Kraftvolle Botschaften für 100 Prozent Menschen-würde

Schüler setzen klares Signal gegen Hass und Ausgrenzung

Alexander Bieseke

Bad Driburg-Neuenheerse. Mit einer eindrucksvollen Auftaktveranstaltung am Gymnasium St. Kaspar in Neuenheerse ist der Kreis Höxter in die diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus gestartet. Unter dem Motto „100 Prozent Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ setzten alle Mitwirkenden gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern ein starkes Zeichen für Respekt, Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig wurde die Vorfreude auf mehr als 50 Veranstaltungen und Aktionen bis zum 29. März geweckt, so der Kreis Höxter in einer Pressemitteilung.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen drei Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9: Annie Johlen, Greta Stein und Mia Fritsche. In rosafarbenen Outfits der Aktion „#PinkGegenRassismus“ führten sie souverän und engagiert durch das Programm und überzeugten mit Herz, Haltung und klaren Botschaften. Sie betonten, dass das Gymnasium St. Kaspar als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ diese Werte nicht nur trage, sondern aktiv lebe.

Stellvertretender Landrat Werner Dürdoth eröffnete die IWgR und stellte fest: „Wir brauchen Menschen, die hinsehen, zuhören und widersprechen.“ Foto: Kreis Höxter 

Der stellvertretende Landrat Werner Dürdoth unterstrich in seiner Ansprache die Bedeutung von Wachsamkeit und gesellschaftlichem Engagement. Extremistische Kräfte versuchten, die Gesellschaft zu spalten, weshalb es umso wichtiger sei, dass Menschen hinschauten, zuhörten und widersprächen. Gerade junge Menschen seien heute einer Vielzahl an Informationen ausgesetzt, die nicht immer mit den Grundwerten von Menschenwürde und Respekt vereinbar seien.

Als Botschafter der Aktionswochen hob der Landtagsabgeordnete Matthias Goeken die zentrale Rolle der Menschenwürde für das gesellschaftliche Miteinander hervor. Respekt, Toleranz und Rücksichtnahme seien unverzichtbare Grundlagen. Hass und Intoleranz dürften keinen Platz in der Gesellschaft haben. Besonders lobte er das klare Engagement der Schülerinnen und Schüler, die sich deutlich gegen Ausgrenzung positionierten.

Schulleiterin Christin Johlen machte in ihrer Rede deutlich, dass Rassismus oft im Alltag beginne – in kleinen Bemerkungen, Gesten oder Situationen des Ausschlusses. Entscheidend sei, wie Menschen in solchen Momenten reagierten. Engagement entstehe nicht durch Vorgaben, sondern durch gelebte Verantwortung. Ein wichtiger Baustein sei dabei die schulische Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, in der konkrete Handlungsmöglichkeiten für ein respektvolles Miteinander erarbeitet würden.

Auch Bad Driburgs Bürgermeister Tobias Tölle würdigte das Engagement der Schülerinnen und Schüler und rief dazu auf, sich entschieden gegen rassistische und rückwärtsgewandte Denkweisen zu stellen.

Einen historischen Bezug stellte der Historiker Norbert Ellermann von der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg her. Er betonte, dass Ausgrenzung und Hass im Denken entstünden und genau dort bekämpft werden müssten. Gerade Orte mit belasteter Geschichte trügen eine besondere Verantwortung, heute für Würde und Erinnerung einzustehen.

Die Bläser AG des Gymnasiums St. Kaspar, dirigiert von Schulleiterin Christin Johlen, verlieh dem Vormittag einen würdevollen Rahmen. Foto: Kreis Höxter
Historiker Norbert Ellermann von der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg sagt im Interview – hier mit den Schülerinnen Mia Fritsche (links) und Annie Johlen: „Das Böse beginnt im Kopf und darum müssen wir es dort bekämpfen.“  Foto Kreis Höxter

Für kulturelle Höhepunkte sorgten die Schulband sowie die Bläser-AG des Gymnasiums. Mit ihrem selbst komponierten Rocksong „Nichts ist egal“ setzte die Band ein eindringliches musikalisches Statement gegen Gleichgültigkeit und für Zivilcourage.

Die Auftaktveranstaltung markiert den Beginn eines umfangreichen Aktionsprogramms im gesamten Kreis Höxter. Seit dem 16. März bis zum 29. März finden über 50 Workshops, Lesungen, Sportaktionen und Ausstellungen statt, die vom Kommunalen Integrationszentrum koordiniert werden. Zahlreiche Partner beteiligen sich an den vielfältigen Angeboten.

Dominic Gehle, Leiter der Abteilung Bildung und Integration beim Kreis Höxter, zeigte sich beeindruckt vom Engagement im Kreisgebiet. Auch Filiz Elüstü vom Kommunalen Integrationszentrum hofft auf eine rege Beteiligung der Bevölkerung und lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich an den Veranstaltungen zu beteiligen und gemeinsam ein Zeichen für Menschenwürde zu setzen.

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Titelbild: Auftaktveranstaltung Internationale Wochen gegen Rassismus und Rechtsextremismus im Kreis Höxter mit (vordere Reihe von links): Greta Stein, Mia Fritsche, Annie Johlen (die Moderatorinnen und Schülerinnen der Jahrgangsstufe neun des Gymnasiums St. Kaspar), stellvertretender Landrat Werner Dürdoth, Filiz Elüstü (Teamleiterin Kommunales Integrationszentrum Kreis Höxter) sowie (hintere Reihe von links) Jörg Lange (Gymnasium St. Kaspar), Historiker Norbert Ellermann (Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 bis 1945), Schulleiterin Christin Johlen, IWgR-Botschafter und Landtagsabgeordneter Matthias Goeken, Bad Driburgs Bürgermeister Oliver Tölle, Marleen Menne (Vereinigte Volksbank eG) und Dominic Gehle (Abteilungsleiter Bildung und Integration beim Kreis Höxter). Foto: Kreis Höxter


Hinweis: In der vorigen Veröffentlichung wurde der falsche Text publiziert.  Diesen Fehler haben wir nach Hinweis durch die Kreispressestelle korrigiert. Wir bitten um Verzeihung.

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