Verkehrs- und Wegeleitkonzept Südoststadt

„Fußverkehrs-Check Bad Driburg“

Bad Driburg. Mobil sein und mobil bleiben wollen alle, Junge und Alte. Die sogenannte Infrastruktur im Wohnort muss passen oder angepasst werden. Mehr Mobilität kostet mehr Geld, auch die Kommunen. Diese müssen bei allen Maßnahmen auch an den Umweltschutz denken.

Video: Stefan Ingram


Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept ISEK war Grundlage für die Planung verschiedener Maßnahmen, die die Qualität in Bad Driburgs Fußverkehr verbessern sollen.

Der Fußverkehrs-Check, den die Stadt „gewonnen“ hatte (Bad Driburg im Blick berichtete), war Teil der Strategie, mit der ein Handlungsrahmen geschaffen werden soll. Zukünftige Projekte sollen die „Nahmobilität“ fördern, für einen sicheren öffentlichen Verkehr sorgen („Inter- und Multimodalität“) und zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern Verträglichkeit herstellen.
An den Planungen eines verkehrspolitischen Konzeptes sollten die Bürger beteiligt werden.

Ende Oktober fand eine „Auftaktversammlung für Multiplikatoren“ statt in Form eines „Mobilitätscafés“.
Eines der Themen war das Parken in der Südoststadt, das Schaffen neuer Stellflächen, die Entlastung der Straße Am Krähenhügel, vor allem bei Großveranstaltungen im Schulzentrum. Durch das Ärzte- und Geschäftshaus, die Gesamtschule, die Großturnhalle mit dem Hallenbad und die Anwohner ergeben sich Interessenkonflikte.

Andrea Fromberg vom Planungsbüro VIA aus Köln führte durch Mobilitätscafé und dem Fußverkehrscheck. Foto: VIA Köln

Weitere Themen waren das Radwegenetz, das ausgebaut werden soll, und die Elektromobilität. Oberstes Ziel der Ideenfindung war die Reduzierung des PKW-Verkehrs.
Stellen in der Stadt wurden auf dem Stadtplan markiert, die ein besonderes Konfliktpotenzial enthalten.
Einer der Teilnehmer schlug vor, dass für die Mitarbeiter der Verwaltung Fahrräder bereitgestellt werden.
Um die Situation der Fußgänger als Verkehrsteilnehmer zu verbessern, wurden breitere Gehwege vorgeschlagen, verbesserte Gehwegoberflächen, eine bessere Beleuchtung, abgesenkte Bordsteine im Sinne der Barrierefreiheit, Querungshilfen, eine bessere Trennung vom PKW-Verkehr und Sitzmöglichkeiten. Ein Schulwegecheck sollte stattfinden. Auch die Belange der Kindergärten wurden ins Auge gefasst. Grundsätzlich soll die Infrastruktur barrierefrei gestaltet werden. Zwei Begehungen wurden in Aussicht gestellt.

Der Fußverkehrscheck

So langsam füllt sich der Platz am Bahnhof
Der „Behinderten Beauftragte der Stadt, Thomas Cillissen (3.v.l.)

Der Fußverkehrscheck in der Südoststadt hat nun stattgefunden. Menschen mit Handicap wurden begleitet von Bürgermeister Burkhard Deppe, Mitgliedern des Rates, Baudezernent Martin Kölczer und Thomas Cillessen, der im Rathaus Ansprechpartner für Behinderte ist.

Auch der Bürgermeister Burkhard Deppe (2.v.r.) nahm ebenfalls eine Testbrille entgegen

Der Bürgermeister setzte eine Simulationsbrille auf, um die Probleme der Sehbehinderten im Straßenverkehr nachzuempfinden. Ann-Kathrin Koch vom Netzwerk Mobilität NRW hatte einige Brillenmodelle mitgebracht.

Die Selbsthilfegruppe pro barrierefrei war als Multiplikator zu der Begehung eingeladen worden. Ihre Sprecherin Inge Ernst begleitete die Gruppe mit ihrem Rollator. Die Ratsfrauen Karin Rosemann (CDU), Martina Denkner (GRÜNE) und Petra Flemming-Schmidt (ÖDP) trugen auf dem gesamten Wegstück eine Testbrille und erfuhren, welche Hindernisse und daraus resultierende Ängste und Unsicherheiten sich für Behinderte im Straßenverkehr aufbauen können.
Die zweite Begehung, dieses Mal für Schulkinder, findet Anfang Dezember statt.

Zwischenstation am AWO Kindergarten, am Ende des Dr. Riefenstahl Weg

Am 10. Februar werden die Ergebnisse veröffentlicht.