Verkehrsversuch soll Grundschüler besser schützen – 30 minütige Vollsperrung werktags
Alexander Bieseke
Bad Driburg. Nach einem Antrag der CDU-Fraktion vom 28. Februar 2024 hat der Ausschuss für Bau, Straßen, Umwelt und Klimaschutz nun die Einrichtung sogenannter „Schulstraßen“ als einjährigen Verkehrsversuch beschlossen.
Betroffen sind die Jahnstraße sowie die Straße „Am Aliserbett“ im Umfeld der Grundschule unter der Iburg. Ab den Osterferien 2026 bis zum Beginn der Sommerferien 2027 sollen diese Straßen montags bis freitags jeweils von 7:30 Uhr bis 8:00 Uhr für den regulären Kfz-Verkehr gesperrt werden.

Bild: Kevin Brand

Bild: Kevin Brand
Elterntaxis als Sicherheitsrisiko
Auslöser für die Maßnahme war ein Ortstermin am 22. Januar 2026 mit Vertreterinnen und Vertretern der Straßenverkehrsbehörde, der Kreispolizei und der Verwaltung. In der morgendlichen Bringzeit zeigte sich deutlich das hohe Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Park- und Wendemanöver sowie Rangiervorgänge führten zu teils gefährlichen Situationen – insbesondere für Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen.
Alle Beteiligten waren sich einig: Kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit sind erforderlich.
Verkehrsversuch nach StVO
Die Einrichtung erfolgt auf Grundlage der Erprobungsklausel nach § 45 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Ziel ist es, praktische Erfahrungen zu sammeln und die Auswirkungen auf Verkehr und Umfeld zu evaluieren.
Anwohnerinnen und Anwohner erhalten Ausnahmegenehmigungen, sodass ihre Grundstücke weiterhin erreichbar bleiben. Auch für Schulbedienstete, Mitarbeitende der Jugendherberge sowie der Kindertagesstätten wird die Zufahrt gewährleistet.
Elternhaltestellen und Hol- & Bringzonen
Im Umfeld der Schule bestehen bereits mehrere ausgewiesene „Elternhaltestellen“. Zusätzlich werden weitere Hol- und Bringzonen geprüft. Die Schulleitung soll gemeinsam mit der Stadt umfassend über den Verkehrsversuch informieren und Eltern gezielt auf alternative Bringmöglichkeiten hinweisen.
Langfristig wird weiterhin appelliert, dass Kinder – wenn möglich – ihren Schulweg eigenständig zurücklegen.
Weitere Schulen im Blick
Neben der Kernstadt wurde auch die Situation an den Grundschulen in Pömbsen, Dringenberg und Neuenheerse thematisiert. Ob dort vergleichbare Maßnahmen erforderlich sind, soll geprüft werden.
Entscheidung 2027
Über die Erfahrungen aus dem einjährigen Verkehrsversuch soll zu Beginn des zweiten Quartals 2027 berichtet werden. Anschließend wird entschieden, ob die „Schulstraßen“ dauerhaft eingerichtet werden – rechtzeitig zum Schuljahresbeginn 2027/28.
Mit dem Schritt reagiert die Stadt auf konkrete Gefährdungslagen und setzt ein deutliches Zeichen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr – insbesondere für die jüngsten Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer.