Fraktion sieht Risiken für Radverkehr und Verkehrsfluss – Schreiben an die Straßenverkehrsbehörde
Alexander Bieseke
Bad Driburg. Der geplante Kreisverkehr an der Kreuzung Pyrmonter Straße/Konrad-Adenauer-Ring bleibt umstritten. Die AfD-Fraktion im Rat der Stadt Bad Driburg fordert, die beschlossene Planung vor Beginn der Bauarbeiten noch einmal hinsichtlich Verkehrssicherheit und Praktikabilität zu überprüfen. In einem Schreiben vom 1. Oktober 2026 an den Leiter der Straßenverkehrsbehörde des Kreises Höxter bittet sie darum, die Stadt gegebenenfalls auf Änderungsmöglichkeiten hinzuweisen.
Der Stadtrat hatte am 28. September den umfangreichen Umbau des Konrad-Adenauer-Rings beschlossen. Die Gesamtbaukosten werden auf rund 5,9 Millionen Euro geschätzt. Der Baubeginn ist für März 2027 vorgesehen, die Bauzeit soll etwa zwei Jahre betragen.
Kritik an der Führung des Radverkehrs
Im Mittelpunkt der AfD-Kritik steht die geplante Kombination aus Kreisverkehr, Fußgängerüberwegen und einem baulich getrennten, bevorrechtigten Radweg. Nach Auffassung der Fraktion könnten die beengten Platzverhältnisse und die aus ihrer Sicht komplizierte Verkehrsführung zu Konflikten zwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern führen.
Die Fraktion befürchtet außerdem, dass die Vielzahl der zu beachtenden Verkehrssituationen den Verkehrsfluss insbesondere zu Stoßzeiten beeinträchtigen könnte. Auch mögliche Rückstaus in den Kreisverkehr sowie Gefahren beim Ausfahren größerer Fahrzeuge, insbesondere von Lastwagen, werden angesprochen.
Als Alternative schlägt die AfD eine Führung des Radverkehrs im Mischverkehr vor. Radfahrer würden dabei gemeinsam mit den Kraftfahrzeugen auf der Kreisfahrbahn fahren, statt den Kreisverkehr auf einem umlaufenden Radweg zu umfahren. Diese Variante hält die Fraktion für übersichtlicher. Sie verweist dabei auf den bestehenden Kreisverkehr an der Dringenberger Straße in der Südstadt.
Was sagen Untersuchungen zur Sicherheit?
Die von der AfD angeführten Bedenken lassen sich teilweise mit veröffentlichten Untersuchungen zur Gestaltung von Kreisverkehren in Verbindung bringen. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) untersuchte 2017 die Sicherheit umlaufender Radwege an Kreisverkehren. Dabei erwiesen sich Radwege mit Vorrang für Radfahrer an den Querungsstellen als besonders unfallträchtig.
Die Ergebnisse bedeuten allerdings nicht, dass der geplante Kreisverkehr in Bad Driburg zwangsläufig unsicher ist. Für eine belastbare Bewertung müssen die konkreten örtlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden. Dazu gehören unter anderem die Sichtbeziehungen, die Dimensionierung, die Verkehrsbelastung und die genaue Ausgestaltung der Querungsstellen.
Entscheidend ist daher, ob die Erkenntnisse aus den Untersuchungen auf die konkrete Planung übertragbar sind. Eine pauschale Bewertung allein anhand der vorgesehenen Bauform wäre nicht ausreichend.
Wie geht es weiter?
Ob die Straßenverkehrsbehörde die Einwände der AfD aufgreift und eine erneute Prüfung veranlasst, geht aus dem vorliegenden Schreiben nicht hervor. Eine Stellungnahme der Behörde oder eine Entscheidung über eine mögliche Planänderung liegt der Redaktion bislang nicht vor.
Damit bleibt die Frage offen, ob die beschlossene Verkehrsführung unter den örtlichen Bedingungen die geeignete Lösung ist oder ob Alternativen Sicherheit und Verkehrsfluss besser miteinander verbinden könnten.
Bad Driburg im Blick wird die weitere Entwicklung verfolgen.
Quellen und weiterführende Informationen:
- Pressemitteilung der AfD-Fraktion Bad Driburg vom 1. Oktober 2026
- Stadt Bad Driburg: Ausführungsplanung zum Konrad-Adenauer-Ring
- Stadt Bad Driburg: Beschlussvorlage im Ratsinformationssystem
- Mobilitätsforum Bund: Informationen zur Sicherheit von Kreisverkehren und Radverkehr
- Das Fahrradblog: Wie riskant sind Kreisverkehre für Radfahrende?
Hinweis: Die im Artikel wiedergegebenen Sicherheitsbedenken und Prognosen sind Positionen der AfD-Fraktion. Eine unabhängige Prüfung der konkreten Planung durch die Straßenverkehrsbehörde ist der Redaktion bislang nicht bekannt.