Alexander Bieseke
Bad Driburg, Die von Straßen.NRW vorgelegten Antworten auf Fragen zum geplanten Neubau der Wirtschaftswegebrücke über die B64 sorgen weiterhin für erhebliche Kritik.
Trotz eines veranschlagten Kostenvolumens von rund 1,8 Millionen Euro bleiben wesentliche Punkte unbelegt oder unbeantwortet.
Straßen.NRW erklärt den Ersatzneubau als „technisch und wirtschaftlich notwendig“, legt jedoch keinerlei konkrete Zahlen zu möglichen Sanierungsalternativen vor. Eine belastbare Gegenüberstellung von Sanierungskosten und Neubaukosten fehlt vollständig. Damit bleibt unklar, auf welcher Grundlage eine kostengünstigere Lösung ausgeschlossen wurde.

Besonders kritisch ist die geplante Auslegung der Brücke auf eine Traglast von 40 Tonnen. Statt konkreter Verkehrszahlen oder Bedarfsprognosen für den Standort verweist Straßen.NRW pauschal auf allgemeine Vorgaben und Regelwerke. Ein tatsächlicher Nachweis, dass diese hohe Tragfähigkeit für einen Wirtschaftsweg an dieser Stelle erforderlich ist, wird nicht erbracht.
Auch bei den Wegerechten bleibt die Argumentation formal: Der Neubau sei notwendig, um bestehende Erschließungsrechte zu sichern. Ob diese Rechte auch durch eine kleinere, bedarfsgerechtere und deutlich günstigere Lösung hätten gewährleistet werden können, wird nicht geprüft oder zumindest nicht offengelegt.
Auf die Frage der Priorisierung verweist Straßen.NRW ausschließlich auf die Zuständigkeit des Bundes als Baulastträger. Die inhaltliche Frage, warum ein vergleichsweise gering genutztes Bauwerk erneuert wird, während andernorts stark frequentierte Brücken in schlechtem Zustand auf Sanierung warten, bleibt unbeantwortet.
Besonders irritierend ist schließlich der Umgang mit der Bürgerkritik: Die Frage, wie Einwände von Anliegern aus dem Jahr 2024 in den Planungsprozess eingeflossen sind, wird von Straßen.NRW überhaupt nicht beantwortet. Das nährt den Eindruck, dass Bürgerbeteiligung zwar formal vorgesehen ist, in der Praxis jedoch keine erkennbare Rolle spielt.
„Bei einem Millionenprojekt darf man mehr Transparenz, konkrete Zahlen und einen echten Dialog erwarten“, so zunehmende Kritik. Solange belastbare Bedarfsnachweise und nachvollziehbare Alternativen fehlen, bleibt der Vorwurf bestehen, dass hier ein überdimensionierter Neubau ohne ausreichende Rechtfertigung durchgesetzt wird.