Noch schnell in die Ausbildung: IG BAU macht Jugendlichen im Kreis Höxter Mut zum „Ausbildungs-Kick“

66 Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahren im Kreis Höxter ohne Berufsabschluss

481 freie Ausbildungsplätze im Kreis Höxter – 47 davon im Baugewerbe

Alexander Bieseke

Kreis Höxter. Wer bislang noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, sollte die Suche nicht aufgeben. Im Kreis Höxter sind aktuell noch 481 Ausbildungsplätze unbesetzt. Darauf weist die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Ostwestfalen-Lippe hin und ruft junge Menschen dazu auf, jetzt noch einmal aktiv zu werden.

Allein im Baugewerbe warten derzeit 47 Ausbildungsplätze auf Nachwuchskräfte. Auch andere Handwerksberufe bieten noch Chancen: So suchen beispielsweise Dachdeckerbetriebe im Kreis Höxter noch 17 Auszubildende. Zudem gibt es noch acht freie Ausbildungsplätze für angehende Malerinnen und Maler sowie Lackiererinnen und Lackierer.

Es ist nie zu spät, sich für eine Ausbildung zu entscheiden. Wer sich jetzt einen Ruck gibt und direkt auf die Betriebe zugeht, hat noch gute Chancen“, sagt Dietmar Gerbaulet, Vorsitzender der IG BAU Ostwestfalen-Lippe. Er ermutigt Jugendliche und junge Erwachsene, sich noch einmal den „Ausbildungs-Kick“ zu geben.

66 Prozent der arbeitslosen Unter-25-Jährigen ohne Berufsabschluss

Besonders deutlich wird der Handlungsbedarf beim Blick auf die Zahlen der Arbeitsagentur: 66 Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahren im Kreis Höxter haben keinen Berufsabschluss.

Bundesweit verfügen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Nordrhein-Westfalen rund 642.000 junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren über keine abgeschlossene Berufsausbildung und haben gleichzeitig keinen Ausbildungsplatz.

Gerade für diese Gruppe sieht die IG BAU noch gute Möglichkeiten. Denn die Ausbildungsstarts im August und September bedeuten keineswegs, dass danach alle Chancen vorbei sind.

„Jetzt im August und September starten die meisten Ausbildungen. Aber selbst im Oktober stellen Ausbildungsbetriebe noch ein“, betont Gerbaulet.

Direkt bei den Betrieben nachfragen

Die Gewerkschaft empfiehlt Jugendlichen, nicht ausschließlich auf Online-Portalen nach freien Stellen zu suchen. Ein persönlicher Kontakt könne Türen öffnen.

„Mutig auf die Betriebe zugehen. Wer direkt nachfragt, holt oft auch etwas für sich heraus – ein Praktikum, vielleicht aber auch einen Ausbildungsplatz“, so Gerbaulet.

Dabei sollte nicht nur darauf geachtet werden, irgendeinen Ausbildungsplatz zu bekommen. Entscheidend seien auch die Qualität der Ausbildung, eine faire Bezahlung und die beruflichen Perspektiven nach dem Abschluss.

Wichtig ist, Firmen auszusuchen, die fair ausbilden und bezahlen. Unternehmen also, bei denen es auch einen Tarifvertrag gibt“, erklärt der IG-BAU-Vorsitzende.

Beratung kann bei der Berufswahl helfen

Wer noch unsicher ist, welcher Beruf der richtige sein könnte, sollte professionelle Beratung nutzen. Die IG BAU verweist unter anderem auf die Jugendberufsagentur, die bei der Orientierung und beim Einstieg ins Berufsleben unterstützt. Auch die Agentur für Arbeit bietet Beratungen vor Ort und digitale Informationen zur Berufswahl und Ausbildung an.

Für Jugendliche im Kreis Höxter könnte jetzt also genau der richtige Zeitpunkt sein, noch einmal aktiv zu werden: Betriebe ansprechen, Praktikum vereinbaren, Bewerbung abschicken – und vielleicht schon in diesem Herbst mit der Ausbildung starten.

Denn eine abgeschlossene Berufsausbildung verbessert nicht nur die Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz, sondern eröffnet langfristig auch bessere Verdienst- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Weitere Informationen:
Jugendberufsagentur: www.servicestelle-jba.de
Agentur für Arbeit – Ausbildung: www.arbeitsagentur.de/bildung

Schreibe einen Kommentar