“Tante Enso” soll es richten

Neuer Lebensmittelmarkt für Neuenheerse in Planung

Neuenheerse. Nach einem ersten Ortstermin zum persönlichen Kennenlernen Ende Juni, hat Thorsten Bausch, Mitbegründer und Geschäftsführer von Tante Enso, nun schon ein zweites Mal den Weg aus Bremen nach Neuenheerse gefunden.

Supermärkte, die insbesondere in ländlichen Orten die Versorgungsgrundlage bilden, sind fast verschwunden.

In den Orten unter 5.000 Einwohnern, die für die großen Lebensmittelketten kaum interessante Standorte bieten, fehlen oft fußläufig erreichbare Angebote, so beschreibt es TanteEnso auf ihrer Webseite, auch die Seniorenbedürfnisse seien nicht Teil der Zukunftsszenarien der Nahversorgung. Es müsse was passieren – und zwar jetzt, heißt es dort weiter.


Tante Enso ist ein Mini-Supermarkt, der rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, geöffnet hat. Das Konzept verspricht neueste Technik für die Nahversorgung auf dem Land und nutzt dabei die Vorteile eines digitalen Supermarktes mit denen eines klassischen Tante-Emma-Ladens. Diese Idee steckt hinter dem Konzept „Tante Enso“ von myEnso, mit dem nun auch in Neuenheerse eine wichtige Versorgungslücke geschlossen werden soll. „Ich freue mich, dass wir mit unserer Bewerbung bei Tante Enso deren Interesse für Neuenheerse wecken konnten und nach erster Prüfung durch Tante Enso die Möglichkeit gesehen wird, einen Dorfladen in Neuenheerse zu eröffnen,“ freut sich Marcus Weiß, Mitinitiator.

Marcus Weiß und Thomas Arens, Vorsitzender des Bezirksausschusses, haben diesen Termin mit Thorsten Bausch geplant, um potentielle Standorte für den Dorfladen in Augenschein zu nehmen. „Angefangen bei einer Lösung im Bestand bis hin zu einem Neubau, in dem dann möglicherweise auch weitere Dienstleistungen Platz finden können,“ führt Thomas Arens aus.

Thorsten Bausch (Geschäftsführer myenso), Thomas Arens (Vorsitzender des Bezirksausschusses Neuenheerse), Marcus Weiß (Mitinitiator).
Foto: Uwe Schramm
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Die letztendliche Entscheidung, ob es einen Dorfladen für Neuenheerse geben soll, liegt aber in der Hand der Neuenheerser. Es müssen mindestens 300 Personen einen Genossenschaftsanteil im Wert von 100 Euro erwerben.  Dann kommt Tante Enso auf jeden Fall nach Neuenheerse. „Wenn die 300 Genossenschaftsanteile bis Ende September erreicht sind und ein vorhandener Standort genutzt werden kann, dann können wir mit etwas Glück noch in diesem Jahr eröffnen“, so Thorsten Bausch.

Es ist jetzt auch schon möglich Genossenschaftsanteile zu zeichnen und somit die Verwirklichung eines Tante Enso-Standortes in Neuenheerse zu unterstützen. Offizieller Kampagnenstart in Neuenheerse ist der 31.08.2022.

Hierzu soll es an diesem Tag eine Informationsveranstaltung ab 19:00 Uhr in der Nethehalle Neuenheerse geben.

Wer sich jetzt schon informieren möchte, kann dies über https://www.myenso.de tun. Dort wurde bereits eine eigene Tante Enso Internetseite für Neuenheerse eingerichtet, über die die aktuellen Entwicklungen für den Standort verfolgt werden können.


Infobox

Das Konzept ist einfach: In Orte unter 5.000 Einwohner, die für die großen Lebensmittelketten als Standort nicht interessant sind, kommt Tante Enso. Vorausgesetzt, genügend Bürger beteiligen sich und zeichnen mindestens 300 Anteile à 100 Euro, die als Anteilseigener auch feste Kunden sein werden. So sieht es das genossenschaftliche Konzept vor.
Der Mini-Supermarkt bietet ein Sortiment mit etwa 3.000 Artikeln, darunter auch regionale Produkte. Über den Online-Shop von myenso kann aus einer Produktpalette von 20.000 Artikeln gewählt werden, die dann zur Abholung in den Supermarkt geliefert werden. Mit den etwa 3.000 im Laden vorhandenen Artikeln kann schon eine Vollversorgung gewährleistet werden.

Das Besondere: Die Kunden können bei Tante Enso an 365 Tagen rund um die Uhr einkaufen. Der Laden ist ein paar Stunden pro Tag mit Teilzeit-Mitarbeitern besetzt – in der übrigen Zeit können sich die Kunden mit einer personalisierten Chipkarte Zutritt verschaffen und per Selbstbedienung einkaufen. Zu welchen Zeiten genau der Dorfladen mit Personal besetzt ist, wie der Mini-Supermarkt gestaltet ist und welche Produkte angeboten werden, darüber entscheiden die Genossen mit.
Die Chipkarte für den Zutritt und die Bezahlung außerhalb der Geschäftszeiten kann jeder beantragen der mindestens 18 Jahre alt ist und über ein Girokonto verfügt. Über eine Lastschrift wird der Einkauf abgerechnet, Kunden können aber auch ein Guthaben auf die Karte laden. Die Karte kann jeder bestellen, für die Genossenschaftsanteilsbesitzer gibt es jedoch Aktionen und Rabatte.