Auf Entdeckungs-Tour durch unsere Stadt – Teil 7

Doris Dietrich

Bad Driburg. Informationstafeln geben spannende Einblicke in die Geschichte unserer Stadt. In loser Folge stellen wir sie hier vor. Jede Station widmet sich einem eigenen Thema. Die Tafeln sind barrierearm. Eine Quizfrage mit Antwort macht den Rundgang informativ und unterhaltsam.  


Heute: Station 7 – Alter Markt

Zentrum im Mittelalter

Titelbild  & Rückseite: Infotafel mit Pfarrkirche St. Peter und Paul

Die Keimzelle der Stadt Bad Driburg liegt ziemlich genau an der Stelle, an der sich die Lange Straße und die Pyrmonter Straße kreuzen. Die Lange Straße ist ein Teil des Westfälischen Hellwegs. Diese über 5000 Jahre alte Handelsroute reichte vom Rhein bei Duisburg über Dortmund bis zum Weserübergang bei Höxter/Corvey. Die Pyrmonter Straße markiert historisch gesehen den Abzweig vom Hellweg zur Nachbarstadt Steinheim.

Romanische Kirche aus dem Mittelalter, wo heute die neue Kirche St. Peter und Paul steht.

Mit dem Bau der ersten Kirche im 13. Jahrhundert und der Entstehung des Marktes entwickelte sich in diesem Bereich das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in der Stadt. Der Markt war wichtiger Handelsplatz für Nahrungsmittel, Gebrauchsgüter und Glasprodukte aus der Gegend. Das erste Rathaus der Stadt wurde im 13. Jahrhundert direkt auf den Marktplatz gebaut und ragte weit in den Hellweg hinein. Dadurch sollte das Marktgeschehen überblickt und kontrolliert werden.

Wandel im 19. Jahrhundert

In der preußischen Zeit hatte das Rathaus seine Funktion als demonstratives Zeichen bürgerlicher Selbstregierung zugunsten einer vom Staat ausgeübten Stadtverwaltung vollends verloren. 1805 wurde es abgerissen und später in einem Gebäude am Stadtrand neu eingerichtet. Dies war notwendig, da die Bevölkerungszahl stetig wuchs. Aus diesem Grund wurde auch die romanische Kirche aus dem Mittelalter 1894 bis 1897 durch einen neuen und wesentlich größeren Kirchenbau ersetzt.

Bau der neuen Kirche um 1896
Quelle: Unbekannt

Ein besonders markantes Ereignis in der Stadtgeschichte war der Fronleichnamstag 1934, an dem es in Bad Driburg sogar zu politischen Auseinandersetzungen um die Fahnen der Sturmschar kam. Ob diese historische Aufnahme davon zeugt, weiß man nicht.

Man betraute den Paderborner Dombaumeister Arnold Güldenpfennig (1830 bis 1908) mit den Planungen. Der Neubau der Kirche stellte für die gut 2000 Einwohner eine große Herausforderung dar. Denn die Kosten mussten von der Gemeinde selbst getragen werden. Um das Jahr 1927 wurden die Gebäude westlich der Kirche sowie das Hotel Jakobs (heute Brand-s) gebaut. Dadurch verlor der alte Markt weitgehend seine Funktion. Die Terrassenanlage hinter der Bruchsteinmauer diente als Auffahrt zum Hotel und bot Sitzplätze für die Gäste. Man setzte darauf, die Lange Straße als Einkaufsstraße und Flaniermeile eines aufstrebenden Kurortes zu entwickeln.

Quizfrage
Antwort zur Quizfrage
Erinnerung an das Schützenfest 2024 mit traditionellem Fototermin vor der Kirche – Jungschützenmajestäten Matilda Schmidt und Jonas Menne-Nolte mit der Stadtkapelle Bad Driburg

Bilder:

Archiv Meiners, Doris Dietrich,  Alexander Bieseke

Restauration und Animation digital unterstützt


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