Akku-Züge könnten Bad Driburg erreichen

Ausschreibung in Niedersachsen läuft noch

Alexander Bieseke

Bad Driburg / Kreis Höxter. Der Bahnverkehr in Bad Driburg könnte sich in den kommenden Jahren deutlich verändern. Bis 2029/2030 könnten auf der Eggebahn (RB 84) zwischen Paderborn, Bad Driburg und Höxter moderne Akku-Züge eingesetzt werden. Damit würde der bisherige Dieselbetrieb auf der Strecke schrittweise ersetzt werden.

Die Entwicklung ist Teil eines umfassenderen Modernisierungsprozesses im regionalen Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Während NRW eine stärkere Elektrifizierung des Schienenverkehrs vorantreibt und bereits 61 solcher Fahrzeuge für das nördliche Westfalen bestellt hat, liegt die konkrete Fahrzeugbeschaffung für die grenzüberschreitende Strecke derzeit maßgeblich bei Niedersachsen. Dort laufe die Ausschreibung für neue Akku-Züge weiterhin.

Für Bad Driburg könnte sich durch die geplante Umstellung eine spürbare Veränderung ergeben, da der Bahnhof als wichtiger Halt auf der Verbindung Paderborn–Kreiensen gilt. Die künftigen Batterie-Triebzüge (BEMU) würden dort voraussichtlich regelmäßig verkehren und die Region stärker an die Oberzentren anbinden.

Die neuen Fahrzeuge sollen sowohl unter Oberleitung als auch im Batteriebetrieb fahren können. Dadurch wäre kein durchgehender Ausbau der Strecke mit Fahrdrähten erforderlich. Einzelne Abschnitte könnten jedoch elektrifiziert werden, um die Züge während der Fahrt aufzuladen.

Das Land Nordrhein-Westfalen verfolge laut Umwelt- und Verkehrsministerium weiterhin das Ziel, den Bahnverkehr klimafreundlicher zu gestalten und den Dieselbetrieb im Regionalverkehr schrittweise zurückzudrängen. In einer aktuellen Mitteilung werde betont, dass die Elektrifizierung der Schiene ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz sei. Elektrische Züge würden als leiser, effizienter und emissionsärmer gelten als dieselbetriebene Fahrzeuge.

Da eine vollständige Elektrifizierung vieler Nebenstrecken als kostenintensiv gelten könne, werde zunehmend auf eine Kombination aus Teil-Oberleitungen und Akku-Technologie gesetzt.

Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung könnte Niedersachsen übernehmen. Über die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) werde derzeit die Ausschreibung für neue Batterie-Triebzüge durchgeführt. Da die Eggebahn über Landesgrenzen hinweg verläuft und der größere Streckenanteil in Niedersachsen liege, gelte die LNVG als federführend für die Fahrzeugbeschaffung. Das Vergabeverfahren sei nach aktuellem Stand noch nicht abgeschlossen, mehrere Anbieter würden sich beteiligen. Ob es am Ende die gleichen Fahrzeuge, wie due in NRW zum Einsatz kommen, sind, bleibt offen.

“Bis 2029 ist die teilweise Elektrifizierung von Langeland–Höxter-Ottbergen vorgesehen”

Oliver Krischer Verkehrsminister


Geplant sei auf jeden Fall die Beschaffung moderner Akku-Züge, die ohne durchgehende Oberleitung auskommen und sich auf elektrifizierten Abschnitten während der Fahrt aufladen könnten.

Für Bad Driburg könnten sich vor allem im täglichen Bahnverkehr Veränderungen ergeben. Die neuen Züge würden vermutlich leiser sein als die bisherigen Dieseltriebwagen und keine lokalen Abgase mehr im Bahnhof verursachen. Zudem könnten sie durch bessere Beschleunigung und moderne Technik dazu beitragen, Verspätungen schneller auszugleichen und den Fahrplan stabiler zu gestalten. Langfristig werde zudem darüber diskutiert, ob sich das Angebot verdichten lasse. Im Raum stehe unter anderem die Möglichkeit eines dichteren Taktes im Berufsverkehr in Richtung Paderborn und Holzminden, abhängig von Infrastruktur und Betriebskonzept.

Die mögliche Einführung der Akku-Züge werde als Teil eines bundesweiten Trends gesehen. Ziel sei es, Dieseltriebzüge im Regionalverkehr zu ersetzen, ohne jede Strecke vollständig elektrifizieren zu müssen. Akkuzüge würden dabei als Übergangstechnologie gelten, die eine schnellere Umstellung auf klimafreundlichen Schienenverkehr ermöglichen könne. Während der Ausbau von Oberleitungen vielerorts Jahrzehnte dauern könne, könnten Batterie-Züge schneller in den Regelbetrieb übergehen.

Für Bad Driburg könnte die Entwicklung damit eine schrittweise Modernisierung des Bahnverkehrs bedeuten, ohne dass die bestehende Infrastruktur grundlegend verändert würde. Entscheidend wäre dabei das Zusammenspiel zweier Bundesländer: Nordrhein-Westfalen setze politische und klimapolitische Rahmenbedingungen, während Niedersachsen als federführender Auftraggeber die Ausschreibung für die neuen Akku-Züge durchführe. Insgesamt könnte die Eggebahn damit Teil eines langfristigen Transformationsprozesses werden – hin zu einem leiseren, emissionsärmeren und technisch moderneren Regionalverkehr.

Titelbild: KI generiert. Solche Züge, hier von Rock Rail und Siemens könnten künftig in Bad Driburg Station machen.

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