Stadt Bad Driburg geht konsequent gegen Zigarettenkippen-Müll vor – Bußgeld von 30 Euro beschlossen
Alexander Bieseke
Bad Driburg. Die Stadt Bad Driburg verschärft ihr Vorgehen gegen achtlos weggeworfene Zigarettenkippen. In Abstimmung mit dem zuständigen Ausschuss wurde beschlossen, das Wegwerfen von Zigarettenkippen künftig mit einem Bußgeld in Höhe von 30 Euro zu ahnden. Bei wiederholten Verstößen kann zusätzlich die Ableistung gemeinnütziger Arbeit angeordnet werden. Einige Kommunen in Deutschland haben bereits längere Zeit positive Erfahrungen gemacht.
Mit dieser Maßnahme reagiert die Stadt auf ein zunehmendes Problem im öffentlichen Raum. Weggeworfene Zigarettenkippen stellen nicht nur eine erhebliche Umweltbelastung dar, sondern bergen auch konkrete Gefahren für Kinder und Tiere. Die in den Filtern enthaltenen Schadstoffe können Böden und Gewässer belasten und sind gesundheitsschädlich.



Besonders betroffen sind stark frequentierte Bereiche im Stadtgebiet. So häufen sich insbesondere in den Bankbereichen der Langen Straße zahlreiche Zigarettenkippen, die sich tief in den Fugen der Pflastersteine festsetzen. Diese sind oftmals nur mit großem Aufwand zu entfernen. Neben den praktischen Herausforderungen bei der Reinigung leidet auch das Stadtbild erheblich unter der Verschmutzung.
Auch finanziell nicht unerheblich
Neben den ökologischen und städtebaulichen Aspekten hat die Maßnahme auch eine finanzielle Dimension. Bei rund 20.000 Einwohnern frequentieren täglich schätzungsweise zwischen 6.000 und 8.000 Menschen die Innenstadtbereiche, Parks und Aufenthaltszonen. Geht man davon aus, dass etwa ein Fünftel davon raucht und ein kleiner Teil seine Zigarettenkippen achtlos entsorgt, ergibt sich eine relevante Anzahl täglicher Verstöße.
Selbst bei einer moderaten Kontrolldichte könnten so jährlich Einnahmen im Bereich von rund 65.000 Euro generiert werden. Bei intensiveren Kontrollen sind Einnahmen von bis zu 200.000 Euro jährlich denkbar. Diese Zahlen verdeutlichen das finanzielle Potenzial der Maßnahme – auch wenn die Stadt ausdrücklich betont, dass es nicht um Einnahmen, sondern um Verhaltensänderung geht.
Vielmehr sollen die Bußgelder eine klare Lenkungswirkung entfalten und dazu beitragen, die Verschmutzung nachhaltig zu reduzieren. Denn die Reinigung der festgesetzten Kippen verursacht erhebliche Kosten, die letztlich von der Allgemeinheit getragen werden.
Die Stadt Bad Driburg setzt mit dem Beschluss ein klares Zeichen für mehr Sauberkeit, Umweltbewusstsein und Lebensqualität. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger für den verantwortungsvollen Umgang mit Abfällen zu sensibilisieren und gleichzeitig konsequent gegen Umweltverschmutzung vorzugehen.
Die Stadtverwaltung appelliert an alle Raucherinnen und Raucher, Zigarettenreste ordnungsgemäß zu entsorgen und die bereitgestellten Abfallbehälter zu nutzen. Nur durch gemeinsames Handeln kann das Stadtbild nachhaltig verbessert und die Umwelt geschützt werden.
In der nächsten Ratssitzung soll final über diese Maßnahmen abgestimmt werden.