Volkstrauertag 2019 – Gedenkstunde mit Matthias Goeken MdL

Bad Driburg. Auch in diesem Jahr versammelten sich zahlreiche Bürger am Ehrenmal in der Kapellenstraße. Bürgermeister Burkhard Deppe und seine erste Stellvertreterin Christa Heinemann sowie Abordnungen verschiedener Vereine legten Kränze an der Pietà nieder. Die Stadtkapelle unter der Leitung von Martin Rieckmann übernahm die musikalische Begleitung. Antje Pape moderierte den Ablauf.

Bürgermeister Burkhard Deppe
Schülerinnen…
… der Gesamtschule Bad Driburg

In diesem Jahr lasen zwei Schülerinnen der Gesamtschule Bad Driburg einen Auszug aus Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ und das Gedicht „Wenn jeder eine Blume pflanzte“ von Peter Härtling.


Bad Driburger Bürgerinnen und Bürger werden zu Frieden, Toleranz, Völkerverständigung und Unterstützung eines geeinten Europa aufgerufen

Die Ansprache zum Volkstrauertag hielt der Landtagsabgeordnete Matthias Goeken. Mit bewegenden und eindringlichen Worten rief er dazu auf, die Männer, Frauen und Kinder nicht zu vergessen, die Opfer von Krieg und Gewalt geworden seien. Man könne das Trauern zu einem bestimmten Termin nicht verordnen. Doch er halte den staatlichen Auftrag für wichtig, „Bürgerinnen und Bürger dazu anzuhalten, sich mit den dunkelsten Kapiteln unserer jüngeren Geschichte zu befassen“. Der Volkstrauertag lade zum Nachdenken darüber ein, was die Kriegstoten und Gewaltopfer uns für die heutige Zeit lehren könnten, auch wenn die menschenverachtende Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten inzwischen Jahrzehnte zurückliege. Die Erlebnisse von Verlust und Todesgefahr, von Flucht und Vertreibung und die seelischen Narben seien in den Erzählungen seiner Eltern und Großeltern noch präsent.

Aktuell trügen Menschen in Kriegsgebieten und Soldatinnen und Soldaten in Auslandseinsätzen körperliche und seelische Wunden davon. Neben dem Einsatz für den Frieden sei auch eine gute Präventionsarbeit wichtig, das Gespräch mit Zeitzeugen und die Weitergabe der Erzählungen und des Wissens an Kinder und Enkelkinder. Matthias Goeken MdL zitierte den ehemaligen Präsidenten der EU-Kommission Jean-Claude Juncker: „Wer an Europa zweifelt, wer an Europa verzweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen.“ An fünf Kriegsgräberstätten in den Niederlanden und Belgien habe er Junckers Worten entsprechend sehen können, „was das europäische Gegeneinander an Schlimmstem bewirken kann“. Er lobte die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der junge Menschen zur Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen Ereignissen anrege, mit Themen wie Extremismus, Nationalismus, Rassismus und willkürlicher Gewalt, und der Werte vermittele in Bezug auf Menschenrechte, Demokratie und Frieden. In Deutschland herrsche seit über 70 Jahren Frieden, doch die Welt im Jahre 2019 sei alles andere als ein friedlicher Ort. Gewaltsame Konflikte seien nicht weit von uns entfernt. Dies führe zu einem Klima, „in dem Populisten leichtes Spiel haben“. Es gelte, den Frieden zu wahren und zu verteidigen. Das Ehrenmal sei eine Mahnung: „Lassen wir nicht zu, dass Gewalt oder Krieg jemals wieder Mittel der politischen Auseinandersetzung werden! Wir müssen uns mit den linksextremen wie auch mit den rechtsextremen Tendenzen in diesem Land auseinandersetzen.“ Matthias Goeken erinnerte an den Mordanschlag auf den Regierungspräsidenten Walter Lübcke und den antisemitischen Anschlag auf die Haller Synagoge.

„Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus haben in unserem Land keinen Platz!“Er sei froh, in einem Land zu leben, in dem Konflikte „statt mit Waffen mit Worten und Argumenten ausgetragen werden, in dem Meinungsfreiheit herrscht und in dem jeder sich nach seinem Lebensentwurf entfalten kann, in dem die Würde und Unversehrtheit des Menschen das allerhöchste Gut ist. Tragen wir dazu bei, dass es so bleibt“. Die freiheitliche Demokratie zu schützen und zu bewahren, Frieden, Toleranz, Völkerverständigung und ein geeintes Europa könne nicht allein die Politik schaffen, sondern hier seien alle gefordert, auch die Bad Driburger Bürgerinnen und Bürger.„Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren.“ Mit den Worten Richard von Weizsäckers schloss Matthias Goeken seine Ansprache.

MdL Matthias Goeken

Bürgermeister Burkhard Deppe
mahnte in seinem Grußwort eine
demokratische Erinnerungskultur
an und warnte davor, Nationalismus und Rechtsextremismus in der
Gesellschaft zuzulassen. Er dankte allen, die an der Gestaltung der Gedenkstunde mitwirkten.

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