Räumungsverkauf bei Schuh-Mann
Bad Driburger Filiale vor dem Aus
Alexander Bieseke
Bad Driburg. Wer derzeit am Schuh-Mann-Geschäft in Bad Driburg vorbeikommt, sieht es bereits deutlich: Der Räumungsverkauf läuft. Das Schuhgeschäft steht vor der Schließung.
Hinter dem Aus des Bad Driburger Standorts steht nach den vorliegenden Informationen die schrittweise Abwicklung des gesamten Filialnetzes der Franchisenehmerin und Gesellschafterin Claudia Jung aus Holzminden. Jung betreibt die Geschäfte als Franchisenehmerin von Schuh-Mann.
Ursprünglich gehörten neun Filialen zu dem Unternehmen. Inzwischen sind bereits mehrere Standorte geschlossen worden. Dazu zählen Rietberg, Warburg und Northeim.
Auch die übrigen Geschäfte sollen nach und nach aufgegeben werden. Betroffen sind nach den vorliegenden Informationen unter anderem Hann. Münden, Bad Driburg, Osterode, Einbeck, Alfeld und Holzminden.
Die endgültige Abwicklung des Filialnetzes soll demnach in der zweiten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen sein.
Räumungsverkauf hat begonnen
In Bad Driburg ist das Ende bereits unmittelbar sichtbar. Der laufende Räumungsverkauf dürfte für viele Kunden die letzte Gelegenheit sein, noch im örtlichen Schuhfachgeschäft einzukaufen.
Damit verschwindet ein weiterer stationärer Einzelhändler aus der Bad Driburger Innenstadt.
Energie, Personal und Onlinehandel
Als Gründe für die Aufgabe der Geschäfte werden mehrere Faktoren genannt: gestiegene Energiekosten, höhere Personalkosten einschließlich Mindestlohn, Kaufzurückhaltung und die Konkurrenz durch den Onlinehandel.
Gerade der stationäre Schuhhandel steht dabei vor einem schwierigen Spagat. Kunden erwarten Auswahl, Beratung und Service – gleichzeitig werden Preise im Internet innerhalb weniger Sekunden verglichen.
Für ein Ladengeschäft fallen jedoch weiterhin Miete, Energie-, Personal- und weitere Betriebskosten an. Hinzu kommt das Risiko, Waren auf Lager halten zu müssen, die sich möglicherweise nur schwer verkaufen lassen.
Wieder ein Stück weniger Einzelhandel
Für Bad Driburg ist die Schließung deshalb mehr als nur das Ende eines einzelnen Geschäfts.
Einzelhandel funktioniert auch über Vielfalt und gegenseitige Kundenfrequenz. Wenn immer mehr Geschäfte verschwinden, stellt sich irgendwann die grundsätzliche Frage nach der Zukunft der Innenstadt.
Ein Räumungsverkauf ist dabei nicht nur ein Angebot für Schnäppchenjäger. Er ist auch ein sichtbares Zeichen für den Strukturwandel im örtlichen Einzelhandel.
Und dieser Wandel macht auch vor Bad Driburg nicht Halt.
Die Frage wird deshalb zunehmend dringlicher: Wie soll die Bad Driburger Innenstadt künftig aussehen – und was kann getan werden, damit aus einzelnen Geschäftsschließungen nicht irgendwann eine Entwicklung wird, die kaum noch umkehrbar ist?