Doris Dietrich
Bad Driburg/Eshowe. Den Grundstein für das langjährige Engagement des Vereins Yebo Zululand Intiativen e. V. legte die ehemalige Lehrerin aus Dringenberg Edeltraud Parensen. Während eines Sabbatjahres im Schuljahr 1999/2000 lernte sie die Menschen in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal kennen. Die Erfahrungen und Begegnungen ließen sie bis heute nicht mehr los. Am 15. November 2002 wurde daraufhin der Verein Yebo Zululand Initiativen e. V. gegründet, der bis heute zahlreiche Projekte begleitet und unterstützt. Für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement wurde Edeltraud Parensen im Jahr 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Foto: Doris Dietrich
Bis 2024 war sie Vorsitzende. Seitdem führt Jürgen Falke den Vorsitz des Vereins. Durch ihn wurde die Fortführung der Vereinsarbeit gesichert. Um die Arbeit noch besser kennenzulernen, reiste auch er 2025 nach Südafrika und informierte sich vor Ort über die Projekte und Lebensbedingungen der Menschen. Einige Mitglieder des Vereins flogen in den vergangenen 25 Jahren nach Südafrika, um die Menschen kennenzulernen und sich selbst ein Bild von der Situation zu machen. Sie kehrten mit vielen bewegenden Eindrücken und persönlichen Geschichten zurück – Erfahrungen, die zeigen, dass jede Spende konkrete Hilfe bewirkt und den Menschen neue Perspektiven eröffnet.
Im Gespräch mit Bad Driburg im Blick berichtete Edeltraud Parensen von aktuellen Eindrücken, die sie während ihres letzten Aufenthaltes vom März bis Mai sammelte.
Große Freude herrschte im Kinderheim in Mbongolwane. Dank einer großzügigen Sonderspende konnten dort ein Trampolin, Material für Fußballtore, Fußbälle und weiteres Spielzeug angeschafft werden. Die Begeisterung der Kinder war riesig.
Erfolgreich entwickelt sich auch das Landwirtschaftsprojekt des Development Centers. Seit 2019 haben insgesamt 40 junge Frauen und Männer dort ein einjähriges Praktikum auf dem Demonstrationsfeld absolviert. Angebaut werden unter anderem Kohl, Mangold, Zwiebeln und Salat. Geleitet wird das Projekt von Siboniso Dube, der die Studierenden fachkundig betreut.
Für Siboniso Dube schloss sich während des Besuchs ein Kreis. Im Jahr 2024 durfte er mehrere Wochen im Kreis Höxter verbringen und bei Jasper de Wit und Angela Lammert in Höxter/Godelheim praktische Erfahrungen in der Landwirtschaft sammeln. Für diese Möglichkeit zeigte er sich bis heute außerordentlich dankbar.
Anna Ferber und Fabian Mihatsch reisten ebenfalls nach Südafrika, um die Projekte selbst kennenzulernen. Gemeinsam besuchten sie unter anderem einen Kindergarten, der von Naomi geleitet wird. Die aus Kenia geflüchtete Erzieherin betreut dort unter schwierigsten Bedingungen 25 Kinder auf engstem Raum. Ihr Engagement, ihre Kraft und ihr Durchhaltevermögen beeindruckten die Besucher sehr.
Ein weiterer Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist das Nähprojekt in Eshowe. Im dortigen Nähcenter bietet der qualifizierte Schneidermeister Mr. Makhanya Aufbaukurse für Frauen an. Viele der Teilnehmerinnen nähen Schuluniformen und schaffen sich damit eine Einkommensquelle. Allerdings bleibt die Bezahlung oft problematisch, da viele Familien die Uniformen erst mit erheblicher Verzögerung bezahlen können.
Auch die Kindergärten in Dumayo und Mbongolwane profitieren weiterhin von den Spendengeldern. Dort konnten dringend notwendige Renovierungsarbeiten durchgeführt werden. Termiten hatten zahlreiche Türrahmen zerstört, außerdem mussten beschädigte Fußbodenbeläge erneuert werden. Ebenso wichtig ist die Finanzierung des täglichen Mittagessens, das für viele Kinder keine Selbstverständlichkeit ist und nur durch die Unterstützung der Spenderinnen und Spender ermöglicht werden kann.
Klassen mit 40 Kindern und mehr sind dort keine Seltenheit. Besonders bewegte sie die Geschichte einer Schule, die während der Apartheid ursprünglich für sogenannte Mischlingskinder gegründet worden war. Weiße Kinder besuchten damals eigene Schulen, Zulu-Kinder andere Einrichtungen und indische Kinder mussten oft lange Busfahrten auf sich nehmen. Heute spielt die Hautfarbe im Schulalltag keine Rolle mehr. Stattdessen prägen Werte wie „Respect“, „Kindness“, „Service“, „Empathy“ und „Resilience“, die auf großen Bannern auf dem Schulgelände zu lesen sind, das tägliche Miteinander.
Nach zwei intensiven Monaten kehrte Edeltraud Parensen mit vielen neuen Eindrücken nach Deutschland zurück. Für sie sind es vor allem die persönlichen Begegnungen und Gespräche, die ihre Arbeit seit mehr als 25 Jahren prägen.
Vor kurzem feierte die Gemeinschaftsgrundschule Dringenberg ihr 75-jähriges Bestehen mit einem großen Schulfest, zu dem auch die Yebo Zululand Initiativen e. V. eingeladen waren. Seit langem unterstützt die Schule den Verein mit vielfältigen Aktionen wie Adventsbasar, Flohmarkt, Sponsorenlauf oder dem Verkauf von Bastelarbeiten. Unter dem Motto „Kinder helfen Kindern“ wird mit den Erlösen unter anderem das Mittagessen in den Kindergärten von Dumayo und Vulingqondo finanziert. Im Rahmen der Feier würdigte der Vorsitzende Jürgen Falke das langjährige Engagement von Schulleitung, Lehrkräften, Eltern und Kindern. Als Dank überreichte er dem Schulleiter Dr. Christian Greiner ein Bild mit Kindern aus dem Kindergarten in Dumayo.

Foto: Yebo

Fito: Yebo

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In Deutschland berichtet Edeltraud Parensen regelmäßig in Vorträgen über die Projekte und ihre Erfahrungen. So war sie kürzlich zu Gast am Gymnasium in Steinheim, wo sie Schülerinnen und Schülern die Lebensbedingungen in Südafrika nahebrachte und die vielfältigen Aktivitäten des Vereins vorstellte. Die Jugendlichen zeigten sich sehr interessiert und aufgeschlossen. Mit zahlreichen Fragen beteiligten sie sich an der Diskussion.
Der Verein Yebo Zululand Initiativen e. V. zeigt eindrucksvoll, wie aus einer persönlichen Idee, dem Engagement vieler Ehrenamtlicher und der Unterstützung zahlreicher Spenderinnen und Spender aus Bad Driburg und ganz Deutschland nachhaltige Hilfe entstehen kann – Hilfe, die das Leben vieler Menschen in Zululand bis heute spürbar verbessert. Weitere Spender sind willkommen.

Titelbild: Große Freude bei Kindern des Kinderheimes in Mbongolwane Foto: Yebo