Das offene Fenster – Erinnerung an Pfarrer Hubertus Rath

Doris Dietrich

Bad Driburg. Pfarrer Hubertus Rath starb im April 2024. Sein Grabstein wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich: kein Kreuz, kein Engel, keine klassischen Symbole. Stattdessen ein Fenster aus Gold. Weit geöffnete Flügel und in ihrer Mitte eine leuchtende Fläche. Dieses Bild ist kein Zufall. In den letzten Monaten seines Lebens verbrachte Pfarrer Rath viel Zeit im Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn. In der Kapelle begegnete ihm ein Kreuzweg, der ihn tief berührte. Neben den 14 traditionellen Stationen gab es dort eine weitere: die Auferstehung. Der Künstler hat sie schlicht dargestellt – als goldene Fläche, als Zeichen des ewigen Lebens. Dieser Anblick wurde für ihn zu einer Quelle von Trost und Hoffnung. Mit Blick auf diese Darstellung sagte er einmal: „Jetzt weiß ich, worauf ich zugehe.“ Dieses Vertrauen trug ihn durch seine letzten Tage. Deshalb wurde das Motiv auch auf der Einladung zu seinem Requiem aufgegriffen.

Grabstein Hubertus Rath
(11.02.1962 bis 12.04.2024)

Seine letzte Ruhestätte in der Nähe des Friedhofskreuzes unter der alten Linde-
Ehrengrab der Pfarrer von Bad Driburg

Als es später um die Gestaltung seines Grabsteins ging, war schnell klar: Dieses Zeichen sollte bleiben. Es steht für seine Hoffnung und für seinen Glauben an das Leben über den Tod hinaus. So entstand die Idee eines Fensters. Ein Fenster, das sich öffnet. Ein Fenster als Symbol für all die Wege, die Pfarrer Rath in Bad Driburg eröffnet hat – für Menschen, für Glauben, für Begegnung.

In Abstimmung mit seiner Familie und mit Unterstützung der Stadt Bad Driburg konnte dieser Entwurf verwirklicht werden. So ist ein Grabstein entstanden, der nicht nur an einen Menschen erinnert, sondern auch eine Botschaft trägt.  Eine Botschaft von Hoffnung. Eine Botschaft vom offenen Himmel.

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