Machbarkeitsstudie empfiehlt Verlegung an die Brakeler Straße/Lange Straße – Idee ist nicht neu, Umsetzung bleibt eine Herausforderung
Alexander Bieseke
Bad Driburg. Bad Driburg könnte vor einer wichtigen Entscheidung für die zukünftige Mobilität und Stadtentwicklung stehen: Der Bahnhaltepunkt soll nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung langfristig vom bisherigen Standort in Richtung Bahnübergang Brakeler Straße/Lange Straße verlegt werden.
Der Ausschuss für Bau, Straßen, Umwelt und Klimaschutz hat sich bereits mit den Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie beschäftigt. Die Verwaltung bewertet die dort untersuchte Variante 3 als besonders geeignet, da sie eine bessere Anbindung an die Innenstadt ermöglicht und wirtschaftlich gegenüber anderen Varianten Vorteile bieten soll.
Doch die Idee eines zentraleren Bahnhaltepunkts ist keineswegs neu. Bereits bei der Errichtung des heutigen Mittelbahnsteigs vor dem ehemaligen Bahnhofsgebäude wurde über eine Verlagerung des Haltepunkts in Richtung Brakeler Straße/Lange Straße nachgedacht. Damals blieb es bei den Überlegungen – nun wird der Ansatz erneut aufgegriffen.
Vom Haltepunkt zum Stadtentrée
Nach den Vorstellungen der Verwaltung soll am neuen Standort deutlich mehr entstehen als lediglich ein neuer Bahnsteig. Vorgesehen sind unter anderem ein einladendes Stadtentrée, Informationsangebote, Besucherlenkung, neue ÖPNV-Verknüpfungen, Radabstellanlagen, eine Mobilstation, Stellplätze und eine öffentliche Toilettenanlage.
Gerade für eine Stadt, die sich als Tourismus- und Gesundheitsstandort positioniert, wäre ein moderner und gut erreichbarer Bahnhaltepunkt ein wichtiger Baustein. Gäste, Patienten, Pendler und Bürgerinnen und Bürger würden von einer besseren Verknüpfung von Bahn, Bus, Fahrrad und Fußverkehr profitieren.
Barrierefreiheit muss von Anfang an mitgedacht werden
Eine zentrale Frage wird dabei sein, wie konsequent Barrierefreiheit umgesetzt wird. Ein neuer Bahnhaltepunkt darf nicht nur optisch modern wirken, sondern muss allen Menschen eine selbstständige Nutzung ermöglichen. Dazu gehören unter anderem barrierefreie Zugänge, ausreichende Bewegungsflächen, eine sichere Querung der Verkehrswege sowie gut verständliche Informationssysteme.
Gerade die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass Barrierefreiheit nicht nachträglich ergänzt werden sollte, sondern bereits in der Planung eine entscheidende Rolle spielen muss.
Viele Fördermöglichkeiten – aber langer Weg bis zur Umsetzung
Die Stadt verweist auf umfangreiche Fördermöglichkeiten, unter anderem für Verkehrswege, Haltestelleneinrichtungen, Mobilstationen und städtebauliche Maßnahmen. Dennoch steht am Anfang zunächst weitere Planung: Die vorliegende Untersuchung ist ausdrücklich nur eine Machbarkeitsstudie.
Bis aus der Idee ein tatsächlich nutzbarer Bahnhaltepunkt wird, sind zahlreiche Abstimmungen mit Bahn, Fördergebern und weiteren Beteiligten notwendig. Eine kurzfristige Realisierung ist daher nicht zu erwarten.
Jetzt kommt es auf eine transparente Planung an
Die Verlegung des Bahnhaltepunktes bietet ohne Zweifel große Chancen für Bad Driburg. Gleichzeitig muss die weitere Planung transparent erfolgen und die Bevölkerung frühzeitig einbezogen werden.
Entscheidend wird sein, ob aus einer bereits vor Jahrzehnten diskutierten Idee diesmal tatsächlich ein zukunftsfähiger Mobilitätsknotenpunkt entsteht – oder ob es erneut bei einer guten Planung auf dem Papier bleibt.
Der Ausschuss für Bau, Straßen, Umwelt und Klimaschutz soll die Verwaltung beauftragen, die Variante zur Verlegung des Bahnhaltepunktes an die Brakeler Straße/Lange Straße weiterzuverfolgen.
Titelbild: So könnte der neue Bahnhaltepunkt näher zur Stadt und zum Park einst aussehen. (KI-genetiert)