Doris Dietrich
Bad Driburg. Informationstafeln geben spannende Einblicke in die Geschichte unserer Stadt. In loser Folge stellen wir sie hier vor. Jede Station widmet sich einem eigenen Thema. Die Tafeln sind barrierearm. Eine Quizfrage mit Antwort macht den Rundgang informativ.
Heute: Station 10 – Glasproduktion (Schulstraße 7)

Die hiesige Glasproduktion begann im 12. Jahrhundert mit Wanderglashütten im Eggegebirge. Die umliegenden Wälder mit ihren enormen Holzvorräten waren dabei von zentraler Bedeutung. Denn sie lieferten die Unmengen an Brennstoff, die man für die Glasherstellung benötigte: Das Holz wurde in Köhlereien zu Holzkohle verarbeitet, die dann z. B. für die Befeuerung der Öfen verwendet wurde. Für die Produktion von Glas brauchte man neben Quarzsand und Bleioxid außerdem Pottasche. Pottasche ist ein weißes Salz, das durch mehrfaches Aufkochen und Verdunsten aus Holzasche gewonnen wurde. Allein für die Herstellung von Pottasche benötigte eine Wanderglashütte bis zu 30 ha Wald jährlich. Dadurch kam es zu großen Kahlschlägen und die Hütten mussten sich immer wieder neue Standorte suchen. Pottasche, Quarzsand und Bleioxid wurden in sogenannten „Glashäfen“ (Töpfe aus Keramik mit jeweils vier Liter Fassungsvermögen) bei Temperaturen von rund 1.200 °C in Öfen zu Glas verschmolzen. Die Glasmasse wurde dann von Glasbläsern in die entsprechende Form gebracht.



Story: Die Fahne wurde im Krieg versteckt und zunächst nicht wiedergefunden, denn die Männer, die sie in Sicherheit gebracht hatten, kamen nicht nach Hause. Erst als ein paar Kinder mit Glasringen spielten, entdeckten die Driburger das verschollene Prachtstück. Dieses musste dann erstmal repariert werden.
Als Driburg 1864 an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, konnten große Mengen Steinkohle aus dem Ruhrgebiet herantransportiert werden. Die Wanderglashütten in den Wäldern hatten ausgedient. Jetzt konnten sich große Glashütten in der Nähe des Bahnhofs niederlassen. Eine erste Phase des Hüttensterbens setzte in der Weimarer Zeit aufgrund der Weltwirtschaftskrise ein. Bis in die 1970er Jahre hinein gaben viele weitere Glashütten auf. Im Gegensatz zu ihren Mitbewerbern waren sie nicht auf eine vollautomatische Produktionsweise umgestiegen, sodass ihr Geschäft nicht mehr rentabel war. 2013 wurde mit „Waltherglas“ im Ortsteil Siebenstern die letzte produzierende Glashütte in Bad Driburg geschlossen. Der Glashandel besitzt hier jedoch nach wie vor einen hohen Stellenwert (vgl. Informationstafel Nr. 2). Bad Driburg ist heute der größte Umschlagplatz für Glasartikel in Europa. Die Geschichte der Glasstadt Bad Driburg wird hier im Glasmuseum anschaulich dargestellt. Ein Besuch lohnt sich, auch jetzt mit der neuen Ausstellung zu Glasobjekten von OtmarAlt.
Eingeweiht 2006
KI-animiert