Gedenkstunde erinnert an Starfighter-Absturz vor 50 Jahren

Doris Dietrich

Bad Driburg. In einer Pressemitteilung informiert die Stadt Bad Driburg über eine Gedenkstunde anlässlich des 50. Jahrestages des Flugzeugabsturzes nahe der Iburg. Am 12. Februar 1976 stürzte dort ein Jagdflugzeug vom Typ Lockheed F-104 Starfighter der kanadischen Luftwaffe ab. Der Pilot war in Baden-Söllingen stationiert und flog im Rahmen einer Übung aus Osten kommend über Bad Driburg hinweg eine Flugabwehrstellung nahe der „Driburger Hütte“ auf der Egge an. Beim Anflug streifte er mit seiner Maschine die Baumwipfel. Major Gerald Lee Allan Hermanson kam bei dem Absturz ums Leben. Er hinterließ seine Ehefrau und vier Kinder.

Die kleine Versammlung auf dem Eggekamm.  Foto: Heinz-Jörg Wiegand
Janet Inez Hermanson und ihre Töchter Kim und Dawn
Foto: Heinz-Jörg Wiegand
Kränze am Gedenkstein für Major Hermanson
Foto: Doris Dietrich

Anlässlich des 50. Jahrestages initiierte die Reservistenkameradschaft Dringenberg-Bad Driburg in der vergangenen Woche eine Gedenkstunde an der damaligen Absturzstelle. Auch die Ehefrau sowie zwei Töchter des Piloten reisten aus Kanada an.

Nach Angaben der Familie hatte sie erst Ende des vergangenen Jahres vom genauen Ort der Absturzstelle erfahren. Über Google Maps entdeckten sie den dort aufgestellten Gedenkstein, den die Reservistenkameradschaft bereits vor rund zehn Jahren errichtet hatte.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung nahmen Mrs. Hermanson und ihre Töchter unter den Klängen eines Trompetensolos des Liedes „Der gute Kamerad“ noch einmal Abschied von ihrem Ehemann und Vater.

Bürgermeister Tobias Tölle dankte der Reservistenkameradschaft für ihr Engagement. Er würdigte in seiner Ansprache all jene, die in Ausübung ihres Dienstes für Frieden und Freiheit im damals durch den Eisernen Vorhang geteilten Europa ums Leben kamen.


Infobox

Alexander Bieseke

Der Zeitzeuge Karsten Kisker aus Bad Driburg schilderte 2021 seine eindrücklichen Erinnerungen: Er sei damals zwölf Jahre alt gewesen, als die Maschine mit aufgerichteter Nase in niedriger Höhe über die Schule flog, begleitet von einem „grässlichen Triebwerksgeräusch“, bevor sie kurz darauf zerschellte. In Bad Driburg ist man sich bis heute bewusst, dass der Pilot vermutlich Schlimmeres verhindert hat.

Auch die Familie des verunglückten Majors meldete sich 2021 zu Wort. Sein Sohn, Guy Allen-Hermanson, damals vier Jahre alt, als sein Vater verunglückte, schrieb, dass 37 kanadische Piloten im Dienst mit der CF-104 ihr Leben verloren hätten – Männer, deren Einsatz viele Familien geprägt habe. Die Angehörigen zeigten großes Interesse an Informationen zu möglichen Ausstellungsstücken oder Teilen der verunglückten Maschine.  Einen Monat später am 30. August 2021 verstarb Guy nach längerer Krankheit im Alter von 49 Jahren.

Guy Allen-Hermanson, Sohn des 1976 verunglückten Vaters, ist 2021 verstorben.

Schreibe einen Kommentar