Kunst als Herausforderung


Ein Besuch im Alten Rathaus Dringenberg

Elisabeth Affani

Bad Driburg-Dringenberg. „Challenge im Quadrat“ heißt die Gemeinschaftsausstellung, die im Alten Rathaus Dringenberg noch bis zum 30. Juni zu sehen ist. Eine Challenge ist eine Herausforderung oder Provokation, ein Problem, eine Anfechtung oder Versuchung, eine Forderung und auch eine Ablehnung.
Das Quadrat kann durchaus praktisch gesehen werden und gab den Mitgliedern des Kunstvereins ArtD Driburg das Format der Exponate vor. Aber man kann es auch als Zeichen dafür nehmen, dass hier 15 Künstler im Quadrat springen. Was dabei herauskam, ist einen Besuch wert.

„Lieder ohne Worte“ nennt die frühere Kunstlehrerin der Bad Driburger Friedrich-Wilhelm-Weber-Realschule Charlotte Heuel ihr Monotype mit Textcollage und Stickerei. Sie ließ sich davon herausfordern, was in der letzten Zeit aus den Medien an verstörenden Nachrichten auf uns eindrang.
Am Rande entdeckt man bei genauerem Hinsehen die berühmten Zeilen des Liedes „Sag mir, wo die Blumen sind. Wo sind sie geblieben?“, das Marlene Dietrich 1962 gegen den Krieg sang. Das Original „Where have all the flowers gone“ wurde 1955 von Pete Seeger verfasst.

„Reise“ nennt Susanne Wolf ihre Collage, mit der sie „Horizonte erweitern“ möchte. Ein niedliches Mädchen in gelber Kleidung und gelben Stiefeln lässt gelbe Papierboote schwimmen – auf der Karte des Mittelmeeres, im Golf von Genua. In Rot sind die Schiffsrouten eingezeichnet. Hübsche Papier-Schmetterlinge, ausgeschnitten aus Buchseiten, flattern über der Idylle, zwischen San Remo und den Ligurischen Alpen. Da mag man nicht an überladene, kenternde Boote denken.

„Mein ziemlich seltsamer Freund Walter“ ist ein Erpel, den Heidi Lange-Kallerhoff neben dem verwegenen Porträt eines Rindviehs abbildet.
Mehr verrät das Landkind nicht, das begeistert „Muuuh!“ rufen möchte.

Die Ausstellung im Alten Rathaus Dringenberg ist samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 17.30 Uhr geöffnet. Im Café darunter gibt es Kaffee und Kuchen.
Ebenfalls noch bis zum 30. Juni ist zu den gleichen Zeiten in der Burg Dringenberg die Ausstellung „Randgegenden, raumbewegt“ von Degenhard Andrulat zu sehen.