Weihnachten steht vor der Tür

Doris Dietrich

Bad Driburg. Morgen ist Heiligabend und viele Kinder warten schon gespannt auf das Christkind oder den Weihnachtsmann und die Geschenke. Bad Driburg und alle Ortsteile sind weihnachtlich geschmückt. Die Gedanken gehen zurück an den Dezemberanfang, als bei winterlichem Wetter der Adventsmarkt stattfand. Der liegt gefühlt Lichtjahre zurück. Punktlandung für den Weihnachtsmann bei Schnee und vielen Besuchern in der Innenstadt. Viele Stände luden zum Bummeln ein und brachten die erste weihnachtliche Atmosphäre.

Zurzeit kommt nicht bei jedem weihnachtliche Besinnlichkeit und Freude auf, denn Dauerregen, Sturm und Hochwasser bereiten mancherorts Probleme.

Der Streifzug durch die Bad Driburger Innenstadt führte in den vergangenen Tagen z. B. in die Hauptgeschäftsstelle der Volkshochschule am Hellweg 9. Dort schmückt ein liebevoll dekorierter Weihnachtsbaum den Raum. Kinder haben während einer VHS-Veranstaltung Ende November ihren Ideen freien Lauf gelassen und Schmuck für den Baum gebastelt und gemalt. Anschließend konnten die Kinder bei Weihnachtsgeschichten und Keksen ihr Werk bestaunen.

In der Tourist-Information in der Langen Straße 87 wartet eine schön gewachsene Tanne. Der besondere Schmuck am Baum sind die beliebten „Stadtgutscheine“. „Der Gutschein ist im Moment der Renner. Viele Bad Driburger suchen noch ein passendes Geschenk für ihre Lieben und sind mit dem Gutschein immer auf der sicheren Seite“, verriet Touristik-Mitarbeiterin Simone Fiene im Gespräch.

An der Stadtkirche Peter und Paul zieht die „Engelflügel-Installation“ die Blicke auf sich. Melanie Humborg erzählte: „Die Idee dazu ist in unserem ökumenischen Adventsteam geboren. Was passt zu Weihnachten? Unser diesjähriges Thema nannten wir – GEHIMMELT und GEERDET -. Die Idee der Engelflügel brachte ich vor einigen Jahren aus dem Urlaub mit. Ich habe angeboten, die Flügel zu malen. Die Idee wurde aufgegriffen und in die Tat umgesetzt. Mit einer Freundin habe ich dann etwa drei Stunden gemalt und wir hatten viel Freude dabei.“ Die Installation „Engelflügel – Sei ein Engel!“ ist noch bis 31. Dezember an der Kirche St. Peter und Paul zu bestaunen. Alle sind eingeladen, ein Engelfoto von sich zu machen und hochzuladen. Näheres auf der Homepage des Pastoralverbundes. https://www.pr-bad-driburg.de/engel-selfies/

Im Rathaus der Stadt haben Kinder der städtischen Kita „Löwenzahn“ aus Reelsen den weihnachtlichen Schmuck gebastelt. Besucher des Rathauses freuen sich über den Baum im Eingangsbereich. 

Sie wünschen allen frohe und gesegnete Weihnachtstage.

Tannenbäume grüßen auf dem Leonardo-Brunnen in Bad Driburg
Ein geschmückter Weihnachtsbaum in der Hauptgeschäftsstelle des VHS-Zweckverbandes Bad Driburg, Brakel, Nieheim, Steinheim
Foto: Julia Gäbelein (VHS)
In der Tourist-Information steht ein schön geschmückter Baum.
Auf dem Rathausplatz grüßt ein Tannenbaum Einwohner, Gäste und Besucher.
 
Den Schmuck für den Weihnachtsbaum im Rathaus haben Kinder der städtischen Kita „Löwenzahn“ aus Reelsen gebastelt.  
Weihnachtsbaum in der Langen Straße
Engel-Installation an der Kirche Peter & Paul

Infobox

Der vierte Advent und Heiligabend am selben Tag

Eigentlich kann man doch nicht gleichzeitig die Geburt Jesus Christus feiern, wenn man sich noch in der Geburtsvorbereitung befindet. Oder haben wir nun dieses Jahr nur drei Adventssonntage? Nein, der 24. Dezember ist der vierte Adventssonntag. Und der bleibt es auch bis in die Abendstunden. Dann nämlich erst beginnt in Wirklichkeit der Heiligabend. Glaubt man der Weihnachtsgeschichte, so ist Christus in der Nacht zum 25. Dezember geboren worden. Und damals begann der neue Tag nicht wie heute um 0:00 Uhr, sondern bereits am Abend mit Sonnenuntergang. Man könnte dies dann so erklären: Der vierte Advent geht bis Sonnenuntergang. Erst dann beginnt der Heiligabend. Das nächste Mal wird es wieder 2028 so sein.

Die Weihnachtsbaum-Geschichte beginnt erst im 14. Jahrhundert

Der Ursprung des Weihnachtsbaumes liegt in heidnischen Bräuchen. Schon vor vielen Jahrhunderten waren immergrüne Pflanzen ein Symbol für Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Auch die Römer holten sich immergrüne Zweige in ihr Zuhause. Allerdings war es bei ihnen der heimische Lorbeer.

Der Tannenbaum und der christliche Glaube

Man heute davon aus, dass ein heidnischer Brauch umgedeutet wurde. So wurde aus den immergrünen Zweigen ein Symbol für den “Paradiesbaum”, von dessen Früchten Eva und Adam aßen. Um die Umdeutung der heidnischen Zweige zu vollenden, wurden diese mit roten Äpfeln geschmückt – den Paradiesäpfeln. So begann dann auch das Schmücken der Bäume. Im Laufe der Zeit entstand dann der Weihnachtsschmuck, wie wir es heute kennen.

Der Weihnachtsbaum galt jeher als eher bürgerliches Symbol, die katholische Kirche setzte sich lange gegen das unreligiöse Brauchtum zur Wehr. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Christbäume in katholischen Kirchen erlaubt. Papst Johannes Paul II. führte das Brauchtum schließlich im Jahr 1982 im Vatikan ein, als der erste Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz in Rom aufgestellt wurde.

Der geschmückte Weihnachtsbaum

Die ältesten Belege auf einen dekorierten Tannenbaum stammen aus der Zunftchronik des städtischen Handwerks in Bremen aus dem Jahr 1597. Von den Zünften ist die Sitte im Laufe der Zeit auf städtische Familien übergegangen. So sollen zu Beginn des 17. Jahrhunderts verzierte Christbäume in Straßburg im Elsass die Wohnstuben der Menschen geziert haben. Der Baum wurde zunächst mit Datteln, Äpfeln, Nüssen und Papierblumen geschmückt. An Weihnachten durften die Kinder des Hauses die Leckereien abschütteln und essen. Den ersten Weihnachtsbaum mit Kerzen schmückte die Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien im Jahr 1611.

Im 18. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch zunächst bei hohen Beamten und wohlhabenden Bürgern in den Städten, da Tannenbäume zu dieser Zeit in Mitteleuropa noch knapp und daher sehr kostspielig waren. Auch die damalige Dekoration konnte sich die ärmere Bevölkerung nicht leisten.

Der Weihnachtsbaum – von Europa in die Welt

Anfang des 16. Jahrhunderts verbreitete sich der Brauch des geschmückten Baumes über die Hanse. Es waren deutsche Kaufleute, die fernab der Heimat Weihnachten feierten. Durch den in ganz Europa verbandelten deutschen Adel verbreitete sich der Weihnachtsbaum ebenfalls nach Großbritannien. So hat wohl der aus Deutschland stammende Prinz Albert 1840 den ersten geschmückten Weihnachtsbaum im Buckingham Palace aufstellen lassen.

1832 stellte ein deutschstämmiger Harvard-Professor einen Weihnachtsbaum in seinem Wohnhaus auf und brachte damit den Brauch nach Nordamerika. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden erstmals mundgeblasene Christbaumkugeln in Lauscha hergestellt. Im Jahre 1891 wurde erstmals ein Weihnachtsbaum am Weißen Haus aufgestellt. 1933 zündete New York City die Lichter des ersten Weihnachtsbaumes im Rockefeller Center an – heute ein Magnet für Touristen und New Yorker während der Weihnachtszeit.

Quellen:

 

https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2020/12/warum-gibt-es-weihnachtbaeume-die-geschichte-hinter-der-gruenen

 

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