Deutschland-Ticket-kündigung im Hochstift: Die Hintergründe und was Fahrgäste jetzt wissen müssen

Alexander Bieseke


Kritik der Grünen und Gegendarstellung von „fahr-mit“

Die Kreistagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Kreis Höxter um Martina Denkner übt deutliche Kritik an dem Vorgehen. Die Partei hatte nach eigenen Angaben bereits im vergangenen Jahr im Kreistag vor Qualitätseinbußen durch die Neuorganisation gewarnt. Nach Ansicht der Grünen sei das Kündigungsschreiben unpersönlich verfasst worden. Zudem wird bemängelt, dass durch den Wechsel zu Anbietern wie „hochstift bewegt“ die gewohnte Chipkarte im Portemonnaie oft entfalle und stattdessen rein digitale Ticketversionen auf dem Smartphone vorausgesetzt werden.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion stellte Agata Psiuk, Pressesprecherin bei „fahr-mit“, klar, dass es sich keineswegs um ein völlig unpersönliches Anschreiben gehandelt habe. Auf den Schreiben seien eine zentrale Kontakt-E-Mail-Adresse sowie eine Telefonnummer angegeben, über die das Serviceteam durchgehend erreichbar sei.

Psiuk betonte zudem, dass „fahr-mit“ kein eigener Tarifverbund sei, sondern als Dienstleister für die Verkehrsbetriebe agiere. Da die Betriebe die Aboverwaltung künftig wieder in Eigenregie übernehmen, sei die Kündigung der bestehenden Verträge rechtlich geworden.

Das wird Fahrgästen jetzt empfohlen

Um Nachteile für Passagiere – insbesondere ohne Smartphone oder mit einer Bevorzugung der Plastik-Chipkarte – zu vermeiden, raten sowohl die Grünen als auch „fahr-mit“ zur genauen Prüfung der Alternativen:

  • Angebote vergleichen: Die Kündigungsschreiben enthalten auf der Rückseite konkrete Empfehlungen für alternative Anbieter.
  • Chipkarte weiterhin erhältlich: Nicht alle neuen Dienstleister setzen rein auf Smartphone-Apps. So bietet beispielsweise der PaderSprinter weiterhin sowohl die klassische Chipkarte als auch das Online-Ticket an.
  • Freie Anbieterwahl: Fahrgäste sind nicht an regionale Anbieter gebunden, sondern können ihr Deutschlandticket bei jedem bundesweiten Aussteller buchen. Allerdings verbleiben die Einnahmen bei der Wahl eines regionalen Anbieters direkt im lokalen Verkehrsnetz.
  • App-Hinweis: Die bisherige „fahr-mit“-App wird nicht mehr aktualisiert. Für Fahrplanauskünfte und Ticketbuchungen wird empfohlen, auf Alternativen wie die App des PaderSprinters, des WestfalenTarifs/NWL oder die DB-Navigator-App umzusteigen.

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