Doris Dietrich
Bad Driburg/Nekemte (Äthiopien). Rosi und Klaus Krekeler engagieren sich seit über dreißig Jahren für die Ärmsten der Armen in Äthiopien. Ihr Projekt „Patenschaften von Mensch zu Mensch“ hat sich in dieser Zeit zu einer großen und beeindruckenden Hilfsaktion entwickelt. Was einst klein begann, ist heute zu etwas ganz Besonderem gewachsen.
„Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht an Äthiopien denken“, erzählten Rosi und Klaus im Gespräch mit BDiB.
Mit viel persönlichem Einsatz vermitteln sie Hilfen, die direkt den Menschen vor Ort zugutekommt. Aktuell betreuen sie rund 900 Patenschaften und Projekte. Die Spenden ermöglichen Kindern den Schulbesuch, finanzieren Schulgeld und Schuluniformen, sichern ein warmes Mittagessen und unterstützen medizinische Behandlungen sowie wichtige Frauenprojekte. Darüber hinaus werden auch Brunnenanlagen gebaut und einfache Hütten errichtet, um die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig zu verbessern. Neue Spender sind jederzeit willkommen und können sich mit einem monatlichen Beitrag von 25 Euro beteiligen, um ein Kind und seine Familie langfristig zu unterstützen. Viele Spender stammen aus Bad Driburg sowie anderen Orten und Regionen seit vielen Jahren.
Viele der unterstützten Familien leben vor allem in der Region Nekemte, westlich der Hauptstadt Addis Abeba. Vor Ort ist die Hilfe klar organisiert: Leitende Bischöfe und Priester sowie Schwestern und Brüder verschiedener Orden haben Verantwortung übernommen. Einer der langjährigen Ansprechpartner ist Priester Abba Tesfaye Tegegn. Gemeinsam gehen sie durch die Slums der Städte und besuchen abgelegene Regionen, um die Ärmsten der Armen zu finden und gezielt zu unterstützen.
Ein besonderes Projekt konnte dank großer Unterstützung aus Deutschland verwirklicht werden. Die Sternsinger aus Peckelsheim sammelten fleißig Spenden und auch die Kirchengemeinde Peckelsheim beteiligte sich großzügig. Mit diesen Mitteln wurde ein Kindergarten in Äthiopien gebaut. Er trägt heute den Namen der Peckelsheimer Kirchengemeinde „Mariä Himmelfahrt“ – auf Englisch „St. Mariam Assumption“, auf Amharisch „Lidete Mariam“. Ursprünglich wollten die Menschen vor Ort den Kindergarten nach Rosi und Klaus benennen, doch das lehnten beide entschieden ab.
Früher reisten Rosi und Klaus Krekeler zweimal im Jahr für mehrere Wochen nach Äthiopien, um sich persönlich ein Bild von der Situation zu machen und Hilfe direkt vor Ort zu leisten. Auch heute ist ihnen dieser unmittelbare Kontakt besonders wichtig. Im kommenden Herbst steht nach zwei Jahren erneut eine Reise an, auf die sie sich schon sehr freuen und intensiv vorbereiten. Diesmal werden sie nicht allein unterwegs sein: Eine Lehrerin, eine Ärztin und Rosis und Klaus´ 29- jähriger Enkel begleiten sie. Die Kosten für die Flüge tragen alle Beteiligten selbst. In den zwei Wochen in Äthiopien wollen sie insgesamt 24 Orte besuchen und sich über die aktuelle Lage informieren.
„Wir können Äthiopien nicht retten, aber wir können denen helfen, die uns begegnen.“ (Rosi und Klaus)
Die Aufgaben innerhalb des Projekts sind klar verteilt: Klaus Krekeler (79) kümmert sich um die Buchführung und die Finanzen – eine verantwortungsvolle Tätigkeit, denn die eingehenden Spenden müssen sorgfältig verwaltet werden. Rosi (76) übernimmt den Schriftverkehr und behält den Überblick über alle Paten und Patenschaften. Für jedes unterstützte Kind hat sie eine Dokumentation mit Foto und persönlichen Daten, die an die Paten weitergegeben werden.
Auch in Bad Driburg sind Rosi und Klaus Krekeler ehrenamtlich engagiert. Sie arbeiten im Eine-Welt-Laden mit und setzen sich dort für fairen Handel ein. Außerdem sind sie bei den „Grünen Damen und Herren“ im St. Josef Hospital Bad Driburg tätig, wo sie Zeit, Zuwendung und Unterstützung geben.
Die Aufenthalte in Äthiopien sind für beide stets mit vielen intensiven Begegnungen verbunden. Im Laufe der Jahre haben sie dort zahlreiche Freundschaften geschlossen – vor Ort kennt man sie einfach nur als „Rosi und Klaus“. Gleichzeitig sind ihre Aufenthalte nicht ohne Risiko: Rosi und Klaus haben kriegerische Auseinandersetzungen miterlebt, brennende Container gesehen und gefährliche Autofahrten überstanden. Dennoch schöpfen beide immer wieder Kraft und Mut aus ihrer Überzeugung und aus den positiven Veränderungen, die ihre Arbeit bewirkt. Immer wieder erleben sie dabei auch die große Dankbarkeit der Menschen in Äthiopien. Diese zeigt sich während der persönlichen Begegnungen auch in vielen Dankschreiben an die Paten. Oft sind sie liebevoll gestaltet mit kleinen Zeichnungen und eigenen Texten der Kinder.
Heute wünschen sich Rosi und Klaus Krekeler, dass ihr Projekt „Patenschaften von Mensch zu Mensch“ auch in Zukunft weitergeführt wird. Sie sind auf der Suche nach engagierten Nachfolgerinnen oder Nachfolgern, die die Arbeit fortsetzen. Neue Paten sind jederzeit herzlich willkommen. Auch Einzelspenden helfen und kommen direkt den Menschen vor Ort zugute.
Die Bankdaten:
Spendenkonto: Missionsgemeinschaft des Apostels Paulus
IBAN: DE38 3706 0193 1052 9350 20
Bank: Pax-Bank für Kirche und Caritas
Homepage: www.menschzumensch.org
Rosi und Klaus Krekeler sind erreichbar unter Telefon: 05253/97 48 802.
Ihr Leitspruch:
„Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist es der Anfang einer neuen Wirklichkeit.“
Dom Hélder Câmara (1909–1999) – brasilianischer Erzbischof
Eine langjährige Patin brachte es auf den Punkt: „Angesichts ihres unermüdlichen Einsatzes über so viele Jahre hinweg, getragen von Menschlichkeit, Bescheidenheit und echter Nähe zu den Menschen in Äthiopien, wäre eine öffentliche Ehrung für Rosi und Klaus Krekeler mehr als verdient – eigentlich längst überfällig.
Titelbild: Rosi und Klaus arbeiten ehrenamtlich im Eine-Welt-Laden in Bad Driburg.



Bildnachweis: privat


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