Bad Driburg bleibt Übernachtungs-Schwergewicht – doch Gästezahlen gehen zurück

Halbjahresbilanz 2026: Kreis Höxter wächst leicht, Bad Driburg entwickelt sich gegen den Trend

Alexander Bieseke

Bad Driburg. Die Urlaubsregion Teutoburger Wald hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt leicht zugelegt. Auch der Kreis Höxter konnte bei den Übernachtungen ein Plus verzeichnen. Bad Driburg als traditionell bedeutendster Übernachtungsstandort des Kreises entwickelte sich dagegen rückläufig. Das geht aus der Beherbergungsstatistik von IT.NRW für Januar bis Juni 2026 hervor, die der Redaktion von Bad Driburg im Blick auf Anfrage zur Verfügung gestellt wurde.

Brunnenarkaden mit dem Ying-Yang-Brunnen
Sicht zur Iburg

Bad Driburg bleibt wichtigster Übernachtungsstandort

Im Kreis Höxter wurden im ersten Halbjahr 118.762 Gästeankünfte registriert – ein leichtes Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 3,0 Prozent auf 565.979.

Bad Driburg konnte an dieser Entwicklung allerdings nicht teilhaben. Die Stadt verzeichnete 34.677 Ankünfte, was einem Rückgang von 8,9 Prozent entspricht. Bei den Übernachtungen fiel der Rückgang mit 1,1 Prozent deutlich moderater aus: Insgesamt wurden 332.582 Übernachtungen registriert.

Damit entfielen allein auf Bad Driburg knapp 59 Prozent aller Übernachtungen im Kreis Höxter.

Gleichzeitig zeigt die Statistik, wie stark der Kur- und Reha-Bereich die Zahlen der Stadt prägt. Die mittlere Aufenthaltsdauer lag in Bad Driburg bei 9,6 Tagen und damit deutlich über dem Kreisdurchschnitt von 4,8 Tagen.

Ausländische Gäste deutlich rückläufig

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den ausländischen Gästen.

Während der Kreis Höxter insgesamt bei den ausländischen Ankünften ein Plus von 5,7 Prozent verzeichnete, gingen diese in Bad Driburg um 21,7 Prozent zurück.

Von Januar bis Juni kamen 891 ausländische Gäste nach Bad Driburg. Sie sorgten für 2.768 Übernachtungen, ebenfalls ein Rückgang von 17,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auch bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer unterscheiden sich die Zahlen deutlich: Ausländische Gäste blieben in Bad Driburg durchschnittlich 3,1 Tage, während die Aufenthaltsdauer aller Gäste aufgrund des hohen Anteils von Kur- und Reha-Aufenthalten bei 9,6 Tagen lag.

Bad Driburg bei Bettenauslastung deutlich vor dem Kreis¹

Bei der Auslastung der angebotenen Betten liegt Bad Driburg hingegen deutlich an der Spitze.

Für die Stadt weist die Statistik eine durchschnittliche Bettenauslastung von 68,8 Prozent aus. Im gesamten Kreis Höxter lag dieser Wert bei 49,4 Prozent.

Damit wird deutlich: Obwohl die Zahl der Ankünfte in Bad Driburg zurückgegangen ist, bleiben die vorhandenen Übernachtungsangebote überdurchschnittlich stark ausgelastet.

Brakel und Nieheim mit deutlichen Zuwächsen

Ein Blick auf die übrigen Kommunen zeigt ein sehr unterschiedliches Bild.

Besonders dynamisch entwickelte sich Brakel. Die Stadt verzeichnete bei den Ankünften ein Plus von 118,2 Prozent, die Übernachtungen stiegen um 64,8 Prozent.

Auch Nieheim legte deutlich zu. Die Ankünfte stiegen um 64,1 Prozent, bei den Übernachtungen gab es sogar ein Plus von 83,6 Prozent.

Höxter entwickelte sich ebenfalls positiv: Die Ankünfte stiegen um 3,3 Prozent, die Übernachtungen um 2,2 Prozent.

Rückgänge gab es dagegen unter anderem in Beverungen, Warburg und Willebadessen. In Beverungen sanken die Übernachtungen um 4,4 Prozent, in Willebadessen um 4,3 Prozent. Warburg kam bei den Ankünften auf ein Minus von 8,3 Prozent, konnte bei den Übernachtungen allerdings leicht um 2,4 Prozent zulegen.

Halbjahreszahlen noch mit Vorsicht zu betrachten

Auf Anfrage von Bad Driburg im Blick weist der Teutoburger Wald Tourismus darauf hin, dass die Halbjahreszahlen nur eingeschränkt aussagekräftig seien, da die wichtige Sommersaison noch nicht berücksichtigt ist.

¹Zudem ist bei Bad Driburg zu beachten, dass – wie in den Vorjahren – Zahlen aus dem Kur- und Reha-Bereich in die Statistik einfließen.

Auch der Tagestourismus wird durch die Übernachtungsstatistik nicht erfasst. Nach Angaben des Teutoburger Wald Tourismus ist dessen Wertschöpfung sogar höher als die des Übernachtungstourismus.

Eine neue Studie zum Wirtschaftsfaktor Tourismus soll Anfang September veröffentlicht werden und dürfte zusätzliche Erkenntnisse über die tatsächliche Bedeutung des Tourismus für die Region liefern.

Für Bad Driburg ergibt sich damit ein ambivalentes Bild:

Die Stadt ist weiterhin mit großem Abstand der wichtigste Übernachtungsstandort im Kreis Höxter und weist mit 68,8 Prozent eine außergewöhnlich hohe Bettenauslastung auf.

Gleichzeitig gehen die Gästeankünfte um 8,9 Prozent und insbesondere die Nachfrage aus dem Ausland deutlich zurück.

Ob sich diese Entwicklung im weiteren Jahresverlauf bestätigt oder durch die Sommersaison aufgefangen werden kann, bleibt abzuwarten.

Titelbild: Das ☆☆☆☆ 4 Sterne Superior Hotel Gräflicher Park Health & Balance Resort

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