Gemeinsam Haltung zeigen
Auszeichnung ist zugleich Auftrag: Schulgemeinschaft setzt Zeichen für Respekt, Vielfalt und ein diskriminierungsfreies Miteinander
Alexander Bieseke
Bad Driburg. Das Gymnasium St. Xaver trägt jetzt den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Mit der Aufnahme in das bundesweite Netzwerk verbindet die Schulgemeinschaft ein klares Bekenntnis zu Respekt, Offenheit und einem entschiedenen Eintreten gegen Rassismus und Diskriminierung. Bei einer feierlichen Veranstaltung wurde deutlich: Die Auszeichnung ist nicht nur Anerkennung, sondern auch Verpflichtung für die Zukunft, so Raphael Fecke vom Gymnasium in seiner Pressemitteilung.
Rassismus beginnt nicht erst bei offenen Anfeindungen
Schulleiter Antonio Burgos machte in seiner Ansprache deutlich, dass Diskriminierung nicht immer offensichtlich sei. Gerade unterschwellige Formen von Rassismus im Alltag erforderten Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, nicht wegzusehen. Es gehe darum, entsprechende Situationen zu erkennen und Haltung zu zeigen. Die Auszeichnung verstehe sich deshalb als Auftrag an die gesamte Schulgemeinschaft.
Auch Schülersprecher Noam Hühne hob die gemeinsame Entscheidung der Schülerschaft hervor. Dass sich die Schülerinnen und Schüler geschlossen für dieses Anliegen eingesetzt hätten, sei ein starkes Zeichen. Damit verbinde sich der Anspruch, auch künftig Verantwortung zu übernehmen und ein offenes, respektvolles Zusammenleben zu fördern.
Menschenwürde kennt keine Grenzen


Weihbischof Matthias König richtete den Blick auf die Situation von Geflüchteten. Viele Menschen müssten auf ihrer Flucht extreme Belastungen ertragen. Zugleich könnten sie die Gesellschaft bereichern und übernähmen wichtige Aufgaben, etwa im Gesundheitswesen.
Die Aufnahme von Migranten sei ein anspruchsvoller Prozess, der Offenheit auf beiden Seiten voraussetze. Entscheidend sei die Sensibilität dafür, wo Menschen ihre Würde genommen werde. Schulen könnten dazu beitragen, ein Bewusstsein für die Gleichwertigkeit aller Menschen zu schaffen. Niemand dürfe sich über andere stellen, betonte König.
Ein Netzwerk, das zum Mitmachen ermutigt
Per Hüsges, Ansprechpartner des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, verwies auf die große Zahl der Schulen, die sich der Initiative inzwischen angeschlossen haben. Die Gemeinschaft biete die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen. Schulen könnten so gesellschaftliche Entwicklungen aktiv mitgestalten und sich für ein gelingendes Zusammenleben einsetzen.

Dass Haltung nicht allein durch Worte sichtbar wird, zeigte auch die musikalische Gestaltung der Feier. Der vokalpraktische Kurs der Jahrgangsstufe 13 begleitete die Veranstaltung unter der Leitung von Frank Kieseheuer mit zwei bekannten Songs.
Mit „Man in the Mirror“ von Michael Jackson stand die Bereitschaft zur Veränderung bei jedem Einzelnen im Mittelpunkt. „You’re the Voice“ von John Farnham erinnerte daran, dass jeder Mensch eine Stimme hat und sie gegen Hass und Diskriminierung einsetzen kann.
Die Botschaft des Tages: Ein respektvolles Miteinander entsteht nicht allein durch Auszeichnungen und Absichtserklärungen. Es zeigt sich vor allem im Alltag – darin, wie Menschen einander begegnen, ob sie Ausgrenzung widersprechen und ob sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Für das Gymnasium St. Xaver ist die Aufnahme in das Netzwerk deshalb nicht das Ende eines Weges, sondern ein gemeinsamer Auftrag, den es jeden Tag neu mit Leben zu füllen gilt.
Titelbild: Als sichtbares Zeichen für die Aufnahme in das Netzwerk wurde das Emblem „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ überreicht – sehr zur Freude aller Verantwortlichen für diese Initiative.