Biertasting der Stiftung Senfkorn war ein voller Erfolg
Doris Dietrich
Bad Driburg. Rund 70 Gäste erlebten im Evangelischen Gemeindehaus einen genussvollen Abend mit Biersommelier Felix Heidenreich. Ausgewählte Spezialitäten, passende kulinarische Begleiter und unterhaltsame Einblicke in die Welt des Bieres sorgten für beste Stimmung.
Nach dem erfolgreichen Weinfest im Vorjahr hatte die Stiftung Senfkorn am 16. Oktober zu einer Bierverkostung eingeladen. Die Nachfrage war groß: Die Karten im Vorverkauf waren schnell vergriffen.


Zu jeder Bierspezialität gab es eine passende kulinarische Begleitung

Herbstliche Dekoration mit Hopfenpflanzen auf den liebevoll gedeckten Tischen und Kerzenlicht schufen eine gemütliche Atmosphäre. Zum Auftakt wurde ein kleiner Bier-Aperitif gereicht.
Horst Kanbach, Vorsitzender der Stiftung Senfkorn, begrüßte die Gäste und freute sich über die große Resonanz. Zugleich erinnerte er daran, dass mit den Einnahmen und Spenden Projekte der Stiftung Senfkorn unterstützt werden. Er dankte den Bad Driburger Naturparkquellen für die gesponserten alkoholfreien Getränke.
Pfarrerin Katrin Elhaus stellte mit einem Augenzwinkern eine Verbindung zwischen dem Bierbrauen und dem Märchen „Rumpelstilzchen“ her. Schließlich heißt es dort: „Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind.“ Mit diesem bekannten Vers war der Einstieg in den genussvollen Abend gelungen.
Durch das Programm führte Felix Heidenreich. Der Wirtschaftsingenieur ist seit 2024 nebenberuflich als Biersommelier tätig. Seine Online-Ausbildung umfasste 16 Module. Zu den Teilnehmern gehörten Menschen mit unterschiedlichen Beweggründen, darunter die bayerische Bierkönigin und ein studierter Brautechnologe. Auf dem Plan standen die Geschichte des Bieres, seine Rohstoffe, der Brauprozess und die verschiedenen Bierregionen. Beim Biertasting gab Felix Heidenreich sein Wissen anschaulich und unterhaltsam weiter. Wie beim Kochen komme es auch beim Bier auf die Zutaten an, erklärte er. Die vier klassischen Grundzutaten sind Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Ihr Zusammenspiel und ihre unterschiedliche Verwendung prägen Geschmack, Aroma und Charakter.
Auch die Sinne spielen bei einer Verkostung eine wichtige Rolle: Neben dem Geschmack sind Geruch, Sehen, Hören und Schmecken gefragt. So wurde deutlich, wie vielseitig Bier erlebt werden kann.
Den Anfang machte ein Kölsch, das zusammen mit Mini-Flammkuchen serviert wurde. Zu den weiteren Bierspezialitäten gab es jeweils passende kleine Speisen, zubereitet von René Kaldeweier. Er hat sich zum 1. Oktober 2026 mit seinem Unternehmen „Feuer & Finesse“ selbstständig gemacht. Die Veranstaltung war gleichzeitig seine Premiere. Eine Menükarte half den Gästen, die Biere und ihre kulinarischen Begleiter einzuordnen.
Während der Verkostung gab Felix Heidenreich praktische Tipps und überraschende Einblicke. Bier aus der Dose, so erklärte er, sei besser als sein Ruf. Wichtig ist vor allem die richtige Lagerung: Bier sollte vor Licht geschützt werden, da Lichteinwirkung den Geschmack beeinträchtigen kann. Auch die Hopfenpflanze sorgte für Staunen – unter günstigen Bedingungen kann sie bis zu 30 Zentimeter am Tag wachsen.
Ein Gast aus Neuenheerse zeigte sich begeistert von der Veranstaltung: „Die vielen Informationen rund ums Bier, die netten Leute und die leckeren Snacks – hier hat einfach alles gepasst.“
Auch eine Besucherin aus Bad Driburg war angetan: „Das war eine tolle und interessante Veranstaltung. Ich habe viel Neues und so manches Überraschende über Bier erfahren.“
„Das fruchtige Kirschbier schmeckte ausgesprochen lecker“, äußerte ein Gast.






Für Unterhaltung sorgte ein Quiz unter anderem zur Londoner Bierflut vom 17. Oktober 1814. Damals zerbarst in einer Brauerei im Londoner Stadtteil St Giles ein riesiger Bierbehälter. Über eine Million Liter Porter (dunkles Bier) löste eine Kettenreaktion aus und strömte als Flutwelle durch die Straßen. Sie flutete naheliegende Kellerwohnungen. Acht Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. Die Gäste rätselten über die Hintergründe der ungewöhnlichen Katastrophe. Wer mit seiner Schätzung der Fluthöhe am nächsten lag, gewann eine Überraschungstüte von Felix Heidenreich und freute sich sichtlich über den Preis.
Musikalisch begleitete Bernd Rüthers den Abend mit seinem Akkordeon. Bei „Es gibt kein Bier auf Hawaii“ stimmten viele Gäste mit ein.
Felix Heidenreich hatte auch über die Verkostung hinaus eine gute Idee: Die bei seinen Veranstaltungen gesammelten Kronkorken gibt er an einen zentralen Sammler in Bad Driburg weiter. Die Erlöse aus der Verwertung unterstützen gute Zwecke, beispielsweise Kinderhospize.
Wie solche Veranstaltungen Menschen verbinden können, zeigte sich bei Martina, Sylvia, Andrea und Mareike. Die vier Frauen hatten sich 2025 während ihrer Reha in Bad Driburg kennengelernt und waren damals gemeinsam beim Weinfest der Stiftung Senfkorn. Weil ihnen der Abend so gut gefallen hatte, kamen sie nach Bekanntwerden des Termins für das Biertasting erneut nach Bad Driburg. Sie reisten aus unterschiedlichen Regionen an, unter anderem aus Thüringen und dem Ruhrgebiet, und verbanden den Besuch mit einem kleinen Kurzurlaub. Die Freude über das Wiedersehen war groß.
Die Stiftung Senfkorn wurde 2007 gegründet und feiert 2027 ein Jubiläum. Zum Engagement der Gemeinde gehört auch der Bibelgarten hinter der Evangelischen Kirche. Er besteht seit 2014 und ist ein Ort der Besinnung und Begegnung, an dem auch ökumenische Gottesdienste gefeiert werden. Für die Zukunft ist ein Rosentor geplant, das den Garten weiter aufwerten soll.
Alle Gäste waren sich einig: Der Abend bot eine gelungene Mischung aus interessanten Informationen rund ums Bier, geselligem Beisammensein und einem abwechslungsreichen Programm. Die Stiftung Senfkorn freute sich über die große Resonanz. Ein herzlicher Dank galt allen, die das Biertasting ermöglicht und mitgestaltet hatten.



Titelbild: Das engagierte Team freut sich auf den Abend: (v. l.) Horst Kanbach, Rudolf Moor, Felix Heidenreich, Martina Wilde, René Kaldeweier und Dietmar Overbeck. (Zum Team gehörte auch Frederike Wieneke.)