Vom Sanatorium zur modernen Reha-Klinik
Sechs Jahrzehnte Rehabilitation in Bad Driburg: Seit 1966 hat sich die Klinik Rosenberg medizinisch und baulich weiterentwickelt. Weitere Investitionen sind geplant.
Alexander Bieseke
Bad Driburg. Die Klinik Rosenberg blickt auf sechs Jahrzehnte Geschichte zurück. Am 12. Oktober 1966 wurde die Klinik offiziell fertiggestellt. Was als Sanatorium mit 164 Betten begann, ist heute eine Rehabilitationsklinik mit 199 Betten und den medizinischen Schwerpunkten Gastroenterologie, Diabetologie und Psychosomatik.
Die Anfänge reichen bis in die 1950er-Jahre zurück
Der Weg zur Klinik begann bereits 1958. Damals beschlossen die Selbstverwaltungsorgane der Deutschen Rentenversicherung Westfalen den Bau eines eigenen Sanatoriums in Bad Driburg. Der Schwerpunkt sollte zunächst auf der Behandlung von Erkrankungen der Verdauungs- und Stoffwechselorgane liegen.
Ein Jahr später wurde das rund 44.000 Quadratmeter große Grundstück am Rosenberg von der Familie Graf von Oeynhausen-Sierstorpff erworben. Nach den Plänen des Münsteraner Architekten Prof. Dipl.-Ing. Harald Deilmann entstand dort die neue Einrichtung.

Im September 1966 wurden die ersten Patienten aufgenommen. Die offizielle Fertigstellungsfeier folgte am 12. Oktober desselben Jahres.
Medizinische Ansätze mit langfristiger Bedeutung
Schon bei der Planung des damaligen Sanatoriums wurde Wert auf eine zeitgemäße medizinische Ausstattung gelegt. Dazu gehörten diagnostische Angebote sowie Einrichtungen für Hydro- und Balneotherapie, Krankengymnastik und verschiedene physikalische Behandlungen.
Auch Ernährung, Gesundheitsaufklärung und psychosomatische Aspekte spielten bereits eine Rolle. Der ganzheitliche Blick auf den Menschen, der heute ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation ist, war somit schon in den frühen Konzepten angelegt.
In den vergangenen sechs Jahrzehnten wurden die medizinischen und therapeutischen Angebote kontinuierlich weiterentwickelt und an neue Anforderungen angepasst.
Rehabilitation soll die Rückkehr in den Alltag erleichtern
Heute geht es in der Rehabilitation nicht allein darum, gesundheitliche Beschwerden zu behandeln. Ziel ist es auch, die Selbstständigkeit zu stärken und die Rückkehr in den Alltag sowie – sofern möglich – in das Berufsleben zu unterstützen.
Dazu setzt die Klinik nach eigenen Angaben unter anderem auf Konzepte wie die Medizinisch-Beruflich-Orientierte Rehabilitation (MBOR), die Verhaltens-Orientierte Rehabilitation (VOR) und die Duale Rehabilitation.
Die Klinikleitung betont, dass trotz aller Veränderungen die medizinische Qualität und die menschliche Zuwendung im Mittelpunkt stehen sollen.
Weitere Investitionen am Standort geplant
Das Jubiläum ist für die Klinik nicht nur Anlass, auf ihre Geschichte zurückzublicken. Für die kommenden Jahre sind weitere Investitionen in die bauliche, therapeutische und technische Infrastruktur vorgesehen.
Geplant sind unter anderem eine Weiterentwicklung der Therapie- und Bewegungsangebote, die Modernisierung der Sport- und Therapiebereiche sowie eine bessere Anbindung von Patientenzimmern an das Hauptgebäude. Damit sollen die Bedingungen für die Patienten weiter verbessert werden.
Auch energetische und technische Modernisierungen sind vorgesehen. Sie sollen dazu beitragen, den Standort langfristig zukunftsfähig aufzustellen.
Sechs Jahrzehnte im Wandel


Foto: LVA Münster 1966 – (digital bearbeitet: BDiB)

Foto: LVA Münster 1966 – (digital bearbeitet: BDiB)

Foto: LVA Münster 1966 – (digital bearbeitet: BDiB)

Foto: LVA Münster 1966 – (digital bearbeitet: BDiB)

Foto: LVA Münster 1966 – (digital bearbeitet: BDiB)

Foto: LVA Münster 1966 – (digital bearbeitet: BDiB)

Foto: LVA Münster 1966 – (digital bearbeitet: BDiB)
Zum 60-jährigen Bestehen würdigt die Klinik insbesondere das Engagement ihrer Mitarbeiter sowie das Vertrauen der Patientinnen und Patienten. Geplant sind verschiedene Veranstaltungen und Aktivitäten, bei denen Beschäftigte, ehemalige Mitarbeiter, Patienten, Kooperationspartner und weitere Gäste gemeinsam auf die Geschichte der Einrichtung zurückblicken sollen.
Aus dem Sanatorium des Jahres 1966 ist eine moderne Rehabilitationsklinik geworden. Die kommenden Investitionen zeigen, dass die Entwicklung am Rosenberg weitergehen soll.
60 Jahre Klinik Rosenberg – Erfahrung, die Vertrauen schaffen soll.
Titelbild: Haupteingang des Sanatoriums. Rechts das Verwaltungsgebäude; im 1. Stock befindet sich der Speisesaal mit der gefalteten Decke.
Infobox
60 Jahre Klinik Rosenberg: Von den Anfängen bis zur modernen Rehabilitation
Als am 12. Oktober 1966 das Sanatorium Rosenberg in Bad Driburg feierlich eröffnet wurde, stand dahinter eine klare Idee: Menschen mit Erkrankungen der Verdauungs- und Stoffwechselorgane sollten eine gezielte medizinische Behandlung und die Möglichkeit zur Erholung erhalten. Was heute selbstverständlich erscheint, war das Ergebnis mehrjähriger Planung, umfangreicher Bauarbeiten und einer bewussten Entscheidung für den Ausbau der Rehabilitation.
Die Wurzeln des Projekts reichen bis ins Jahr 1958 zurück. Damals beschlossen die Selbstverwaltungsorgane der Landesversicherungsanstalt Westfalen, für Versicherte mit entsprechenden Erkrankungen eine eigene Einrichtung in Bad Driburg zu schaffen. In bestehenden Kliniken fehlten geeignete Behandlungsplätze, insbesondere für schwerere und länger andauernde Krankheitsverläufe. Bad Driburg bot mit seinen Heilquellen, den klimatischen Bedingungen und seiner langen Tradition als Kurort gute Voraussetzungen für das Vorhaben.
Nach mehreren Planungsschritten und der Entscheidung für den Standort Rosenberg begannen die Bauarbeiten. Im Frühjahr 1963 wurde die Baugenehmigung erteilt. Das Richtfest folgte am 2. Juli 1965. Rund ein Jahr später, am 1. September 1966, kamen die ersten Patienten in das neue Sanatorium. Es bot Platz für 164 Patienten. Die Baukosten einschließlich der Inneneinrichtung beliefen sich auf rund 10,5 Millionen D-Mark.
Die feierliche Eröffnung am 12. Oktober 1966 war ein bedeutendes Ereignis für Bad Driburg und die Region. Vertreter aus Politik, Verwaltung, Sozialversicherung und Gesundheitswesen kamen zusammen, um die neue Einrichtung offiziell ihrer Bestimmung zu übergeben. Im Mittelpunkt standen dabei nicht allein das Gebäude und seine moderne Ausstattung, sondern vor allem die Menschen, die hier medizinische Hilfe erhalten sollten.
Schon bei der Eröffnung zeigte sich, welchen Stellenwert eine umfassende Behandlung hatte. Neben diagnostischen Untersuchungen und medizinischen Therapien gehörten auch Bewegungsangebote, physikalische Anwendungen und die persönliche Betreuung zum Konzept. Die damaligen Verantwortlichen betonten, dass Rehabilitation mehr sein sollte als die Behandlung einzelner Symptome: Ziel war es, die Gesundheit zu stärken und den Menschen als Ganzes in den Blick zu nehmen.
Sechs Jahrzehnte später ist die Klinik Rosenberg Teil einer Gesundheitslandschaft, die sich grundlegend verändert hat. Medizinische Erkenntnisse, Behandlungsmethoden und die Anforderungen an Rehabilitation haben sich weiterentwickelt. Das 60-jährige Jubiläum lädt deshalb nicht nur zu einem Rückblick auf die Anfänge ein, sondern auch zu der Frage, wie sich die Klinik im Laufe der Zeit verändert hat und welche Bedeutung sie heute für ihre Patienten und den Gesundheitsstandort Bad Driburg besitzt.
