Wenn Geschichte lebendig wird

Doris Dietrich

Bad Driburg. Der Dokumentarfilm „Jäger und Gejagte – Der Wilddieb Hermann Klostermann“ lockte rund 40 Besucher in das Bad Driburger Kino. Sie wollten am Sonntagvormittag, 1. März mehr über den legendären Wilddieb Hermann Klostermann erfahren.

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Besonders freute sich das Publikum über die Anwesenheit des Regisseurs Peter Schanz, der gemeinsam mit seiner Frau Anke Schanz und dem Ton- und Technikmann Sven Kösters gekommen war. Zu Beginn gab Peter Schanz eine Einführung in die Entstehungsgeschichte des Films. Viele Legenden ranken sich um Hermann Klostermann, der im 19. Jahrhundert als Wilddieb durch das Eggegebirge und Waldecker Land streifte und im Volksmund auch „Robin Hood der Egge“ genannt wurde. Die Parallelen zur bekannten Robin-Hood-Legende sind unübersehbar – doch Klostermann war keine Sagengestalt, sondern eine reale Person.

Allerdings, so Schanz, sei es nicht leicht gewesen, Fakten von Mythen zu trennen. Zahlreiche Geschichten seien nicht belegbar. Umso bedeutender seien die Ergebnisse seiner gründlichen Recherche: Originalakten in Sütterlinschrift und in lateinischer Schrift wurden ausgewertet. Besonders spannend war ein aufgefundener Briefwechsel, unter anderem mit dem Förster von Wrede aus Willebadessen. Diese historischen Quellen verliehen dem Film eine fundierte Basis.

Gedreht wurde über das gesamte Jahr hinweg, um alle vier Jahreszeiten einzufangen. Rund 70 Mitwirkende waren an der Produktion beteiligt – viele davon Laiendarsteller, die mit großem Enthusiasmus bei der Sache waren. Jeder packte mit an, selbst bei den Kostümen. Unterstützt wurde die Recherche unter anderem von einem Polizeibeamten a.D., der als Archivar wertvolle Quellen beisteuerte.

Ein Besucher brachte seine Eindrücke auf den Punkt: „Sehr interessant, der Film – wunderbare Landschafts- und Naturaufnahmen aus allen vier Jahreszeiten, dazu geschichtliche Fakten und passende Spielszenen.“

Nach dem Abspann nahm sich Peter Schanz Zeit für eine ausführliche Fragerunde. Dabei sorgte er mit einer Anekdote für Heiterkeit: „Während der Dreharbeiten im Wald ist einmal eine Wandergruppe ins Bild geraten. Wir haben freundlich um Ruhe gebeten, um filmen zu können. Monate später, bei einer Kinovorführung, erzählte ich diese Geschichte – und erntete zustimmendes Lachen, als sich herausstellte, dass einige der damaligen Wanderer im Publikum saßen.“

Bis heute lebt die Erinnerung an Hermann Klostermann in der Region fort. Ein Bier trägt seinen Namen, es gibt ausgewiesene Wanderwege und in Hardehausen steht die Klostermanns Hütte.

Auch die Kinobetreiber Elina und Thomas Wirth zeigten sich erfreut über die positive Resonanz. Im Foyer verkaufte Anke Schanz im Anschluss DVDs sowie USB-Sticks mit dem Film – und viele Besucher nutzten die Gelegenheit, ein Stück Regionalgeschichte mit nach Hause zu nehmen.

Ein gelungener Filmvormittag, der Geschichte lebendig machte und zeigte, wie eng Legende und Wirklichkeit manchmal beieinanderliegen.

Titelbild: Es freuten sich über den gelungenen Kinovormittag: (v.l.) Anke Schanz, Peter Schanz, Sven Kösters und Thomas Wirth.

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