Akkordeon-Zauber im Gräflichen Park

Doris Dietrich

Bad Driburg. Bereits zum fünften Mal gastierte das Akkordeonorchester Kassel e.V. im Gräflichen Park und setzte damit eine inzwischen liebgewonnene Konzerttradition fort. Unter der Leitung von Markus Gellrich bot das Orchester seinen Zuhörern ein abwechslungsreiches Konzert mit Melodien aus verschiedenen Ländern und Musikrichtungen.

In seiner Begrüßung bedauerte Dirigent Markus Gellrich, dass das Konzert nicht unter freiem Himmel in der Konzertmuschel stattfinden konnte, betonte aber zugleich, wie schön die Auftritte in Bad Driburg jedes Mal seien. Mit den Brunnenarkaden fand sich ein nahezu perfekter Ausweichort. Die hervorragende Akustik sorgte für beste Klangbedingungen. Schon während des Einspielens unmittelbar vor Konzertbeginn spendeten die Besucher ersten Applaus.

Schön hier.
Mit freiwilligen Spenden unterstützten die Besucher die Arbeit des Akkordeonorchesters Kassel.

Einen besonderen Anlass gab es auch: Das Akkordeon ist das „Instrument des Jahres 2026“. Seit 2008 wählen die Landesmusikräte jährlich ein Instrument aus, um dessen Vielfalt und Bedeutung stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Kaum ein Instrument ist so ein echter Alleskönner.

Das Programm führte die Zuhörer auf eine musikalische Reise durch verschiedene Länder. Zu hören waren unter anderem der „Love March“ sowie „Return to Värmeland“, das seinen Ursprung in einem schwedischen Volkslied hat. Anschließend ging es musikalisch in südlichere Gefilde mit lateinamerikanischen Klängen und dem Tango „La Sentimentale“. Markus Gellrich lud die Besucher augenzwinkernd sogar zum Tanzen ein – Platz wäre in den Brunnenarkaden durchaus vorhanden gewesen. Mit einer schwungvollen Rumba setzte das Orchester die Reise fort.

Akkordeonorchester Kassel unter der Leitung von Markus Gellrich

Einen besonderen Höhepunkt bildeten zwei Solostücke gespielt von Markus Gellrich. Der Leiter und Dirigent des Orchesters zeigte dabei eindrucksvoll sein großes Talent und sein herausragendes Können am Akkordeon. Für seine Darbietungen erhielt er stürmischen Applaus – nicht nur vom Publikum, sondern auch von den Mitgliedern seines Orchesters. Besonders anspruchsvoll war das Werk „Proms“. Hier waren höchste Präzision und Technik gefragt. Eindrucksvoll zur Geltung kam dabei die sogenannte Staccato-Spielweise. Hierbei bleiben die Finger auf den Tasten liegen oder werden nur minimal angehoben. Die Trennung der Töne erfolgt durch mikroskopisch kleine, ruckartige Stopp- und Ziehbewegungen des Balgs. Das verleiht der Musik einen spritzigen, lebendigen und rhythmischen Charakter, der insbesondere in schnellen Passagen beeindruckte.

Weitere Stationen der musikalischen Reise führten nach Frankreich. Bekannte Melodien von Edith Piaf weckten Erinnerungen und sorgten für begeisterte Zuhörer. Mit dem Walzer „Donauwellen“ und dem festlichen „Walzer Triumphale“ fand das Konzert einen glanzvollen Abschluss.

Der langanhaltende Applaus zeigte, wie sehr das Publikum die Darbietungen genossen hatte. Als Zugabe spielte das Orchester schließlich „Song Without Words“. Zum Abschluss dankten die Musiker für die herzliche Aufnahme und baten um eine Spende.

Über die große Zahl der Zuhörer freute sich auch Monika Sude, Orchestermitglied und 1. Vorsitzende der Diotima Gesellschaft e.V.. Sie hob die besondere Atmosphäre der jährlichen Konzerte in Bad Driburg hervor, die inzwischen zu einer schönen Tradition geworden seien.

Nach einem Wochenende mit zahlreichen Veranstaltungen in Bad Driburg bildete das Konzert des Akkordeonorchesters Kassel einen besonders stimmungsvollen und gelungenen Ausklang. Die Besucher freuen sich auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr.

Applaus für alle Musiker

Titelbild: Markus Gellrich zeigte bei seinen Solobeiträgen eindrucksvoll die Vielseitigkeit des Akkordeons.

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