Modell-Bundesbahn bleibt – und schreibt ihre Geschichte in Brakel weiter

Rund 75.000 Euro Unterstützung sichern die Zukunft – drei Jahre Umbau bis zum neuen Anlagenthema „Altenbeken 1975“

Alexander Bieseke

Brakel/Bad Driburg. Die Weichen sind gestellt: Die Modellbundesbahn in Brakel bleibt erhalten. Nach einer rund dreijährigen Umbauphase soll die beliebte Anlage 2029 mit einem neuen, rund 100 Quadratmeter großen Anlagenthema wieder ihre Türen öffnen, so Thomas Fuest vom Kreis in seiner Pressemitteilung.

Damit ist eine Entwicklung abgewendet, die im Frühjahr noch durchaus möglich schien. Am 29. Mai dieses Jahres schloss die Modellbundesbahn zunächst ihre Türen. Nun steht fest: Es geht weiter.

Entscheidend dafür war nach Angaben der Betreiber auch eine gemeinsame Initiative von Landrat Michael Stickeln und Brakels Bürgermeister Alexander Kleinschmidt. Beide hatten sich nach einem persönlichen Austausch mit den Betreibern öffentlich für Unterstützung eingesetzt. Der Aufruf fand Resonanz: Unternehmen, Banken und Privatpersonen stellten insgesamt rund 37.000 Euro zur Verfügung. Über eine eigene Crowdfunding-Aktion kamen weitere rund 38.000 Euro zusammen.

Den größten Teil der für die Erweiterung notwendigen Investitionen bringen die Betreiber nach eigenen Angaben selbst auf. Rund zwei Drittel der benötigten Mittel seien aus eigener Kraft erwirtschaftet und finanziert worden. Ohne die zusätzliche Unterstützung wäre der nächste Entwicklungsschritt jedoch nicht möglich gewesen.

Von Bad Driburg nach Brakel

Die Geschichte der Modellbundesbahn begann allerdings nicht in Brakel. Ihre Wurzeln liegen in Bad Driburg. Von dort entwickelte sich die Anlage weiter und fand schließlich in Brakel ihre heutige Heimat. Aus den regionalen Anfängen entstand eine über die Kreisgrenzen hinaus bekannte Attraktion, die Eisenbahnfreunde, Modellbauer und Familien gleichermaßen anzieht.

Allein von Weihnachten bis Ende Mai besuchten nach Angaben der Betreiber rund 25.000 Menschen die Dauerausstellung.

Für die Betreiber Karl Fischer und Norbert Sickmann ist deshalb klar, dass die Geschichte noch lange nicht beendet ist. Stattdessen soll nun das nächste Kapitel aufgeschlagen werden – erneut in Brakel.

117 neue Gebäude für „Altenbeken 1975“

Während der kommenden drei Jahre bleibt die reguläre Ausstellung geschlossen. Hinter den Kulissen wird jedoch intensiv gearbeitet. Insgesamt 117 neue Gebäude sollen entstehen und die Modellwelt um einen weiteren Abschnitt erweitern.

Ganz verzichten müssen Besucher während der Umbauzeit trotzdem nicht. Geplant sind spezielle Baustellenführungen, bei denen Interessierte einen Blick hinter die Kulissen werfen und den Fortschritt der Arbeiten unmittelbar verfolgen können.

2029 soll dann der Vorhang für das neue Anlagenthema „Altenbeken 1975“ aufgehen. Rund 100 Quadratmeter soll der neue Abschnitt umfassen.

Für die Modellbundesbahn bedeutet das eine längere Pause – aber eben keine Endstation. Die Züge sollen in Brakel weiterfahren.

Titelbild: Mit vereinten Kräften ist es gelungen, die Zukunft der Modellbundesbahn in Brakel zu sichern. Mit einer gemeinsamen Initiative haben Landrat Michael Stickeln (l.) und Brakels Bürgermeister Alexander Kleinschmidt (3.v.l.) einen wichtigen Impuls für die Rettung gegeben, indem sie in einem öffentlichen Aufruf um Unterstützung für die einzigartige Anlage gebeten haben. Mit großer Freude und viel Tatendrang blicken die Betreiber Karl Fischer (2.v.l.) und Norbert Sickmann nun in die Zukunft. Foto: Kreis Höxter

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