Einsätze von Rettungsdienst und Feuerwehr an der ZUE Bad Driburg

Anteil am Gesamtaufkommen gering, aber kontinuierlich

Alexander Bieseke

Bad Driburg / Kreis Höxter.
Im Zusammenhang mit der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Geflüchtete in Bad Driburg hat der Kreis Höxter Zahlen zu Einsätzen von Rettungsdienst und Feuerwehr im Jahr 2025 auf Nachfrage der Redaktion veröffentlicht. Die Daten ermöglichen eine prozentuale Einordnung der Einsätze im Verhältnis zum gesamten Einsatzgeschehen im Kreisgebiet.

Im Vorfeld der Zahlenveröffentlichung hatten Vertreter der AfD von einer aus ihrer Sicht hohen Einsatzbelastung im Zusammenhang mit der ZUE berichtet und einzelne Einsatztage genannt. Berufen wurde sich auf Hinweise der Bevölkerung sowie aus Einsatzkreisen über häufige Rettungswagen-Einsätze und polizeiliche Maßnahmen.

Der Rettungsdienst des Kreises Höxter rückte im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 zu insgesamt 35.894 Einsätzen aus. Davon entfielen 99 Einsätze auf die ZUE Bad Driburg. Dies entspricht einem Anteil von rund 0,28 Prozent aller Rettungsdiensteinsätze im Kreisgebiet.

Nach Angaben des Kreises handelte es sich bei der Mehrzahl dieser Einsätze um Patiententransporte. In 15 Fällen – das sind etwa 15 Prozent der ZUE-bezogenen Rettungsdiensteinsätze – erfolgte der Einsatz zur Absicherung von Feuerwehreinsätzen.
Zu den Kosten dieser Rettungsdiensteinsätze liegen dem Kreis Höxter keine gesonderten Daten vor. Eine spezifische Kostenerfassung für Einsätze an der ZUE werde nicht geführt.

Auch zur Feuerwehr hat der Kreis Zahlen vorgelegt. Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr im Kreis Höxter im Jahr 2025 2.762 Einsätze. Davon standen 15 Einsätze im Zusammenhang mit der ZUE Bad Driburg, was einem Anteil von rund 0,54 Prozent aller Feuerwehreinsätze im Kreis entspricht. Laut Kreisverwaltung handelte es sich dabei um Alarmierungen und tatsächliche Einsätze infolge automatischer Brandmeldeanlagen.
Angaben zu den Kosten dieser Feuerwehreinsätze liegen dem Kreis ebenfalls nicht vor. Die Feuerwehren seien den Kommunen zugeordnet; grundsätzlich seien Feuerwehreinsätze nicht kostenpflichtig.

Vor dem Hintergrund der öffentlich erhobenen Vorwürfe zu einer angeblich außergewöhnlich hohen Zahl von Fehl- oder vermeidbaren Einsätzen erlaubt die statistische Betrachtung eine nüchterne Einordnung.

Bezogen auf die durchschnittliche Belegung der ZUE von rund 400 Bewohnerinnen und Bewohner entspricht die Zahl der Rettungsdiensteinsätze in etwa dem Kreisdurchschnitt und liegt sogar leicht darunter. Ein deutlich überproportionaler Anstieg lässt sich insoweit aus den vorliegenden Zahlen nicht ableiten.

Bei den Feuerwehreinsätzen zeigt sich zwar ein rechnerisch höherer Anteil im Verhältnis zur Bewohnerzahl, allerdings handelt es sich mit 15 Einsätzen im gesamten Jahr um eine sehr geringe absolute Zahl. Ob und in welchem Umfang es sich hierbei um Fehlalarme oder vermeidbare Einsätze handelte, geht aus den Daten des Kreises nicht hervor und bedarf gegebenenfalls einer gesonderten Bewertung durch die zuständigen Stellen.

Eine Stellungnahme der Stadt Bad Driburg zu möglichen kommunalen Kosten, zur Bewertung einzelner Einsätze oder zu präventiven Maßnahmen liegt bislang noch nicht vor. Eine entsprechende Anfrage wurde Anfang Januar an die Stadtverwaltung gerichtet.

Die nun vorliegenden Daten des Kreises zeigen, dass die Einsätze an der ZUE zwar regelmäßig vorkamen, gemessen am gesamten Einsatzaufkommen im Kreis jedoch einen vergleichsweise geringen prozentualen Anteil ausmachten.


Infobox

Nach Angaben der Bezirksregierung Detmold verfügt die Zentrale Unterbringungseinrichtung in Bad Driburg über eine Kapazität von bis zu 500 Plätzen. Asylsuchende haben auf Grundlage des Asylbewerberleistungsgesetzes Anspruch auf die medizinisch erforderliche Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände.

Zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung ist in der Einrichtung eine Sanitätsstation eingerichtet. Deren Mitarbeiter gewährleisten die medizinische Grund- und Erstversorgung der Bewohner und koordinieren bei weitergehendem Behandlungsbedarf die Versorgung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Krankenhäuser, so Peter Westphal, Pressesprecher der Bezirksregierung Detmold unserer Redaktion gegenüber.

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