Doris Dietrich
Bad Driburg. Informationstafeln geben spannende Einblicke in die Geschichte unserer Stadt. In loser Folge stellen wir sie hier vor. Viele Bad Driburger gehen täglich daran vorbei – ein kurzer Halt lohnt sich jedoch. Die gelben Tafeln stehen im Stadtzentrum. Sie laden zu einem besonderen Rundgang ein: Jede Station widmet sich einem eigenen Thema. Die Tafeln sind barrierearm und mit Brailleschrift versehen. Eine Quizfrage mit Antwort macht den Rundgang informativ und unterhaltsam.
Heute: Station 2 – Glashandel (Untere Lange Straße)


Die wirtschaftliche Entwicklung Driburgs ist eng mit Glasherstellung und Glashandel verbunden. Holz, Sand und Kalk ermöglichten schon im 12. Jahrhundert erste Wanderglashütten in den Wäldern der Egge.
Mit dem Eisenbahnanschluss ab 1864 und der Umstellung auf Steinkohle entstanden feste Hütten nahe dem Bahnhof, darunter die „Glashütte Becker“, die „Friedrichshütte“ und die „Neue Hütte“. Um 1900 gab es über 100 Glashandelsbetriebe. Die Glaswaren wurden mit Kiepen, Tierkarren und Planwagen monatelang durch Europa transportiert – von Dänemark bis St. Petersburg – bevor Motorfahrzeuge sie ablösten.

(Retusche & Colorierung: Alexander Bieseke)

Quelle: Glaskoch (Retusche: Alexander Bieseke)
In der Langen Straße 127 befand sich von 1902 bis 1972 das Stammhaus der Firma Benedikt Koch jr. (Marke LEONARDO). Unternehmen wie glaskoch, Ritzenhoff & Breker und TABLEROC führen die Tradition fort; Bad Driburger Glas geht bis heute in alle Welt. Hinter dem Gebäude lädt heute das Manifattura Leonardo Factory Outlet zum Stöbern ein.
Das Glasmuseum (Schulstraße 7) erinnert an die Geschichte der Glasstadt.



Titelbild: Aus der Fa. Glaskoch entwickelte sich die internationale Fa. Leonardo. (Hier der Glascube in Bad Driburg-Herste)