Polizei warnt vor Tempo und Handy am Steuer
Alexander Bieseke
Kreis Höxter. Sieben Verkehrstote im Kreis Höxter – Polizei sieht Fortschritte, warnt aber vor Tempo und Ablenkung
Im Kreis Höxter sind im Jahr 2025 insgesamt sieben Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Damit liegt die Zahl auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. „Jeder Todesfall ist einer zu viel“, betonte Landrat Michael Stickeln bei der Vorstellung des Verkehrsberichts der Kreispolizeibehörde Höxter.

Gemeinsam mit Polizeidirektor Karsten Koutsky, Abteilungsleiter Polizei, sowie Markus Tewes, Leiter der Direktion Verkehr, stellte Stickeln die wichtigsten Zahlen der Unfallstatistik vor.
Positiv entwickelt hat sich die Zahl der Schwerverletzten: Sie sank im Jahr 2025 deutlich um 38 Fälle auf 111 – ein Rückgang um rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der Leichtverletzten auf 473. Das ist der höchste Stand der vergangenen zehn Jahre.
Insgesamt registrierte die Polizei 4.300 Verkehrsunfälle im Kreis Höxter. Damit bewegt sich das Unfallaufkommen weiterhin etwa im Durchschnitt der letzten Dekade, liegt aber um 167 Fälle höher als im Jahr zuvor.
Geschwindigkeit bleibt Hauptproblem
Sorgen bereitet der Polizei weiterhin das Thema Geschwindigkeit. Zu schnelles Fahren zählt nach wie vor zu den Hauptursachen für Verkehrsunfälle und ist insbesondere außerhalb geschlossener Ortschaften häufig für schwere Unfallfolgen verantwortlich.
Die Kreispolizeibehörde kündigt deshalb an, auch künftig verstärkt auf Kontrollen und präventive Maßnahmen zu setzen. Dass diese Strategien Wirkung zeigen können, sieht die Polizei unter anderem im deutlichen Rückgang der Schwerverletzten.
Ablenkung im Straßenverkehr nimmt zu
Zunehmend rückt auch das Thema Unaufmerksamkeit in den Fokus der Unfallanalysen. Dazu zählen etwa die Nutzung von Smartphones am Steuer oder Ablenkungen durch komplexe Bedienungen von Entertainment-Systemen im Fahrzeug.
„Unfälle passieren nicht, Unfälle werden verursacht“, betonte Verkehrsdirektor Markus Tewes. Gerade kleine Fehler könnten im Straßenverkehr schwerwiegende Folgen haben.
Mehr Unfälle mit E-Scootern
Ein weiteres Problemfeld sind Unfälle mit E-Scootern. Insgesamt 17 Menschen wurden 2025 bei Unfällen mit sogenannten Elektrokleinstfahrzeugen verletzt, darunter sieben Kinder.
Nach Angaben der Polizei hatten diese Kinder unter 14 Jahren entweder selbst einen E-Scooter gesteuert – was gesetzlich nicht erlaubt ist – oder standen als Mitfahrer mit auf dem Roller. Auch das ist verboten.
Die Polizei appelliert daher eindringlich an Eltern, ihre Kinder über die Regeln im Umgang mit E-Scootern aufzuklären und auf deren Einhaltung zu achten.
Polizei setzt auf Prävention
Trotz stabiler Unfallzahlen sieht die Kreispolizeibehörde Fortschritte in der Verkehrssicherheitsarbeit, insbesondere durch den Rückgang schwerer Verletzungen. Gleichzeitig machen die Zahlen deutlich, dass Geschwindigkeit und Ablenkung weiterhin zentrale Herausforderungen im Straßenverkehr bleiben.
