischen Haushalts. Die ÖDP verweist dagegen auf die bisherige finanzielle Entwicklung der Therme. Seit ihrer Errichtung habe sie ein jährliches Defizit von über einer Million Euro verursacht. In den vergangenen Jahren sei es dem aktuellen Management gelungen, dieses Defizit zu verringern und zugleich die Besucherzahlen zu steigern, so die ÖDP.
Um sich ein Bild von der Zusammenarbeit mit InterSPA in anderen Kommunen zu machen, besuchten Mitglieder des Wirtschaftsförderungsausschusses, weitere Ratsvertreter sowie Vertreter der Verwaltung aus Bad Driburg im Rahmen einer Informationsfahrt ein von InterSPA betriebenes Bad in der Hansestadt Wismar. Dort fand auch ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister statt.
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Notbetrieb & Schulden: Die Schulden entstanden primär durch die Aufrechterhaltung eines Notbetriebs des Wonnemars von Dezember 2020 bis Februar 2021, als das Bad wegen der Corona-Pandemie eigentlich geschlossen war. Zudem ging es um die Rückzahlung von Nutzungsentgelten für Schul- und Vereinsschwimmen.
Vergleich: Im Dezember 2022 wurde der langwierige Rechtsstreit durch einen Vergleich beigelegt. Die Hansestadt Wismar galt dabei als „klarer Punktsieger“.
Insolvenzverfahren: Die Sanierung der interSPA-Gruppe wurde im Jahr 2021 in ein Regelinsolvenzverfahren überführt.
Auf eine schriftliche Anfrage unseter Redaktion teilte der Pressesprecher der Stadt Wismar mit, dass Rechtsstreitigkeiten mit dem Betreiber der Öffentlich bekannt seien. Die Stadt Wismar zahle derzeit jährlich rund 1,3 Millionen Euro als vertraglich vereinbarten Sockelbetrag für das Schul- und Vereinsschwimmen und betreibe dafür kein eigenes kommunales Bad.
Die ÖDP sieht weiterhin Klärungsbedarf, unter anderem hinsichtlich der konkreten Investitionspläne, möglicher Eigenanteile bei staatlichen Fördermitteln, der künftigen finanziellen Verpflichtungen der Stadt sowie möglicher Alternativszenarien für den Fall, dass eine Zusammenarbeit nicht zustande kommt. Die Partei fordert eine umfassende Information der Ratsmitglieder und der Öffentlichkeit vor einer endgültigen Entscheidung über die zukünftige Ausrichtung der Driburg Therme.