Kommt der Schulbau im Mietmodell?

Weichenstellung für die „Schule unter der Iburg“:

Alexander Bieseke

Bad Driburg. Die Zukunft der größten Grundschule der Stadt steht am heutigen Dienstag erneut auf der Tagesordnung des Ausschusses für Schulen, Bildung, Kultur und Sport.

Während das pädagogische Konzept für die „Schule unter der Iburg“ steht, zwingt die schwierige Haushaltslage die Verwaltung nun dazu, neue Wege bei der Finanzierung zu prüfen. Im Fokus steht dabei ein sogenanntes ÖPP-Modell.

Bereits im November 2024 hatte der Rat die Marschrichtung festgelegt: Die „Variante C“ der Machbarkeitsstudie soll umgesetzt werden. Diese sieht vor, den in die Jahre gekommenen Standort an der Jahnstraße in sieben Etappen grundlegend neu zu strukturieren.

Die damalige katholische Grundschule im Bau befindlich.
Foto: Archiv Meiners
Planung der neuen Grundschule am selben Standort
Grafik: Büro REFLEX Architektur

Das Ziel ist eine moderne, fünfzügige Ganztagsgrundschule, die weg von der klassischen „Flurschule“ hin zu flexiblen Lernclustern führt.
Expertise aus Essen: Das Konzept der „Phase Null“
Die zugrunde liegende Machbarkeitsstudie ist das Ergebnis einer intensiven „Phase Null“, in der Pädagogik und Architektur Hand in Hand geplant wurden. Federführend waren hierbei das Büro REFLEX Architektur_Stadtplanung aus Essen (Päivi Kataikko-Grigoleit und Dirk E. Haas) sowie die Schulbauberaterin Britta Grotkamp.

Ihr Entwurf sieht vor, das Lernen in kleinen Einheiten – sogenannten Clustern – zu organisieren, in denen Unterricht und Ganztagsbetreuung räumlich verschmelzen. Auch das Außengelände, inklusive des Katzohlbachs, soll ökologisch aufgewertet und als „Lernlandschaft“ nutzbar gemacht werden.


Finanzierung als Nadelöhr

Doch die Umsetzung der ehrgeizigen Pläne stockt. Wie aus der heutigen Beratungsvorlage hervorgeht, kann die Stadt das Multimillionen-Projekt nicht aus eigener Kraft stemmen. Bisher liegt lediglich ein positiver Förderbescheid über rund 667.000 Euro für Planungskosten vor. Ob weitere Mittel aus Bundesprogrammen fließen werden, ist derzeit ungewiss.


Markterkundung für Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP)

Um den Stillstand zu vermeiden, schlägt die Verwaltung dem Schulausschuss nun am heutigen 20. Januar vor, alternative Realisierungsformen zu prüfen. Konkret geht es um ein Öffentlich-Privates Partnerschaftsmodell (ÖPP) im Rahmen eines Mietmodells.
Dabei würde ein privater Investor das erste geplante „Lernhaus“ auf Basis der bestehenden Machbarkeitsstudie planen, bauen und vorfinanzieren. Die Stadt Bad Driburg würde das Gebäude anschließend über einen längeren Zeitraum mieten. Der Vorteil: Die Baumaßnahme könnte zeitnah beginnen, ohne den städtischen Haushalt sofort mit der vollen Investitionssumme zu belasten.


Entscheidung im Ausschuss

Die Ausschussmitglieder sollen heute die Verwaltung beauftragen, eine Markterkundung durchzuführen. Dabei soll festgestellt werden, ob private Partner für ein solches Mietmodell in Bad Driburg überhaupt bereitstünden. Parallel dazu wird die Stadtverwaltung jedoch weiterhin nach klassischen Förderprogrammen Ausschau halten, um die Schule unter der Iburg fit für die Zukunft zu machen.

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