Scharbockskraut – früher Wildsalat, Heilkraut oder giftiges Unkraut?

Scharbockskraut
Scharbockskraut - Früher Wildsalat oder giftiges Unkraut?

Scharbockskraut – früher Wildsalat, Heilkraut oder giftiges Unkraut? Seine Blüte ist das erste Gelb, das uns im Frühjahr in der Natur zahlreich entgegen leuchtet. Sie finden es jetzt im eignen Garten unter der Hecke oder beim Spaziergang durch unsere grünenden Auen. Wo es genügend Feuchtigkeit findet, dort zählt das Scharbockskraut zu den ersten Frühlingsboten.

Ein altes Heilkraut gegen Skrobut

Seinen Namen leitet das Scharbokskraut von veralteten Namen Scharbock für Skorbut ab. Dagegen wurde es als wirksames Heilkraut eingesetzt. Nach den vitaminarmen Speisen des Winters waren seine jungen grünen Blätter schon im zeitigen Frühjahr eine reichhaltige Quelle für Vitamin C.

Liebhaber schätzen das Scharbockskraut auch heute noch als einen frühen Wildsalat von nussigem, etwas scharfen Geschmack. Als Hahnenfußgewächs enthält es jedoch in allen Pflanzenteilen das giftige Protoanemonin. Die jungen Blätter gelten als unbedenklich. Wie Paracelsus formulierte, macht erst die Dosis das Gift. Wegen des Giftes können wir dennoch keine Verzehrfreigabe aussprechen. Es gibt heute genügend andere Quellen für Vitamin C.

Im Mai ist schon wieder alles vorbei

Während die einen Gärtner das Scharbockskraut als Frühlingsblume für fechte, saure Böden anpflanzen, fällt der eifrige Bodendecker anderen Gärtnern zur Last. Er fällt allerdings nur denen zur Last, die überhaupt vor Mai intensiv mit dem Betrieb des Gartens beginnen.

Die anderen bemerken es kaum. Wenn sich die Laubbäume und Hecken begrünen, dann wird das Scharbockskraut in ihrem Schatten schon wieder welk und beendet seine Saison. Es überdauert Sommer, Herbst und Winter mittels kleiner Brutknöllchen von 1 bis 2 Zentimetern Länge, die es an seinen Wurzeln bildet. Neben den Wurzelknöllchen bildet das Scharbockskraut in den Achseln der unteren Blätter getreidekorngroße Brutknöllchen, die später zu Boden fallen, unter anderem von Ameisen verbreitet werden und im kommenden Frühjahr austreiben.

Standort

Das Scharbockskraut liebt feuchte, eher saure Standorte. Daher finden wir es in Bad Driburg besonders massenhaft auf dem Gelände des Golfclubs. Dieser liegt nämlich auf dem tonigen, sauren Boden des Talgrundes. Zudem ist der Golfplatz ein Quellgebiet am Fuße von Reelser Berg und Rosenberg, durchzogen von zahlreichen Gräben und kleinen Bächen.

Scharbockskraut, typischer Standort an einem Graben im Golfgelände
Scharbockskraut, typischer Standort an einem Graben im Golfgelände

Weil das Gras wird kurz gehalten wird, kann sich das Scharbockskraut im Frühjahr rasch ausbreiten und wir können es leicht entdecken. Das Scharbockskraut gedeiht entlang der Gräben, der Wege, sowie unter den Laubbäumen und Sträuchern. Wir entdecken es auch entlang vieler Straßen und Gräben in den Tälern der umliegenden Ortschaften.

Scharbockskraut am typischen Standort unter einem Baum.
Kein Sonnenstrahl wird vergeudet. Bis Anfang Mai das Laub den Boden völlig verschatten wird, nutzt das Scharbockskraut das Sonnenlicht und den freien Standort unter dem Baum.

Verwandtschaft

Das Scharbockskraut gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und enthält wie alle Hahnenfußgewächse das giftige Protoanemonin. Damit ist es ist ein Verwandter der Winterlinge. Jedoch begegnet es uns in der freien Natur zahlreich, weil es anders als der Winterling bei uns heimisch ist. Sein Verbreitungsgebiet ist Nord- und Mitteleuropa.

Scharbockskraut auf Wikipedia