Private Waldbesitzende aus den Kreisen Paderborn und Höxter schließen sich zusammen
Alexander Bieseke
Bad Driburg-Neuenheerse. Die privaten Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer aus den Kreisen Paderborn und Höxter haben ihre Kräfte gebündelt: Mit der Gründung der neuen Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Hochstift entsteht eine der größten Forstbetriebsgemeinschaften in Nordrhein-Westfalen.

v.l. Roland Schockemöhle, Hans Rudolf Ising, Werner Hartmann, Christoph Johlen, Christoph Wiegand, Stefan Befeld, Burkhard Rhode, Hans Josef Hanewinkel, Hans Hugo Schuchard
Die neue FBG vereint 466 Mitglieder mit einer gemeinsamen Waldfläche von rund 4.152 Hektar. Die endgültige Entscheidung zur Fusion war 2025 gefallen. Zuvor waren die Waldbesitzenden in sechs einzelnen Forstbetriebsgemeinschaften organisiert, die über Jahrzehnte die Grundlage für eine gemeinsame und nachhaltige Bewirtschaftung kleiner und verstreut liegender Privatwälder bildeten.
Mit der Zeit stiegen jedoch die Anforderungen an die ehrenamtlichen Vorstände deutlich, während gleichzeitig die Nachbesetzung immer schwieriger wurde. „So konnte es nicht weitergehen. Wir mussten professioneller werden und unsere Kräfte bündeln. Die Fusion war aus meiner Sicht der einzig richtige Weg“, erklärt Burkhard Rhode, ehemaliger Vorsitzender der FBG Egge-Nethe.
Schlanke Struktur, regionale Verankerung
Die Vorbereitung der Fusion erstreckte sich über mehrere Jahre, da es für ein Vorhaben dieser Größenordnung keine bestehende Blaupause gab. Aus sechs Vorständen wurde ein gemeinsames Gremium gebildet, in dem alle bisherigen Forstbetriebsgemeinschaften weiterhin vertreten sind.
„Uns war von vornherein wichtig, dass die FBG vor Ort erreichbar bleibt. Die Forstbetriebsgemeinschaft ist ein wichtiges Sprachrohr des Kleinprivatwaldes in der Region“, betont der neue Vorsitzende der FBG Hochstift, Christoph Johlen.
Die Geschäftsführung übernimmt die Waldbauernholz Sauerland-Hellweg eG aus Olsberg, die ursprünglich für die Holzvermarktung gegründet wurde und inzwischen auch weitere forstliche Dienstleistungen anbietet.
Unterstützung durch das Land NRW
Ein wesentlicher Vorteil für die Mitglieder ist die Förderung forstlicher Beratungsleistungen: Diese werden in der Regel zu 80 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen bezuschusst. Aktuell stehen der FBG Hochstift drei Förster von Wald und Holz NRW beratend zur Seite.
„Der Klimawandel ist eine Jahrtausendherausforderung für unsere Wälder. Wir unterstützen die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer dabei, ihre Wälder nachhaltig zu bewirtschaften und für kommende Generationen zu erhalten“, sagt Roland Schockemöhle, Leiter des Regionalforstamtes Hochstift von Wald und Holz NRW, von dem BDiB auch diese Informationen erhielt.
Ehrenamt bleibt entscheidend
Trotz der neuen Struktur bleibt ehrenamtliches Engagement ein zentraler Bestandteil der Arbeit. „Für den Einsatz der Vorstände, insbesondere von Burkhard Rhode und Christoph Johlen, bin ich sehr dankbar. Auch in zahlreichen Rechtsfragen hat uns Hans-Josef Hanewinkel ehrenamtlich beraten. Ohne diese Unterstützung gäbe es die FBG Hochstift nicht“, so Schockemöhle.
Herausforderungen durch Klimaschäden
Die massiven Dürre- und Borkenkäferschäden der vergangenen Jahre haben die Holzernte deutlich reduziert. Künftig wird es daher weniger um große Holzmengen gehen, sondern vielmehr um die Pflege und Entwicklung junger, neu aufgeforsteter Bestände.
Dafür brauche es langfristig engagierte Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die die Wälder aktiv begleiten und erhalten.
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Über Wald und Holz NRW

Der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen ist Teil der Landesforstverwaltung. Mit seinen 15 Regionalforstämtern ist Wald und Holz NRW flächendeckend im ganzen Land vertreten. Wald und Holz NRW kümmert sich um die Belange des Waldes, der mit rund 950.000 Hektar 28 Prozent der gesamten Landesfläche ausmacht. Dazu gehören Erhalt und Förderung des Waldes in NRW, Beratung und Betreuung des privaten und kommunalen Waldbesitzes, Bewirtschaftung von 128.000 Hektar landeseigenen Waldflächen sowie Forschung in den Bereichen Wald, Holzverwendung und Klima.
Zum Aufgabengebiet zählen außerdem Umweltbildung, Naturschutz und Überwachung der Einhaltung der geltenden Rechtsvorschriften im Wald. Der Landesbetrieb zählt zum nachgeordneten Bereich des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.
Zuständige Ministerin ist Silke Gorißen.
Aufteilung der Waldflächen nach Kreisen
Kreis Höxter: Der waldreichere Teil des Hochstifts mit ca. 35.260 Hektar Waldfläche. Geprägt durch das Weserbergland und das Eggegebirge.
Kreis Paderborn: Besitzt ca. 36.240 Hektar Waldfläche (inklusive der großen zusammenhängenden kommunalen und privaten Waldgebiete in der Senne, um Büren und im Sauerland-Übergang).
Die Besitzstrukturen im Hochstift
Die Verteilung der Eigentümer im Hochstift ist im Vergleich zum restlichen Nordrhein-Westfalen außergewöhnlich, da es durch die historische Säkularisierung der Klöster sehr viel Staatswald gibt