Sommerkirche an der EGV-Hütte

Doris Dietrich

Bad Driburg/Erpentrup/Langeland. Ein besonderer Ort, sommerliche Atmosphäre und eine Botschaft, die zum Innehalten einlud: Am letzten Sonntag feierte die Evangelische Kirchengemeinde den letzten Gottesdienst ihrer Sommerkirchen-Reihe an der EGV-Hütte Erpentrup-Langeland. Rund 40 Besucherinnen und Besucher waren mit dem Fahrrad oder Auto gekommen.

Damit fand eine besondere Gottesdienstreihe ihren Abschluss. Die drei vorangegangenen Gottesdienste hatten die Gemeinde an ganz unterschiedliche Orte geführt: nach Bad Driburg zu INTEG, ins Back- und Brauhaus in Schwaney sowie an die Kluskapelle in Neuenheerse, wo auch eine Taufe gefeiert wurde. Ganz im Sinne des Mottos „Raus aus dem Häuschen“ wurde Kirche dabei an ungewöhnlichen und besonderen Orten erlebbar.

An der EGV-Hütte konnten die Besucherinnen und Besucher nun noch einmal Gottesdienst unter freiem Himmel feiern. Der frische Wind und einige wenige Regentropfen konnten die gute Stimmung nicht trüben. Besonders schön war die Mischung der Generationen: Die älteste Besucherin feiert in dieser Woche ihren 103. Geburtstag, gleichzeitig war auch eine junge Familie mit ihrer kleinen Tochter dabei.

Geleitet wurde der Gottesdienst von Prädikantin und Gemeindepädagogin Frederike Wieneke. Unterstützt wurde sie von Lilli Beimel, Küsterin aus Altenbeken und ihrem Mann Bernd Beimel. Für die musikalische Gestaltung sorgte der Posaunenchor Bad Driburg unter der Leitung von Wolfgang Häber. Unterstützung fand der Chor durch Musikerinnen und Musiker aus Zwickau, Salzkotten und Paderborn


„Such das Weite“ war das Thema des Gottesdienstes. Frederike Wieneke nahm dabei die Hektik des Alltags in den Blick: Nachrichten, Termine und das ständig erreichbare Handy lassen oft wenig Raum zum Durchatmen. Dabei könne es wichtig sein, bewusst Abstand zu gewinnen und neue Kraft zu schöpfen.

Anschaulich wurde diese Botschaft in der Geschichte von Ferdinand. Er ist immer für andere da, hilft Nachbarn, engagiert sich im Fußballverein und unterstützt bei der Flüchtlingshilfe. Doch irgendwann sind seine Kräfte erschöpft. Ein Mädchen namens Lea gibt ihm den entscheidenden Rat: „Such mal das Weite. Du musst mal etwas für dich machen.“

Ferdinand folgt ihrem Rat, packt Brote und Tee ein und zieht hinaus in die Natur. Ohne Ziel geht er durch Wiesen und Felder, beobachtet ein Rotkehlchen und ein Eichhörnchen und merkt, wie er langsam leichter und freier wird. Er tut etwas für sich selbst – ohne schlechtes Gewissen – und gewinnt neue Kraft.

Die Geschichte machte deutlich: Für andere da zu sein ist wichtig, aber ebenso wichtig ist es, die eigenen Grenzen wahrzunehmen. Wer sich selbst immer wieder Auszeiten gönnt, kann auch neue Kraft für andere gewinnen.

Brigitte Becker, Lektorin aus Altenbeken, und Silke Kampmann-Pitz, Mitglied des Presbyteriums, übernahmen Lesungen und Fürbitten. Gebetet wurde unter anderem für Menschen, die von Dürre und Erdbeben betroffen sind sowie für die Verstorbenen der Gemeinde.

Musikalisch reihte sich ein passendes Lied an das nächste: „Wo zwei oder drei zusammen sind“ wurde als Kanon gesungen, außerdem erklangen unter anderem „Meine engen Grenzen“, „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“ und „Segne Vater, Herz und Hand“.

Die Kollekte des Gottesdienstes war für die Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde bestimmt.

Nach dem Gottesdienst blieb Zeit für Gespräche bei Kaffee, Tee und selbstgebackenem Kuchen. Die EGV-Hütte erwies sich dabei als passender Ort für den Abschluss der Reihe: mitten in der Natur, ein Platz zum Zusammenkommen, Innehalten und Gemeinschaft erleben. Ein Team um Heinz Volmari kümmert sich mit viel Engagement um den beliebten Ort.

Auch hinter den Kulissen hatten viele fleißige Helferinnen und Helfer dafür gesorgt, dass alles für den Gottesdienst vorbereitet war. Jennifer Brandt, ihre Tochter Evita und ihr Vater Klaus Brandt packten tatkräftig mit an, stellten Bänke auf, halfen beim Einräumen und kümmerten sich um den Kaffee. Auch nach dem Gottesdienst brachten viele fleißige Helfer alles wieder in Ordnung.

Dankbar und mit vielen guten Begegnungen ging damit die Sommerkirchen-Reihe zu Ende. Ein herzlicher Dank galt allen, die die vier Gottesdienste vorbereitet, musikalisch gestaltet und bei der Organisation geholfen hatten.

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