Besucher und Bürger sollen mehr über das „Schwarze Gold“ erfahren

Daniel Winkler stellt Projekt Moorerlebniswelt vor

Bad Driburg. In der vergangenen Haupt- und Finanzausschusssitzung hat der Tourismusleiter Daniel Winkler die Moorerlebniswelt Bad Driburg einmal vorgestellt

Ausstellungskonzeption:

Winkler: „Die Urlaubsregion Teutoburger Wald ist aufgrund der hohen Dichte an Heilbädern auch bekannt als „Heilgarten Deutschlands“. Damit sich die Region im wachsenden Markt der Naturmedizin und des Gesundheitstourismus noch stärker positionieren kann, wurden für die derzeitige Förderperiode bis 2022 seitens des touristischen Regionalverbandes „Teutoburger Wald Tourismus“ der OstwestfalenLippe GmbH verschiedene Projekte im Rahmen des „Themenmanagements Gesundheit“ angestoßen wie das Projekt „Gesundes OWL“, das die Inszenierung der ortsgebundenen Heilmittel der Kurorte beinhaltet.

Hier könnte ein Außenbereich der Moorerlebniswelt entstehen

Vor diesem Hintergrund kam seitens des Teutoburger Wald Tourismus die Anregung, dass Bad Driburg die Fördermöglichkeiten des Landes Nordrhein-Westfalen, das derzeit Maßnahmen zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur mit 80 % bezuschusst, nutzen kann, um eine eigene Erlebniswelt zu konzipieren und als Förderprojekt zu beantragen.

Als Moor- und Mineralheilbad entstand somit die Idee, das Heilmittel Moor, das maßgeblich die Entwicklung Bad Driburgs bis heute prägt, erlebbar zu machen und anschaulich zu präsentieren, damit Gäste, Besucher und Bürger mehr über dieses „Schwarze Gold“ erfahren. Da immer weniger Orte Mooranwendungen anbieten, entwickelt sich das Heilmittel Moor für Bad Driburger immer stärker zum Alleinstellungsmerkmal (USP=unique selling proposition).

Um die Entwicklung dieses individuellen Profils weiter zu stärken, sollte das Heilmittel Moor auf innovative Weise und qualitativ hochwertig stärker herausgestellt werden. Aufgrund der wachsenden Nachfrage des Heilmittels „Moor“ und des stark an Bedeutung zunehmenden Reisemotives „Erlebnis“ würde die Schaffung einer „Moorerlebniswelt Bad Driburg“ aus Sicht der Bad Driburger Touristik GmbH eine großen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung des Standortes beitragen. Das Projekt Moorerlebniswelt stellt zudem eine wichtige Maßnahme zur Umsetzung des Touristischen Leitkonzeptes Bad Driburg dar, das in seiner Fortschreibung 2018 die Schaffung von Schlechtwetterangeboten in Bad Driburg zur Attraktivitätssteigerung dringend empfiehlt.

Moorabteilung aus damaliger Zeit
Foto: Archiv Meiners

Nach Absprache mit der Stadt Bad Driburg wurde sich darauf geeinigt, diese Möglichkeit zu nutzen und die Förderbedingungen für eine „Moorerlebniswelt“ zu erfüllen. Entsprechend wurde die Erstellung eines Grobkonzeptes mit Kosten- und Maßnahmenplan ausgeschrieben, das eine Voraussetzung für eine mögliche Antragstellung darstellt.

Den Zuschlag hat die Firma Skope aus Hamburg erhalten, die beispielsweise maßgeblich an der Entstehung des Klimahauses Bremerhaven beteiligt war. Die Kosten für das Grobkonzept hat die Bad Driburger Touristik GmbH übernommen. Mit dem Erwerb der ehemaligen Eggeland-Klinik durch die Stadt Bad Driburg im Jahr 2019 (BDiB berichtete) wurde eine hervorragende Möglichkeit geschaffen, an einem zentralen Ort einen öffentlich zugänglichen Erlebnisraum für Besucher, Bürger und Gäste zu installieren. Dabei orientiert sich das Konzept des Projektes „Moorerlebniswelt Bad Driburg“ an der Strategie des „Masterplan Tourismus Nordrhein-Westfalen“ sowie dessen Fortschreibung und berücksichtigt dabei die veränderten Bedürfnisse und Erwartungen im Reiseverhalten der Zielgruppen, die NRW bereisen.“

Mooranwendung
Foto: Archiv Meiners

„Nur durch die Schaffung neuer Angebote kann Bad Driburg mittelfristig konkurrenzfähig bleiben und damit die Wirtschafskraft Tourismus halten und weiter steigern,“ so Winkler in seiner Beschlussvorlage. Weiter heißt es: „Freizeittouristische Angebote stärken den Standort, schaffen Arbeitsplätze und machen Bad Driburg als Arbeits- und Wohn- und Lebensort attraktiv. In der geplanten „Moorerlebniswelt Bad Driburg“ wird das Oberthema „Heilmittel der Natur mit dem Schwerpunkt des Heilmittel MOOR“ emotional, interaktiv und spielerisch erlebbar gemacht. Der Besucher kann das Thema Moor auf eine ganz besondere Weise wahrnehmen, analoge und digitale Erlebnismodule machen neugierig und präsentieren das jahrhundertealte Thema auf eine ganz neue Art.“

Die Ausstellungskonzeption wurde in der Sitzung inhaltlich ausführlich vorgestellt. Die Neue Westfälische berichtet darüber.

Realisierungsweg

Zurzeit befindet sich das Projekt zur Prüfung der Förderfähigkeit in einem Scoring-Verfahren der Bezirksregierung in Detmold. Sollte das Projekt als förderfähig eingestuft werden, kann im nächsten Schritt der Förderantrag gestellt werden. Förderantragsteller wäre die Stadt Bad Driburg, da es sich um eine GRW-Förderung handelt, die nicht von einem Tochterunternehmen der Stadt beantragt werden kann. Der Zuschuss beträgt 80%. Die Kostenschätzung für die Ausstellung umfasst 773.372,67 € (brutto). Davon entfallen 183.132,67 € (brutto) auf die Honorarkosten (Planungskosten und Baubetreuung). Der Eigenanteil der Stadt Bad Driburg würde demnach 20 % der Kosten, also 154.674,53 € betragen – auf drei Jahre verteilt.

Das Projekt ist für den Zeitraum von 2020-2022 ausgelegt. Der geschätzte Zeitrahmen für die Konzept-Umsetzung beträgt 15-21 Monate, dabei wurden jedoch nicht die notwendigen baulichen Vorarbeiten eingeplant. Ein Projektabschluss ist für 12/2022 geplant.

Finanzierung

Bei Antragstellung im Frühjahr 2020 ist mit einem Zuwendungsbescheid im Herbst 2020 zu rechnen. Der Förderzuschuss würde zu gleichen Teilen aus Bundes- und Landesmitteln abgedeckt werden. Geplant ist, Ende 2020 die Umsetzung des Projekts auszuschreiben und das Feinkonzept in Auftrag zu geben. Folgende Kosten werden anfallen: -Gesamtkosten: 773.373 € (Zuschuss: 618.698 € /Eigenanteil: 154.675 €) -Haushaltsjahr 2020: 15.000€ gesamt (Zuschuss: 12.000 €/ Eigenanteil: 3.000€) -Haushaltsjahr 2021: 90.000€ gesamt (Zuschuss: 72.000 €/ Eigenanteil: 18.000€) -Haushaltsjahr 2022:668.373€ gesamt (Zuschuss: 534.700 €/Eigenanteil: 133.673€) Bislang wurden diese Kosten und Finanzierungsmittel im Rahmen der Haushaltsplanung 2020 nicht berücksichtigt.

Titelbild: Archiv Meiners

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