Luca-App auch im Kreis Höxter?

Anfrage an das Gesundheitsamt – Bedarfsabfrage der GfW bei Handel und Gastronomie

Bad Driburg. Durch die in die Höhe schnellenden Infektionszahlen und zunehmenden Hotspots war es den Gesundheitsämtern im vergangenen Jahr nicht mehr möglich, alle Kontakte zügig nachzuverfolgen und Infektionsketten zu unterbrechen. Die staatlich geförderte Corona-App scheint nicht hilfreich gewesen zu sein.

Die luca App – in den Appstores erhältlich.

Die neue Luca-App verspricht Abhilfe und Entlastung für die Gesundheitsämter sowie Sicherheit für Gäste, Gastronomen und Veranstalter, überall da, wo man eine Kontaktliste führen müsste.

Jeder, der die App auf seinem Smartphone hat, kann sich bei Treffen mit Freunden, in der Familie oder mit Arbeitskollegen in der App einchecken. Die Kontaktdaten werden anonym aufgenommen, später über einen URL-Code auch im Restaurant, im Kino oder bei einer Veranstaltung. Falls es zu einer Infektion kommt, kann das Gesundheitsamt mit der App digital informiert werden. Dieses kann nun leichter die Infektionskette nachverfolgen und geeignete Maßnahmen einleiten.

Die verschlüsselten Daten im Luca-System können nur durch das zuständige Gesundheitsamt entschlüsselt werden. Es muss also das Luca-System nutzen.
In einigen Modellregionen wurde Luca gestartet. Es gibt über 300 Gesundheitsämter in Deutschland. Wenn man die Luca-Webseite aufruft und prüft, ob das Gesundheitsamt Höxter dabei ist, erhält man die Mitteilung: „Leider ist luca bei dir noch nicht verfügbar.“

Bad Driburg im Blick fragte beim Kreis Höxter nach, ob das Gesundheitsamt bereit ist, eine Kooperation mit den Entwicklern einzugehen.
Laut Silja Polzin, Pressereferentin des Landratsamtes Höxter, führt die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW) in Abstimmung mit dem Krisenstab zurzeit eine Bedarfsabfrage in allen zehn Städten des Kreises durch. Dazu zitiert Silja Polzin den GfW-Geschäftsführer Michael Stolte: „Die Städte werden gebeten, eine Einschätzung zurückmelden, ob die Einführung einer solchen digitalen Kontaktdokumentation für Handel und Gastronomie gewünscht und unterstützt würde, sobald Restaurants, Geschäfte und Cafés mit Schutzkonzepten wieder öffnen können.“

Ein digitales System, das über eine App gesteuert wird, wäre für alle Beteiligten sehr hilfreich. „Nutzer, die diese App auf ihrem Smartphone installiert hätten, könnten durch das Einscannen eines Codes an einer Station im Geschäft oder Restaurant direkt ihre Kontaktdaten hinterlassen und müssen keine Zettel ausfüllen oder sich in offen liegende Listen eintragen.“
Laut Dr. Ronald Woltering, dem Leiter des Gesundheitsamtes Höxter, arbeitet das Amt seit Beginn der Pandemie „mit einem sehr gut funktionierenden digitalen System.“ Er würde es sehr begrüßen, „wenn auch die Nachverfolgung von Infektionsketten in Restaurants, Geschäften oder bei Veranstaltungen durch eine leistungsfähige App digital unterstützt würde“. Es sei wichtig, dass die „Containmentscouts“ ausgehend von einem bestätigten Fall schnell über die vollständigen Kontaktdaten verfügten.

Auch Kreisdirektor Klaus Schumacher hält eine gut funktionierende App für wünschenswert, „die von Gastronomiebetrieben, Einzelhändlern und Veranstaltern tatsächlich eingesetzt und die von den Kundinnen und Kunden angenommen wird“, „eine gut erprobte Lösung, die alle notwendigen Funktionen umfasst und den Datenschutz sicherstellt“.

So könnten Veranstaltungen ermöglicht werden.

Derzeit würden die technischen und behördlichen Voraussetzungen für eine solche App geklärt.
Silja Polzin schreibt ferner, dass es neben der Luca-App noch weitere Apps von anderen Anbietern gebe. Einen speziellen Anbieter favorisiere der Kreis Höxter derzeit nicht.

Titelbild: Die Fantastischen Vier – präsentieren ihre App. Foto: Jens Oellermann

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Infobox

Das Team hinter der „luca“-Initiative setzt sich zusammen aus der neXenio GmbH, einer Ausgründung des Hasso-Plattner-Instituts, und einigen Kulturschaffenden, wie der Band „Die Fantastischen Vier“.

Kulturschaffende

Die Fantastischen Vier haben sich 1987 kennengelernt und gehören seit Anfang der 90er Jahre zu den erfolgreichsten Popbands im deutschsprachigen Raum. Die weltweite Pandemie trifft sie nicht nur als Band: „Wir sind ein Teil der Kulturszene, aber wir sind auch persönlich betroffen. Wir brauchen gesellschaftliche Kontakte, aber wir brauchen auch Sicherheit. Mit luca lassen sich u.a. Konzerte und Veranstaltungen sicher durchführen, die Gesundheitsämter werden nachhaltig entlastet und Infektionsketten schneller unterbrochen, was am Ende zu mehr Freiheit führen wird. Als wir von der Idee für luca hörten, waren wir begeistert.”

Smudo, bürgerlich: Michael Bernd Schmidt von der Band Die Fantastischen Vier.
Foto: Franz Schepers