Doris Dietrich
Bad Driburg. In der Broschüre zum Veranstaltungsprogramm 2026 des Heimatvereins Bad Driburg e.V. ist eine interessante Übersicht über die Bad Driburger Stadtgeschichte aus den Jahren 1976 und 1926 enthalten. Mit Einverständnis von Dr. Udo Stroop wurden hier für Bad Driburg im Blick die Ereignisse vom April vor 50 bzw. 100 Jahren ausgewählt. Sie lassen den Leser auf eine besondere Weise in die Vergangenheit reisen und sind es wert, daran zu erinnern.
Bad Driburg vor 50 Jahren
03.04.1976: Eine Tanzveranstaltung des „Clubs 75 Bad Driburg“ zugunsten der
Lebenshilfe erzielte einen Reinerlös von 1.600 Mark.
03.04.1976: Neuer Leiter der Familienbildungsstätte ist Peter Leifeld.
05.04.1976: Ertappt wird eine Frau, die sich in einem Selbstbedienungsladen
Waren im Wert von 102 Mark aneignete.
05.04.1976: Die Jahreshauptversammlung des Kaninchenzuchtvereins W 867
Bad Driburg bestätigt Stefan Tomaszewski als Vorsitzenden. Als Vereinsmeister werden Josef Temme und Dirk Pohlmann ausgezeichnet.
07.04.1976: Die Gemeinschaftsgrundschule Bad Driburg veranstaltet ein Schwimmfest für alle ihre Schüler.
07.04.1976: Die Kraftfahrzeuginnung hält ihre Jahreshauptversammlung im Kurhaus ab.
09.04.1976: Aus einer Garage am Gottfried-Büren-Weg wird ein Krad der
Marke Honda entwendet.
09.04.1976: Die Landesgruppe Nord und West im Deutschen Verband für Wasserwirtschaft trifft sich zu einer Vortrags- und Studienfahrtveranstaltung in
10.04.1976: Das Landestheater Detmold gastiert in Bad Driburg mit der komischen Oper „Zar und Zimmermann“.

10.04.1976: Da er sich am 15. März im Urlaub befunden habe, habe er auch erst danach den Bericht über die Gewerkschaftsveranstaltung mit den ehemaligen Beschäftigten der Driburger Glashütte gelesen, sagt Stadtdirektor Dr. Stephan in einem Pressegespräch. Er verwahrt sich scharf gegen die
Überschrift „die Stadt hat versagt.“
10.04.1976: Die Musikschule gründet im Verein mit der Volkshochschule eine
Tanzgruppe für Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 13 Jahren.
12.04.1976: Unter Alkoholeinfluss befährt ein Lkw-Fahrer die Brakeler Straße.
Er will in die Brunnenstraße einbiegen, missachtet aber die Vorfahrt eines anderen Fahrzeugs. Der Führerschein wird sichergestellt.
12.04.1976: Die Schiedsmannsvereinigung des Landgerichts Paderborn tagt in Bad Driburg.
15.04.1976: Der jetzige Bahnübergang am Verkehrsamt soll durch ein Brückenbauwerk ersetzt werden
16.04.1976: Das Jugendrotkreuz Bad Driburg erzielt bei einem internationalen Turnier im holländischen Eibergen den 2. Platz.
16.04.1976: Die Stadt Bad Driburg, die Gemeinde Altenbeken und die Stadtwerke Paderborn schließen den Absichts-Vertrag für die Gründung des Wasserversorgungsverbundes „Westliche Egge“. Die Räte müssen dem Vertrag
noch zustimmen, doch gilt die Zustimmung als sicher.
16.04.1976: Auf einer Bürgerversammlung des SPD-Ortsvereins spricht der
Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses des Landtags Dr. Zöpel.
20.04.1976: In einer scharfen Rechtskurve kommt ein Pkw von der Fahrbahn ab, fährt ein 5 m tiefe Böschung hinunter und kommt mit den Vorderrädern auf
dem Bahngeleis zum Stehen. Dem Fahrer wird eine Blutprobe entnommen. Der
Schaden wird auf 7.000 Mark geschätzt.
20.04.1976: Nachdem das Hallenbad erstellt ist, löst sich der 1970 gegründete
„Verein zur Förderung eines Hallenbades in Bad Driburg e.V.“ auf.
23.04.1976: Bernhard Brinkmöller, Tischlermeister, Ehrenobermeister der
Tischlerinnung und langjähriger Bürgermeister der Stadt vollendet sein 85.
Lebensjahr.
27.04.1976: Der Werbering zeigt sich mit seinem Werbeslogan „Bad Driburg,
Wo Einkaufen Spaß macht“ zufrieden. Die Gewerbetreibenden hätten damit
neue Maßstäbe zur Förderung der Einkaufsattraktivität gesetzt, so der
Vorsitzende des Werberings Albert Braun.
27.04.1976: Auf einem Parkplatz an der B 64 wird ein abgestellter Pkw
aufgebrochen. Entwendet werden Kleidungsstücke, eine Brieftasche mit
Bargeld, ein Kassettenrecorder sowie weitere persönliche Gegenstände.
28.04.1976: Nur mit radikalen Streichungen gelingt es der Stadt Bad Driburg als einziger Stadt im Kreis Höxter, so Kämmerer Josef Meier, den Haushalt
1976 auszugleichen.
Bad Driburg vor 100 Jahren
Anfang April 1926: Die Zahl der Erwerbslosen beträgt in der Stadt 59 und im Amt 0.
03.04.1926: Bei einem nächtlichen Einbruch in das Uhren- und
Goldwarengeschäft Sievert (Lange Straße, Hansahaus) werden Waren für ca.
1.500 Mark gestohlen.
05.04.1926: Konzert des Driburger Männerchores (Leitung: Fritz Gossing) im
Wiener Hof mit den Solisten Luise Flohr (Konzertpianistin) und Fritz Gossing (Flöte).
06.04.1926: Die Stadtverordneten setzen als Schulgeld für die Höhere Knaben-
und Mädchenschule fest: Obertertia 21, Untertertia 19, Quarta 17, Quinta 16,
Sexta 15 Mark monatlich. Die Ermäßigung für das zweite Kind beträgt 25, für
das dritte 50 und für das vierte 100 %.
09.04.1926: Glasmacher Melchior Beimling feiert sein 50jähriges Berufsjubiläum in der Glasfabrik Becker.
11.04.1926: 39 Kinder (19 Jungen und 20 Mädchen) gehen zur Erstkommunion.
13.04.1926: Lehrerin Elisabeth Schröder, die seit dem 01.10.1899 an der katholischen Volksschule unterrichtet, stirbt im Alter von 63 Jahren.
13.04.1926: Im Hotel Schaper findet eine Versammlung der Bruderschaft des Jungdeutschen Ordens statt.
15.04.1926: Die StV. beraten den Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1926
(01.04.1926-31.03.1927). Die Schulden der Stadt betragen 67.349 Mark, die einen Zinsaufwand von 2.874,65 M. erfordern. Dem steht ein Guthaben von 41.719 M. gegenüber, so dass die tatsächlichen Schulden der Stadt nur 25.660 M. betragen.
Das städtische Vermögen besteht aus mehr als 2.000 Morgen Wald, 40 Morgen Ackerland und 19 Gebäuden.
Die StV. beschließen die Erweiterung der städtischen Wasserleitung im Katzohl
durch Anlage eines Stollens.
16.04.1926: Mit Beginn des neuen Schuljahres nimmt die Schulamtsbewerberin Fraune aus Herford ihre Tätigkeit an der katholischen Volksschule auf.
17 Jungen und Mädchen werden in die Sexta der Höheren Knaben- und Mädchenschule aufgenommen.
Stud. Ass. Bieker wird nach Gelsenkirchen versetzt.
29 Jungen und 42 Mädchen werden in die Katholische, 2 Jungen und 1 Mädchen in die Evangelische Volksschule aufgenommen.
16.04.1926: Die Buchenallee am Forsthaus Blankengrund wird unter Naturschutz gestellt.
19.04.1926: In der Mitgliederversammlung des Unitas-Verbandes des Kreises Höxter bei Geisen erfolgt die Gründung des Ferien- und Altherrenzirkels „Dreizehnlinden“.
21.04.1926: Schwester Damiana wird Oberin des Josephinums als Nachfolgerin von Schwester Engelmaras, die ins Mutterhaus nach Dernbach zurückkehrt.

21.04.1926: Bei einem nächtlichen Einbruch in das Schuhwarengeschäft
Huneke, Lange Straße, werden 25 Paar Schuhe und Stiefel gestohlen.
April 1926: 55,4 mm Niederschlag an 14 Tagen.
Titelbild: Die “Blaue Bude” 1976 wo heute die City-Passage steht. “Blaue Bude” deshalb, weil der blaue Leuchtkasten der “Frankfurter Allgemeinen” über den sehr beliebten Kiosk warb. Daneben das Haus von Bauer Ewers. Damals betrieb schon die Familie Kühne dort einen Obst- und Gemüsestand.*
*Hinweis zu den Bildern:
Diese werden von der Redaktion passend ergänzt. Dabei versuchen wir mit Hilfe digitaler Möglichkeiten diese zum Teil unscharfen und schlecht erkennbaren Bilder mit Behutsamkeit zu restaurieren. So ermöglicht es den Betrachter sich in die damalige Zeit noch besser hineinzuversetzen.