Alexander Bieseke
Bad Driburg. Anfang Januar 2026 erschütterte ein gezielter Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Berliner Stadtteil Lichterfelde die Hauptstadt Berlin. Durch die Zerstörung wichtiger Stromleitungen fiel in mehreren südwestlichen Bezirken großflächig der Strom aus. Rund 45.000 Haushalte sowie tausende Betriebe waren zeitweise betroffen – es war der schwerste Stromausfall in Berlin seit Jahrzehnten.
Ein im Internet veröffentlichtes Bekennerschreiben wurde einer linksextremistischen Gruppierung zugeschrieben. Die Ermittlungen übernahm der Generalbundesanwalt wegen des Verdachts auf eine terroristische Straftat. Bundesweit entbrannte daraufhin eine Debatte über die Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur.
Vor diesem Hintergrund hat „Bad Driburg im Blick“ bei der Stadtverwaltung nachgefragt, wie gut Bad Driburg auf einen längeren Stromausfall vorbereitet ist – insbesondere im Hinblick auf kritische Einrichtungen und Menschen, die auf medizinische Geräte angewiesen sind.
Nach Auskunft der Stadt bestehen Maßnahmen zur Sicherstellung der Einsatzfähigkeit insbesondere in den Bereichen medizinische Versorgung, Pflegeeinrichtungen, Trinkwasserversorgung sowie Abwasserentsorgung. Dazu zählen unter anderem Notstromlösungen für besonders schützenswerte Einrichtungen sowie abgestimmte Priorisierungen bei der Wiederherstellung der Energieversorgung.
Die konkrete operative Umsetzung erfolge in Abstimmung mit den jeweiligen Betreibern und dem Kreis Höxter.
Zugleich weist die Stadt darauf hin, dass die Einrichtungen verpflichtet sind, eigenständig Vorsorge zu betreiben.
Auch städtische Liegenschaften werden vorbereitet: Die Feuerwehrhäuser, der Bauhof sowie das Rathaus sind inzwischen mit Notstrom-Einspeisevorrichtungen ausgestattet. Entsprechende Notstromaggregate befinden sich laut Stadt in der Beschaffung. Damit soll im Krisenfall die Handlungsfähigkeit der Verwaltung und der Gefahrenabwehr aufrechterhalten werden.
Für Bürgerinnen und Bürger, die zu Hause auf medizinische Geräte angewiesen sind, ist im Krisenfall die Freiwillige Feuerwehr Ansprechpartner vor Ort – sowohl in der Kernstadt als auch in den Ortschaften. Auf die Frage, ob es Notfallunterstützungen oder Registrierungen für besonders gefährdete Personen gäbe, hat die Stadt nicht geantwortet.
Im Ereignisfall soll die Bevölkerung über mehrere, auch voneinander unabhängige Kommunikationswege informiert werden. Neben digitalen Kanälen sind Rundfunkdurchsagen, Lautsprecherfahrzeuge von Feuerwehr und Polizei sowie zentrale Anlauf- und Informationsstellen vorgesehen. So soll sichergestellt werden, dass Bürgerinnen und Bürger auch bei eingeschränkter digitaler Kommunikation erreicht werden können.
Der Berliner Vorfall hat deutlich gemacht, wie verletzlich moderne Infrastrukturen sind. Für Bad Driburg bleibt die zentrale Frage: Reichen die bestehenden Maßnahmen aus – oder braucht es weitergehende Vorsorge, um im Ernstfall schnell und verlässlich handeln zu können?
Titelbild: Umspannwerk