Kunst als Brücke zwischen Kulturen

Doris Dietrich

Bad Driburg. Unter dem diesjährigen Motto „100 % Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ kamen rund 80 Gäste zusammen, um ein Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt zu setzen.

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus, die vom 16. bis 29. März im Kreis Höxter stattfanden, wurde vor kurzem im Rathaus Bad Driburg eine besondere Ausstellung eröffnet. Der Abend stand unter der Überschrift „Gemeinsam in Bad Driburg – interkultureller Austausch“. Im Foyer des Rathauses informierten Stellwände über die Integrationsarbeit verschiedener Bad Driburger Vereine. So zeigte auch der syrisch-deutsche Verein „Boqruss Bad Driburg e. V.“ auf einer Tafel anschaulich, wie gelebte Zusammenarbeit und Integration funktionieren. Unter den Gästen befand sich auch der zweite stellvertretende Bürgermeister Thomas Arens sowie Vertreter des Stadtrates. Ebenfalls anwesend war Rüdiger Gleisberg vom „Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Höxter“.

In seiner Eröffnungsrede betonte Kulturdezernent Uwe Damer die Bedeutung jedes einzelnen Engagements im Kampf gegen Rassismus – sei es im Klassenzimmer, im Büro, auf dem Spielplatz oder in Vereinen und Schulen. Er dankte allen Beteiligten und hob hervor, dass die Ausstellung neue Perspektiven eröffne und zum Nachdenken anrege. Zugleich überbrachte er die Grüße von Bürgermeister Tobias Tölle.

Eindrucksvolles Bild (gemalt von Pedro)

Gezeigt wurden gemalte Bilder von Bewohnerinnen und Bewohnern der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE). Die Werke spiegelten persönliche Erfahrungen wider und boten Anlass für intensive Gespräche unter den Besucherinnen und Besuchern. So berichtete der 21-jährige Saidi aus Burundi, der derzeit intensiv Deutsch lernt und in einem Bad Driburger Verein Fußball spielt, von seinem Bild „Tag und Nacht“, das durch seinen starken Kontrast beeindruckte.

Auch Jan Yazdan, Mitarbeiter der ZUE und Leiter des Kunstateliers, stellte mehrere eigene Werke aus. Er schilderte die große Freude der Menschen, ihre Gedanken und Gefühle durch Kunst ausdrücken zu können. Für viele sei das Malen eine Form der Therapie, um Erlebtes zu verarbeiten. So erzählte er von einer 15-jährigen Asylsuchenden, die zunächst ein Bild malte und es am Ende vollständig mit schwarzen Strichen überzog – ein eindrückliches Beispiel für die Verarbeitung von Traumata.

Mona O’Rourke, Ehrenamtsbeauftragte in der ZUE, die seit 2022 dort tätig ist, freute sich darüber, dass den Menschen die Möglichkeit geboten wird, ihre Kunstwerke zu zeigen. Bereits in den vergangenen Jahren habe es ähnliche Projekte im Rathaus gegeben. Darüber hinaus gebe es in der Einrichtung zahlreiche Aktivitäten wie Talentshows, Sport, Kunst und Musik – Angebote, bei denen Sprache oft keine Rolle spiele.

Im Vorfeld der Ausstellungseröffnung wurden Sticker und T-Shirts gestaltet. Besonders die Aufkleber mit der Aufschrift „Gemeinsam gegen Rassismus“ fanden großen Anklang und wurden von vielen sichtbar an ihrer Kleidung getragen. Während der Vernissage wurden außerdem orientalisches Gebäck und Getränke angeboten.

Auch das Internationale Sprachcafé, das regelmäßig donnerstags im Gemeinderaum an der evangelischen Kirche stattfindet, war Thema des Abends. Dort kommen auch Nadiia und Liubov aus der Ukraine mit Ehrenamtlichen wie Matthias Renger ins Gespräch. Neben dem gemeinsamen Deutschlernen stehen auch Aktivitäten wie Kinobesuche auf dem Programm. Liubov äußerte ihre große Dankbarkeit darüber, in Bad Driburg aufgenommen worden zu sein und hier eine neue Heimat gefunden zu haben.

Mitorganisiert wurde die Ausstellung von Bernarda Hülsmann, Case-Managerin der Stadt Bad Driburg. Möglich wurde das Projekt durch die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Tobias Tölle, einem örtlichen Verein sowie den Verantwortlichen des Kreises Höxter. In diesem Zusammenhang bestand auch ein enger Kontakt zu Filiz Elüstü, Teamleiterin des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Höxter.

Farnaz (rechts) vor ihrem Bild und Jan Yazdan (Leiter des Kunstateliers in der ZUE)
Bilder gemalt von Jan Yazdan
Jan Yazdan
Bild gemalt von Saidi

Die Ausstellung ist noch bis zum 15. Mai zu den Öffnungszeiten des Rathauses Bad Driburg zu sehen und lädt weiterhin dazu ein, sich mit den Themen Vielfalt, Integration und Menschlichkeit auseinanderzusetzen.

Es freuten sich über die gelungene Eröffnung: (v.l.): Saidi (Aussteller), Thomas Arens (2. stellvertretender Bürgermeister), Bernarda Hülsmann (Case-Managerin Bad Driburg), Ford David (Einrichtungsleiter der ZUE), Farnaz, Pedro (Aussteller) und Kulturdezernent Uwe Damer.

Titelbild: Jan Yazdan

Schreibe einen Kommentar