Bad Driburg. Ein Meer aus Kerzenlichtern, Gebete für den Frieden und eine besondere Atmosphäre: Am letzten Mittwoch stand die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Bad Driburg ganz im Zeichen der Friedensbotschaft von Fatima. Zahlreiche Gläubige waren zu einem besonderen Gebetsabend gekommen, dessen Höhepunkt eine eindrucksvolle Lichterprozession mit der Fatima-Pilgermadonna durch die Innenstadt bildete. Die Marienstatue machte im Rahmen ihrer Deutschlandreise Station in Bad Driburg.Der Verein Deutschland betet Rosenkranz mit seinem 1. Vorsitzenden Manfred Benkert ist bundesweit unterwegs. Die jeweiligen Pfarrgemeinden nehmen Kontakt mit dem Verein auf und vereinbaren einen Termin, an dem die Fatima-Madonna bei ihnen Station macht. Der Verein wurde am 1. Dezember 2021 gegründet und hat seinen Sitz in Altötting. Seitdem versammeln sich an zahlreichen Orten in Deutschland jeden Mittwoch um 18 Uhr Menschen zum gemeinsamen Rosenkranzgebet. Auch in Bad Driburg gibt es diese Gebetsinitiative: Gläubige treffen sich in der Langen Straße, um gemeinsam für Frieden, Versöhnung und Einheit zu beten.

In diesem Jahr führt die Reise der Fatima-Madonna zu insgesamt 50 Stationen in Deutschland. Vor Bad Driburg machte sie unter anderem in Salzgitter Halt, anschließend ging die Reise nach Bonn-Schwarzrheindorf weiter.

Eine ganz besondere Rolle bei der Reise der Fatima-Madonna durch Deutschland spielt Mechthild Neiske aus Altenheerse. Sie war ebenfalls beim Gebetsabend in Bad Driburg dabei und engagiert sich mit viel persönlicher Tatkraft für das Rosenkranzgebet. Im Nachgang zu dem besonderen Abend erzählte sie in einem Telefonat die bewegende Geschichte, wie das Mamamobil entstand und wie sie mit ihrer Spende dazu beitrug, dass die Fatima-Madonna sicher zu den Menschen reisen kann. Als sie 2021 Kontakt zu Manfred Benkert aufnahm, der die Fatima-Madonna aus Portugal nach Deutschland geholt hatte, war für sie schnell klar: „Die Madonna muss auf die Straße und zu den Menschen – wir brauchen ein Auto!“

Und sie handelte: Mechthild Neiske erwarb einen Wagen von einem Mann, der ihn ursprünglich gemeinsam mit seiner Frau zu einem Wohnmobil hatte umbauen wollen. Da die Frau erkrankt war, entschied sich der Besitzer schließlich, das Fahrzeug zu verkaufen. Für Mechthild Neiske war es ein Glücksfall. Mit großer Freude machte sie sich auf den Weg nach Altötting und übergab das Fahrzeug dem Verein „Deutschland betet Rosenkranz“ und dessen Vorsitzendem Manfred Benkert.

So entstand das sogenannte Mamamobil, mit dem die Fatima-Madonna seither sicher und sorgsam zu den Menschen gebracht wird. Die erste Reise führte im Oktober 2022 nach Willebadessen, wo Mechthild Neiske selbst zu Hause ist. Eine schöne Geschichte, die zeigt, wie aus einer persönlichen Idee und viel Tatkraft etwas entstehen kann, das heute Menschen an zahlreichen Orten zusammenführt.

Zu Beginn des Gebetsabends in Bad Driburg begrüßte Pfarradministrator Matthias Klauke die Besucher in der Pfarrkirche. Er stellte die Bedeutung der Fatima-Madonna als „Königin des Friedens“ heraus. Gerade angesichts der vielen Kriege, terroristischen Bedrohungen und weltweiten Krisen sei die Friedensbotschaft von Fatima von großer Aktualität. Dabei gehe es nicht allein um den Frieden in der Welt, sondern ebenso um den Frieden im eigenen Herzen.

Dann setzte sich die Lichterprozession in Bewegung. Der ruhige, trockene Herbstabend bot den passenden Rahmen für die eindrucksvolle Lichterprozession durch die Innenstadt. Angeführt vom Kreuz folgten Porträts der Fatima-Kinder sowie die Fahne der Schützenbruderschaft. Dahinter wurde die Fatima-Madonna getragen. Zahlreiche Teilnehmer begleiteten die Prozession mit brennenden Kerzen in den Händen. Das Kerzenlicht und die vielen Menschen, die sich gemeinsam auf den Weg machten, verliehen dem Abend eine besondere und eindrucksvolle Stimmung.

Zurück in der Kirche berichtete der 28-jährige Adrian Tentscher von seinem persönlichen Glaubensweg. Offen und eindrucksvoll gab er Einblicke in seine Entwicklung und erzählte von besonderen Erlebnissen, die seinen Glauben geprägt haben. Ein wichtiger Moment war für ihn eine Reise mit seiner Familie nach Medjugorje im Jahr 2011. Die dortige Marienverehrung wurde zu einem besonderen Erlebnis. Auch die Musik wurde zu einem wichtigen Bestandteil seines Glaubenslebens. Mit seiner Gitarre nahm er unter anderem am Jugendfestival in Krakau und am Festival der Jugend 2021 in Paderborn teil. Er sprach auch über Licht und Schatten in seinem Leben und darüber, wie er im Glauben eine neue Tiefe gefunden habe. Nach elf Jahren kehrte er erneut nach Medjugorje zurück. Das Rosenkranzgebet habe für ihn dabei eine besondere Bedeutung gewonnen. Seine Botschaft an die Besucher war sehr persönlich: Großeltern mögen für ihre Enkel beten, Eltern für ihre Kinder. Ein Aufruf, den Glauben und das Gebet auch innerhalb der Familien lebendig zu halten.

Im Anschluss stellte Manfred Benkert die Arbeit der Initiative „Deutschland betet Rosenkranz“ vor. Bereits vor vier Jahren war er mit der Fatima-Madonna in Willebadessen zu Gast. „Es braucht Friedensstifter“, machte Benkert deutlich. Der Frieden beginne bei jedem Einzelnen, zunächst mit dem Frieden in sich selbst. Besonders beeindruckt zeigte er sich von einer großen Lichterprozession im Oktober in Berlin, bei der die Fatima-Madonna durch das Brandenburger Tor getragen worden war. Die wachsende Bewegung zeige, wie viele Menschen sich nach Frieden sehnten und dafür gemeinsam beten wollten.

Auch Weihbischof Matthias König aus Paderborn richtete sich an die Besucher. Er berichtete von seiner eigenen Reise nach Fatima vor rund 20 Jahren und unterstrich die Bedeutung der Initiative, Menschen in ganz Deutschland zum gemeinsamen Gebet für den Frieden zusammenzuführen.

Nach einer Kollekte zugunsten der Rosenkranzinitiative, verbunden mit einem Dank an alle Unterstützer und Mitwirkenden, schloss sich die Heilige Messe an.

Für die musikalische Gestaltung des Abends sorgten Julian, Anja, Jakob, Andreas und Regina aus Neuenheerse und Dringenberg. Mit ihrer Musik verliehen sie dem Gebetsabend einen besonderen Rahmen. Nach der Heiligen Messe folgten eine Anbetungsstunde und Lobpreismusik.

Auch die eindrucksvolle Illumination der Pfarrkirche trug zur besonderen Atmosphäre bei: Das Gotteshaus war in stimmungsvolles Licht gehüllt und bot einen passenden Rahmen für Gebet, Besinnung und gemeinschaftliches Erleben.

Viele Besucher zeigten sich anschließend tief beeindruckt. Besonders die Lichterprozession mit der Fatima-Madonna durch die Bad Driburger Innenstadt sei ein bewegendes Erlebnis gewesen. Kerzenlicht, Musik und gemeinsames Gebet hätten gerade in einer Zeit, die von so vielen Konflikten und Problemen geprägt sei, ein wichtiges Zeichen gesetzt.