SPD bezieht Stellung zu Kurpark 2030

„Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen“

Alexander Bieseke

Bad Driburg. „Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen.“ Das viel zitierte Wort des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt diente als gedanklicher Aufhänger in der aktuellen Debatte um die Zukunft des Kurparks in Bad Driburg.

Wie aus einer Pressemeldung von Nadine Nolte, Fraktionschefin der SPD Bad Driburg, hervorgeht, hat die SPD-Fraktion die jüngst vorgestellten, überarbeiteten Pläne zum „Kurpark 2030“ aufmerksam zur Kenntnis genommen. Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff hatte diese in einer Sondersitzung des Rates auf Einladung von Bürgermeister Tobias Tölle präsentiert.

Nach Angaben des Badbetreibers sollen sämtliche Maßnahmen privat finanziert werden und ohne zusätzliche Mittel aus dem städtischen Haushalt auskommen. Dies sei ausdrücklich betont worden.

Laut Pressemeldung begrüßt die SPD grundsätzlich, dass sich ein Unternehmen weiterentwickeln und zukunftsfähig aufstellen möchte. Visionen und unternehmerische Ideen seien wichtig – auch wenn sie auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen mögen.

Positiv wertet die Fraktion, dass einige frühere Vorhaben nicht weiterverfolgt werden: Die geplante Panoramastraße durch den Rosenberg ist vom Tisch, ebenso der ursprünglich diskutierte Aussichtsturm.

Gleichzeitig sieht die SPD Diskussionsbedarf bei anderen Punkten der Planung. So soll der Golfplatz von 18 auf 27 Loch erweitert werden. Dafür müssten nach Darstellung der Planungen rund 16 Hektar Waldfläche am Rosenberg gerodet und an anderer Stelle wieder aufgeforstet werden. Zudem sind zwei neue Sportplätze im Bereich der ehemaligen Gärtnerei vorgesehen, um internationale Fußballvereine für Trainingslager nach Bad Driburg zu gewinnen.

Aus Sicht der SPD-Fraktion wirft dies Fragen hinsichtlich Natur- und Landschaftsschutz, Naherholung sowie der langfristigen Auswirkungen auf bestehende Wegebeziehungen auf. Besonders im Fokus steht dabei der Sachsenring, einer der beliebtesten Wanderwege der Stadt. Die durchgängige Begehbarkeit müsse aus Sicht der Sozialdemokraten gewährleistet bleiben.

Auf Initiative der SPD wird es daher eine gemeinsame Exkursion aller Ratsmitglieder durch den Kurpark und den Rosenberg geben. Ziel sei es, sich vor Ort ein umfassendes Bild von den geplanten Veränderungen zu verschaffen, bevor weitere politische Bewertungen erfolgen.

„Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen“, zitierte Nadine Nolte abschließend mit einem Augenzwinkern Helmut Schmidt. Entscheidend sei jedoch, dass aus Visionen tragfähige Konzepte würden – im Einklang mit Natur, Bürgerinteressen und der Zukunftsfähigkeit Bad Driburgs.

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